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Terrorprozess findet in neuer Flüchtlingsunterkunft in Dresden statt

Freitaler Bürgerwehr Terrorprozess findet in neuer Flüchtlingsunterkunft in Dresden statt

Der Prozess gegen die rechtsterroristische „Gruppe Freital“ soll in einer neu entstehenden Flüchtlingsunterkunft in Dresden stattfinden. Das Oberlandesgericht Sachsen gab dafür am Freitag räumliche Gründe an.

Am Hammerweg baut der Freistaat gerade eine neue Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden/Freital.  Der Prozess gegen die unter Terrorverdacht stehenden Mitglieder der „Gruppe Freital“ soll in einer neuen Flüchtlingsunterkunft in Dresden stattfinden. Das Oberlandesgericht Sachsen gab dafür am Freitag räumliche Gründe an. Das öffentliche Interesse sei so groß, dass die Sitzungssäle am Oberlandesgericht nicht ausreichten. Weder am Oberlandesgericht, noch an Land- oder Amtsgericht gebe es ausreichend große Säle.

In dem Verfahren stehen sieben Männer und eine Frau wegen des Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung vor Gericht. Weitere Vorwürfe betreffen unter anderem Straftaten wie versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Der Gruppe wird vorgeworfen, in Freital und Dresden Flüchtlingsheime und Wohnungen von Gegnern angegriffen zu haben.

Über den Verhandlungsort hatte am Freitag zuerst die „Sächsische Zeitung“ berichtet. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest. Vermutlich beginnt er Ende 2016. Mit einer Anklage wird im August oder September berechnet. Alle Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt führt die Ermittlungen.

Die betroffene Flüchtlingsunterkunft entsteht derzeit am Dresdner Hammerweg und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Justizvollzugsanstalt. Das dürfte ein weiterer Grund für die Wahl des Prozessortes gewesen sein. Für die Verhandlung ist der Speisesaal der Unterkunft vorgesehen. Das Funktionsgebäude werde für die Zwecke des Prozesses angepasst, hieß es. Erst nach Ende der Verhandlung soll das Gebäude seinem ursprünglichen Zweck dienen. Die Landesdirektion arbeite bereits an Ausweichplänen für Asylsuchende.

Den Ermittlungen zufolge war es das Ziel der Gruppe, Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberunterkünfte und Wohnprojekte von politisch Andersdenkenden zu verüben. Dazu sollen sich die Mitglieder eine große Menge pyrotechnischer Sprengkörper aus Tschechien beschafft haben. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen Mitglieder der Gruppe 2015 drei Sprengstoffanschläge begangen haben: im September in Freital, im Oktober in Dresden und in der Nacht zum 1. November in Freital. Dabei wurde ein Mensch verletzt.

Die Beschuldigten sollen in unterschiedlichem Ausmaß beteiligt gewesen sein. Der Verdacht des versuchten Mordes richtet sich gegen vier Mitglieder der Gruppe, darunter die Frau.

Von dpa

Dresden, Hamerweg 51.089952 13.742856
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