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Tillich und Jahn betonen in Dresden Bedeutung der Stasi-Aufarbeitung

Geschichtsaufarbeitung Tillich und Jahn betonen in Dresden Bedeutung der Stasi-Aufarbeitung

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat den Einsatz der Gedenkstätte auf der Bautzner Straße in Dresden um den Erhalt des früheren Untersuchungsgefängnisses der DDR-Staatssicherheit gewürdigt. Gemeinsam mit Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich besuchte er am Dienstag das Museum.

Der Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich in einer Zelle der Gedenkstätte Bautner Straße.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat den Einsatz der Gedenkstätte auf der Bautzner Straße um den Erhalt des früheren Untersuchungsgefängnisses der DDR-Staatssicherheit gewürdigt. „Es ist sehr verdienstvoll, dass das hier erhalten geblieben ist“, sagte Jahn am Dienstag bei einem gemeinsamen Besuch mit Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und dem sächsischen Justizminister Sebastian Gemkow (beide CDU) in dem Gebäude der früheren Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Dresden.

Träger der Gedenkstätte ist ein Verein mit dem früheren Dresdner Oberbürgermeister Herbert Wagner an der Spitze, der vom Land und von der Stadt gefördert wird. Laut Wagner ist die Gedenkstätte auf der Bautzner Straße die einzige deutschlandweit, die mit den originalen Gefängniszellen und dem im früheren Zustand eingerichteten Dienstzimmer des Chefs der Stasi-Bezirksverwaltung an einer Stelle die Erinnerung an Opfer und Täter vereine.

„Was die Gedenkstätte hier geleistet hat, ist enorm“, sagte Jahn. Geschichtsaufarbeitung sei eine gesellschaftliche Aufgabe. Der Verein beweise dabei großes ehrenamtliches Engagement. Um dieses „zarte Pflänzchen“ zu erhalten, seien alle gefragt, erklärte Jahn. Solche Orte für die nächsten Generationen zu erhalten, werde immer bedeutsamer, je länger die geschichtlichen Ereignisse zurückliegen. Für viele sei es heute kaum noch vorstellbar, dass Menschen in der DDR im Gefängnis saßen, nur weil sie ihre Meinungen gesagt haben.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, zu dem die Außenstelle auf der Riesaer Straße in Dresden gehört, hob auch die Bedeutung der Akten-Archive hervor, die nach der Wende in den ehemaligen Bezirksstädten der DDR eingerichtet worden sind. „Die Akten sind Symbol der Friedlichen Revolution und müssen sichtbar sein“, betonte Jahn.

Derzeit wird über die Umstrukturierung seiner Behörde diskutiert. Dazu steht im Raum, die Akten an das Bundesarchiv zu übertragen. Dies könnte mit dem Wegfall von Außenstellen einhergehen, die es in Sachsen derzeit noch in Dresden, Chemnitz und Leipzig gibt. Jahn, der im Juni für fünf Jahre im Amt bestätigt worden ist, und das Bundesarchiv sollen im Auftrag des Bundestags für einen „Transformationsprozess“ ein Konzept erarbeiten. Dafür reist Jahn derzeit durch den Osten Deutschlands.

In Dresden unterhielt er sich mit Tillich und Gemkow über die Zukunft der Unterlagenbehörde. Der Regierungschef machte vor dem Gespräch klar, es sei das Interesse des Freistaats, die bestehenden Strukturen „so lange wie möglich zu erhalten“. Der Bedarf an der Einsichtnahme in die früheren Stasi-Unterlagen sei im bevölkerungsreichsten Ost-Bundesland weiterhin hoch. „Ob und wie das umgesetzt werden kann, darüber müssen wir reden.“ Tillich verwies zudem auf die Erhöhung der Gelder für politische Bildung, mit denen auch die weitere Arbeit der Gedenkstätte Bautzner Straße gesichert werden soll. Laut Wagner bekommt der Verein derzeit vom Land 100 000 Euro pro Jahr über die sächsische Gedenkstättenstiftung. „Es wäre schön, wenn dies an die allgemeine Kostenentwicklung angepasst werden könnte“, sagte der Ex-OB.

Von Ingolf Pleil

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