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Touristenzahlen bleiben im Keller

Gäste aus dem Inland meiden Dresden Touristenzahlen bleiben im Keller

Das erste Quartal des Jahres war gut, doch mittlerweile ist das Plus stark geschmolzen: Auch im Mai ist die Zahl der Dresden-Besucher gesunken. Es kommen zwar mehr Gäste aus dem Ausland, dafür machen deutsche Touristen einen Bogen um Dresden.

Wohin geht die Reise? Im Mai sind die Besucherzahlen in Dresden gesunken.

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Die gute Nachricht zuerst: Die Dresden Marketing GmbH (DMG) hat in den ersten fünf Monaten des Jahres 1,469 Millionen Übernachtungen in Dresden registriert. Das ist ein Wachstum von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Und nun die schlechte Nachricht: Auch im Mai gab es ein Minus im Vergleich zum Mai 2015. Es lag bei 4,3 Prozent. „Das ist primär auf Rückgänge aus dem Inland von minus 6,7 Prozent zurückzuführen, während die ausländischen Übernachtungen mit plus 5,9 Prozent weiter wachsen konnten“, erklärte DMG-Geschäftsführerin Bettina Bunge auf Anfrage der DNN.

Dresden bleibt bei ausländischen Touristen beliebt, aber deren Anteil an der Zahl der Übernachtungen betrug im Mai eben nur 21 Prozent. Deutsche Gäste buchten 339 634 Übernachtungen, Touristen aus dem Ausland dagegen nur 90 078. Damit kann das Plus an ausländischen Dresden-Besuchern das durch den Inland-Tourismus verursachte Minus nicht kompensieren.

„Die Rückgänge aus Deutschland machen deutlich, dass wir nach wie vor mit einem negativen Image im eigenen Land zu kämpfen haben“, so Bunge. „Dies bestärkt uns in unserer Strategie, im Inland weiterhin verstärkt für positive Nachrichten sorgen zu müssen und immer wieder attraktive Reiseanlässe zu kommunizieren.“ Die DMG werde sich auch darum bemühen, mit Aktionen in den 15 wichtigsten Auslandsmärkten neue Gästegruppen zu erschließen, kündigte die Geschäftsführerin an.

Bereits im April waren die Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Der Rückgang betrug 6,7 Prozent. Das begründete die DMG mit der Tatsache, dass die besucherstarken Osterfeiertage auf den März fielen und das Wetter nicht berauschend war. Auch im April war der Inlandtourismus mit einem Minus von 8,8 Prozent die Hauptursache für den Rückgang.

Die treuesten Dresden-Besucher aus dem Ausland sind die Österreicher mit 4362 Ankünften im Mai, gefolgt von den US-Amerikanern mit 4098 Ankünften und den Schweizern mit 3831 Ankünften. Das größte Wachstum mit 59,7 Prozent bei den Übernachtungen konnte von Januar bis Mai der „Potentialmarkt“ Polen verzeichnen, aber auch China war mit einem Plus von 43,2 Prozent ein Wachstumsmarkt. Dafür brach Japan (minus 18 Prozent) ein, auch der russische Markt (minus 21,7 Prozent) befindet sich nach wie vor im Sinkflug.

Nach Jahren des stetigen Wachstums verzeichnete Dresden im vergangenen Jahr erstmals einen Rückgang bei den Übernachtungen. Im ersten Quartal dieses Jahres gab es einen Aufschwung, der aber durch den April und den Mai fast aufgezehrt ist. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2016 will die DMG Ende August vorlegen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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