Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Technisches Rathaus geht zurück an Landeshauptstadt

Flüchtlinge in Dresden Technisches Rathaus geht zurück an Landeshauptstadt

2010 zogen die Mitarbeiter Hals über Kopf aus dem Technischen Rathaus an der Hamburger Straße aus. Jetzt verdichten sich die Anzeichen dafür, dass das Gebäude wieder zurück an die Stadt geht.

In größter Eile werden die Räume im Haus 1 des Gebäudes an der Hamburger Straße bezugsfertig gemacht.

Quelle: Daniel Schröder

Dresden. 2010 zogen die Mitarbeiter Hals über Kopf aus dem Technischen Rathaus an der Hamburger Straße aus. Jetzt verdichten sich die Anzeichen dafür, dass das Gebäude wieder zurück an die Stadt geht. Das soll Teil einer Vereinbarung mit dem Freistaat Sachsen sein, der das Gebäude als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge nutzt (DNN berichteten).

Der Freistaat hat ein Problem: Bis Ende Oktober soll die nicht winterfeste Zeltstadt in der Bremer Straße durch einen Leichtbauhallen-Standort ersetzt werden. Aber: Statt 950 Asylbewerber in Zelten finden in den beheizbaren Hallen nur 540 Personen Platz. 410 Asylbewerber würden auf der Straße stehen. Der Freistaat will diese Menschen an Dresden abgeben. Zusätzlich zu den rund 3600 Asylbewerbern, die die Stadt noch bis zum Jahresende aufnehmen muss.

Das kann die Stadt nicht leisten – Anfang Oktober sind die Kapazitäten in den städtischen Heimen und Belegwohnungen erschöpft. Jetzt scheinen Stadt und Freistaat nach DNN-Informationen einen Kompromiss ausgehandelt zu haben: Die Stadt übernimmt die 410 Asylbewerber aus der Bremer Straße in ihre Obhut und kann dafür das Technische Rathaus mieten. In dem Gebäude könnten bis zu 1500 Menschen halbwegs vernünftig untergebracht werden. Die Stadt könnte sich eine kurze Atempause bei der Suche nach Quartieren verschaffen.

In dem Gebäudekomplex an der Hamburger Straße, der teilweise schon von Erstaufnahme-Flüchtlingen bewohnt wird, herrscht hektisches Treiben: Handwerker geben sich die Klinke in die Hand und richten die Räume für ihre neuen Bewohner vor. Auch Inventar wird schon angeliefert. Dabei handelt es sich nicht um die Feldbetten, die das DRK in der Erstaufnahme verwendet, sondern stabile Doppelstockbetten.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte am Donnerstagabend vor dem Stadtrat verdeutlicht, vor welcher Herausforderung die Stadt bei der Unterbringung von Flüchtlingen steht. „Wir konzentrieren in der Verwaltung die Ressourcen, um die nötigen Unterbringungskapazitäten zu schaffen.“ Da aber auch der Freistaat händeringend nach Erstaufnahmekapazitäten sucht, gibt es mitunter ein regelrechtes Wettrennen um Immobilien wie das Terminal 2 am Flughafen Klotzsche, das die Stadt auch gern als Flüchtlingsunterkunft genutzt hätte. Doch der Freistaat war schneller.

Die Flüchtlingskrise wird zur Stunde von Goldgräbern und Glücksrittern, die der Stadt abgewirtschaftete Immobilien teilweise zu Fantasiepreisen anbieten. Die designierte Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) bestätigte den DNN, dass die Stadt mehrere Hotelgebäude auf ihre Eignung als Flüchtlingsunterkunft prüfe. Auch die stadteigene Stadtentwicklungsgesellschaft Stesad GmbH sei in das Problem eingebunden und soll Quartiere beschaffen.

Wie lange es gelingt, die Unterbringung der Asylbewerber einigermaßen geordnet zu gewährleisten, hängt von den weiteren Aktivitäten des Freistaats ab. Gelingt es dem Land, wie angekündigt 5000 Flüchtlinge pro Monat auf die Kommunen zu verteilen, kämen davon rund 650 nach Dresden. Längst bereitet sich die Verwaltung mit einem Notfallplan auf den Ansturm vor. Dann werden auch Notunterkünfte in Turnhallen kein Tabu mehr sein. Das Schulverwaltungsamt sollte längst eine Liste erstellen, welche Hallen am ehesten für Schul- und Vereinssport verzichtbar seien. Aber auch kulturelle Einrichtungen wie Museen werden nach DNN-Informationen intensiv geprüft.

Thomas Baumann-Hartwig

51.058557 13.704963
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.