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Touristenzahlen brechen im April ein

Dresden auf dem absteigenden Ast Touristenzahlen brechen im April ein

Das erste Quartal 2016 war für die Tourismusbranche ein gutes – die Zahlen stiegen im Vergleich zu 2015 deutlich an. Doch der April stoppte den Trend. Der Rückgang war deutlich. Die Dresden Marketing GmbH führt den Einbruch auf Ostern im März und das Wetter zurück.

Touristen auf der Brühlschen Terrasse. Im April ist die Zahl der Dresden-Besucher eingebrochen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Wie gewonnen, so zerronnen: Hatte sich der Dresden-Tourismus im ersten Quartal des Jahres mit einem Zuwachs an Übernachtungen von 9,5 Prozent äußerst positiv entwickelt, so war der April eine Enttäuschung. Nach den jetzt vorliegenden Zahlen konstatiert die Dresden Marketing GmbH (DMG) einen Rückgang von 6,7 Prozent im Vergleich zum April 2015.

„Das Minus ist auf Rückgänge aus dem Inland zurückzuführen“, erklärte DMG-Sprecherin Karla Kallauch. Deutsche Gäste buchten 8,8 Prozent Übernachtungen weniger als im Vorjahresmonat, während die Zahl der ausländischen Touristen weiter steigt. Diese buchten 3,4 Prozent Übernachtungen mehr, das konnte aber den Verlust an inländischen Gästen nicht kompensieren.

Unterm Strich bleibt für die ersten vier Monate dieses Jahres ein Plus von 3,9 Prozent, die DMG hat 1,038 878 Millionen Übernachtungen registriert. Deutsche trugen dazu zu 1,6 Prozent bei, das Plus bei den ausländischen Gästen war mit 15,4 Prozent zweistellig. Eine Prognose für das Gesamtjahr ist laut DMG-Geschäftsführerin Bettina Bunge schwierig, weil der Hauptanteil des touristischen Geschäfts von Mai bis Oktober und im Dezember generiert werde. „Die Entwicklung der ersten Monate kann aufgrund des geringen Volumens noch kein Indikator für das gesamte touristische Jahr sein“, so Bunge.

Den Rückgang im April führt sie auf zwei Faktoren zurück: Das besucherstarke Osterwochenende lag diesmal im März und nicht wie 2015 im April. Und das April-Wetter war sehr durchwachsen. „Ein Aspekt, der sich, gekoppelt an den aktuellen weltweiten Trend zu kurzfristigen Reiseentscheidungen, in touristischer Zurückhaltung niederschlagen kann.“

Aus dem Vereinigten Königreich Großbritannien kamen im April übrigens 1675 Gäste nach Dresden, insgesamt waren es 20 014 Besucher aus dem Ausland. Wie sich die Zahl britischer Besucher nach dem Brexit entwickelt, lässt sich schwer vorhersagen. „Wir müssen weiter gegen den Imageverlust im Inland ankämpfen“, erklärte Bunge. Hinzu komme der Erklärungsbedarf wegen der Bettensteuer und der weltweite Wettbewerb attraktiver Städtereiseziele. „Hier müssen wir mit vereinten Kräften noch intensiver für Dresden national und international werben.“

Johannes Lohmeyer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Dresden, bezeichnete die April-Zahlen als „verheerend“. „2015 war schon ein schlechtes Jahr, jetzt sind die Zahlen noch einmal gesunken.“ Dresden werbe zu wenig für sich. „Das Stadtmarketing ist chronisch unterfinanziert. Aber ich sehe keinen politischen Willen, etwas zu ändern.“ 24 000 Beschäftigte würden in Dresden im Tourismus ihr Geld verdienen. „Das wird in der Kommunalpolitik aber nicht gesehen. Wenn sich nichts ändert, wird es einen dramatischen Stellenabbau geben“, so Lohmeyers düstere Prognose.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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