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Trachen, Familien und doch noch Regen – 3. Trachenfest auf den Hufewiesen Dresden

Trachen, Familien und doch noch Regen – 3. Trachenfest auf den Hufewiesen Dresden

Nein, „Trachen“ ist kein Schreibfehler, sondern ein Kombi-Wort aus den feuerspeienden Ungeheuern und ihrem natürlichen Habitat in Dresden, den Trachauer Hufewiesen.

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Diesmal zumindest bis zum Nachmittag ohne Regen: das Trachenfest auf den Hufewiesen.

Quelle: Tanja Tröger

Dort, auf der 13 Hektar großen Grünfläche zwischen Gauß- und Leipziger Straße, Alttrachau und dem Bahndamm, fühlen sich die Schuppentiere pudelwohl. Und dort wollen sie bleiben. Auch viele Trachauer wünschen sich das, und deswegen haben sie am Sonnabend ein buntes Familienfest zu Ehren der Trachen gefeiert. So oder so ähnlich könnte die Legende vom Trachenfest lauten, das der Hufewiesen Trachau e.V. seit 2012 organisiert.

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Drachen, Kinder und dann doch wieder Regen: das Trachenfest auf den Hufewiesen.

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Gemütlich und kreativ ging es zu in der grünen Oase: Trommler und Puppenspieler unterhielten das Publikum, Anwohner verkauften Selbstgemachtes oder Dinge, die sie nicht mehr brauchen. Familien entspannten im Gras, Kinder pürierten sich auf dem „Smoothie-Fahrrad“ mittels Muskelkraft ihr Obst, und Trachauer verkauften Bratwürste, Kuchen und Getränke. Im Mittelpunkt standen jedoch die Trachen – von Kindern gebastelt aus Ton, Pappmaché, Pappe und Stoff. Die schönsten, buntesten und wildesten Fabelwesen erhielten Auszeichnungen, und zwar von echten Trachauern beziehungsweise Pieschenern: Schauspieler Uwe Steimle und „Unterhaltungs-Unternehmer“ Wolle Förster moderierten die Preisverleihung, flankiert von den Puppenspielern des „Theaters August“, das im Pieschener Rathaus zu Hause ist. Als die letzten Urkunden vergeben und jedes Tier präsentiert war, öffnete Petrus die Schleusen. Immerhin diesmal erst zweieinhalb Stunden vor dem geplanten Fest-Ende. Im vergangenen Jahr war das Trachenfest im Dauerregen vor dem Hochwasser untergegangen.

Realität sieht anders aus als im Märchenbuch

Spätestens an dieser Stelle klappt das Märchenbuch zu. Die Realität sieht weniger idyllisch aus. Seit 2011 setzen sich Dresdner Bürger dafür ein, dass die Natur-Oase als öffentlich zugängliche Grünfläche erhalten bleibt, und gründeten Anfang 2012 den Verein Hufewiesen Trachau. Der Wiesen-Eigentümer, die Immobiliengesellschaft MBG Trachau mit der Hamburger Mutterfirma Adler Real Estate, würde das Gelände gern mit Wohnhäusern und Gewerbeimmobilien bebauen. Allerdings liegen große Teile des Geländes im alten Überschwemmungsgebiet der Elbe. Bei der Flut 2002 standen sie unter Wasser, 2013 blieben sie dank der Schutzanlagen in Pieschen und Mickten verschont. Nun muss geklärt werden, ob die Wiesen weiterhin als Gefährdungsgebiet gelten. Außerdem sprechen laut Hufewiesen-Verein der Flug- und Bahnlärm gegen eine großflächige Bebauung.

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Beliebtes Refugium im dicht bebauten Pieschen: die Trachauer Hufewiesen.

Quelle: Tanja Tröger

Die „Wiesler“ würden einer Teilbebauung am westlichen Rand, nahe der Jubiläums-, Veteranen- und Hildesheimer Straße, zustimmen. Sie überlegen zudem, eine Stiftung zu gründen und dem Eigentümer die Wiesen abzukaufen. Der Verein würde den Grünlandpreis zahlen, der Besitzer will allerdings den Baulandpreis haben, der etwa 25- bis 50 Mal so hoch liegt. Für die Bewertung des Grundstücks ist wichtig, wie es der neue Dresdner Flächennutzungsplan ausweist. Der hat bereits den Bauausschuss passiert, muss aber noch durch den Stadtrat.

Konzepte für zukünftige Nutzung

Aktuell erarbeiten sowohl der Immobilienbesitzer als auch die „Wiesler“ konkrete Pläne, wie die Grünfläche künftig genutzt werden soll. „Der Eigentümer hat die Unternehmensberatung Thomsen AG beauftragt, ein Konzept zu entwickeln“, sagte Hufewiesen-Vereinsmitglied Rüdiger Kubsch. „Das wird spannend, welche Vorschläge die Thomsen AG dem Stadtplanungsamt macht.“ Parallel dazu hat die Landschafts- und Freiraumentwicklungs-Studentin Christina Scharun im Rahmen ihrer Bachelorarbeit ebenfalls Nutzungsvarianten für die Hufewiesen entwickelt.

Binnen der vergangenen drei Jahre haben sich die Fronten an den Hufewiesen ein wenig aufgeweicht: Eigentümer und Verein stehen in Kontakt, und die „Wiesler“ dürfen einmal im Jahr ihr Trachenfest auf der großen Grünfläche feiern.

ttr

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