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Tiefer Griff in den Reservetopf - Sächsische Landeskirche muss Rücklagen antasten

Tiefer Griff in den Reservetopf - Sächsische Landeskirche muss Rücklagen antasten

Sachsens evangelisch-lutherische Landeskirche kann ihren Haushalt 2013 nur durch einen tiefen Griff in den Reservetopf ausgleichen. Sie muss Geld aus Rücklagen entnehmen, die sie in den vergangenen Jahren gebildet hatte.

Dies sieht der Entwurf des Haushaltes vor, der auf der Herbsttagung des Kirchenparlamentes, der Landessynode, an diesem Wochenende in der Dresdner Dreikönigskirche zur Debatte steht.

Die Synodalen müssen einen Etat verabschieden, der 182,3 Millionen Euro umfasst, rund 1,7 Prozent mehr als der des laufenden Jahres, wie Finanzdezernent Reinhard Kersten erläutert. Ein mehr als drei Millionen Euro umfassendes Defizit müsse die Landeskirche ausgleichen, fügt er hinzu. "Ein deutlicher Beleg dafür, dass unsere Struktur zu teuer ist."

Deshalb hatte die Kirchenleitung bereits 2011 ein Kostensenkungsprogramm beschlossen. Diesem zufolge müssen bis zum kommenden Jahr rund 440 000 Euro eingespart werden. Schon in diesem Jahr sind dafür drei landeskirchliche Einrichtungen zusammengeschlossen worden: die Evangelische Erwachsenenbildung (EEB), die Frauenarbeit und die Männerarbeit. Statt von bislang drei werden sie nun nur noch von einem Pfarrer geleitet. Damit konnten die Kosten um etwa 89 000 Euro gesenkt werden, wie Kersten sagt.

Mit steigenden Kirchensteuern könne die Landeskirche auch 2013 rechnen. "Doch die Kirchensteuereinnahmen sprudeln nicht mehr so reichlich wie im vergangenen Jahr." Das Plus gegenüber 2012 liege bei lediglich 0,8 Prozent. Dies könne die unum- gänglichen Ausgabesteigerungen nicht auffangen. Deshalb werde eine Entnahme aus der Pensionsrücklage notwendig.

Finanzierung der Altersvorsorge für Pfarrer wird neu organisiert

Vor allem, weil die Landeskirche die Finanzierung der Altersvorsorge für Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter neu organisieren will. Dazu steigt sie zu Jahresbeginn 2013 bei der Evangelischen Ruhegehaltskasse in Darm- stadt ein. Sinn und Zweck ist, dass die sächsische Landeskirche dadurch auf längere Sicht weniger Geld aufbringen muss, um die Altersbezüge zu sichern, wie Kersten erläutert. Das erfordert jedoch eine Investition. Denn zunächst steigen die Beiträge erst einmal. Die Kirchgemeinden müssen einen höheren Anteil zahlen. Bekommen dafür jedoch mehr an Personalkostenzuweisungen von der Landeskirche. Dazu kommt die erwähnte Entnah- me aus der Pensionsrücklage - eine Million. "Ab 2017 kippt es", erläutert Kersten. "Der Entlastungseffekt für uns ist dann größer als die gestiegenen Beiträge."

Er hält diese Änderung für die beste Lösung: "Hätten wir es nicht gemacht, würde der Anteil für die Altersbezüge an unserem Haushalt künftig von Jahr zu Jahr steigen."

Evangelischer Entwicklungsdienst braucht mehr Geld

Mehr Geld ausgeben muss die Landeskirche 2013 für die Finanzierung des Evangelischen Entwicklungsdienstes. Dieser organisiert die entwicklungspolitische Arbeit der deutschen Protestanten. "Doch mit jedem kirchlichen Euro werden zwei Euro an staatlichen Fördermitteln erschlossen", erläutert Kersten. Höhere Ausgaben fordern ferner ein zusätzlicher Vorbereitungsdienstkurs, die Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017, eine neue Bildungskonzeption, ein Jugendkongress und die Organisation eines "Taufsonntags".

Auf dem Programm der Synodaltagung stehen ferner Berichte: Der Landesbischof, die Kirchenleitung und das Landeskirchenamt werden Bilanz ihrer Arbeit in den zurückliegen- den zwölf Monaten ziehen. Im Kir- chenleitungsbericht soll es unter anderem um Bibelverständnis, kirchliche Tradition und ethische Fragen gehen. Hintergrund ist die Zulassung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Pfarrhäusern unter bestimmten Umständen. Die Leitung der Landeskirche hatte dazu einen Gesprächsprozess initiiert.

Debattieren und abstimmen wollen die Synodalen zudem über liturgische Texte für spezielle Gottesdienste, eine sogenannte Agende. Sie regelt die Berufung, Einführung und Verabschiedung von Pfarrern und kirchlichen Mitarbeitern. Debattiert werden soll auch noch einmal über das Abendmahl mit Kindern. Mit einem Diskussionspapier hatte die Landeskirche 2010 die Gemeinden angeregt, getaufte Kinder schon längere Zeit vor ihrer Konfirmation am Abendmahl teilnehmen zu lassen. Tomas Gärtner

Finanzsituation : 2011 rund 1,36 Millionen Euro mehr an Einnahmen aus Kirchensteuer; dadurch möglich, die auf 3 Millionen Euro veranschlagte Entnahme aus Rücklage zum Ausgleich des Haushaltes auf fast 1,04 Millionen Euro reduziert; geplantes Kirchensteueraufkommen 2012 von 85 Millionen Euro; Kirchensteueraufkommen 2011 82,4 Millionen; 13,5 Millionen Euro Einnahmen aus Kirchgeld (Zahlungen der Mitglieder direkt an ihre Kirchgemeinde)

Haushaltsplanentwurf 2013 : Volumen von 182,3 Millionen Euro; Steigerung gegenüber 2012 um 1,7 Prozent; Prognose Kirchensteueraufkommen rund 85,7 Millionen Euro (Plus 0,8 Prozent gegenüber 2012); Entnahme aus Pensionsrücklage von einer Million Euro nötig; EKD-Finanzausgleich sinkt um 0,8 Prozent; Staatsleistungen steigen um 2,4 Prozent

Besondere Ausgaben : Lutherdekade / Reformationsjubiläum 200 000 Euro; zusätzlicher Vorbereitungsdienstkurs 300 000 Euro; Landeskirchentag 2014 rund 100 000 Euro

weitere Themen : Kirchenmusik; Abendmahl mit Kindern; Agende zu "Berufung - Einführung - Verabschiedung"; Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig; Berichte von Landesbischof, Kirchenleitung und Landeskirchenamt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.11.2012

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