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Tausende Pegida-Gegner demonstrieren friedlich in Dresden

Pegida am 21. Dezember Tausende Pegida-Gegner demonstrieren friedlich in Dresden

Mehrere tausend Menschen haben am Montag in der Innenstadt friedlich gegen Pegida demonstriert. Pegida selbst versammelte 6000 bis 7000 Menschen am Königsufer - zum letzten Mal in diesem Jahr.

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Quelle: dpa

Dresden. Mehrere tausend Menschen haben am Montag in der Innenstadt friedlich gegen Pegida demonstriert. Sie trafen sich auf dem Theaterplatz und dem Schlesischen Platz. Zu den Kundgebungen hatten das Bündnis „Herz statt Hetze“ und eine Privatperson aufgerufen. Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ mussten deshalb mit ihrer letzten Demonstration in diesem Jahr auf einen anderen Platz ausweichen.

21.12. Pegida am Königsufer

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Nach einem juristischen Tauziehen, das bis zum frühen Nachmittag dauerte, stand fest: Pegida muss ans Königsufer ausweichen. Dort trafen sich Schätzungen zufolge zwischen 6000 und 7000 Anhänger der asyl- und islamfreindlichen Bewegung. Bis zum Abzug der Pegidisten am Abend gegen 20.30 Uhr blieb es weitgehend ruhig in der Stadt, abgesehen von zwei brennenden Autos. Dabei handelte es sich um einen Audi mit Pirnaer Kennzeichen und einen Opel mit Bautzner Nummernschild. Beide Fahrzeuge standen hintereinander nahe der Ecke Ziegelstraße/Rietschelstraße (Pirnaische Vorstadt). Die Polizei ermittelt.

Nach Abschluss der Kundgebungen wurden vereinzelt Feuerwerkskörper geworfen. In der Neustadt zündeten Randalierer mehrere Müllcontainer an. Ob die Krawallmacher zu Gruppen der Linksextremisten oder Neonazis gehörten, sagte die Polizei nicht. Ein Sprecher meinte nur, einige „Unbelehrbare“ hätten versucht, Polizisten zu provozieren. Linksradikale Demonstranten lieferten sich nach Angaben von Beobachtern Rangeleien mit der Polizei. In der Neustadt sollen zudem Rechtsextreme auf ihre Gegner eingeschlagen und dabei eine Person verletzt haben. Medienberichte über Festnahmen wurden zunächst nicht bestätigt. Nach Polizeiangaben wurden aber mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Rund 2500 Beamte waren im Einsatz, um die Demonstranten voneinander zu trennen. Darunter waren auch Hundeführer und berittene Polizisten. Außerdem hatte Polizeipräsident Dieter Kroll mehrere Wasserwerfer und Räumpanzer angefordert, um eingreifen zu können. Von Hubschraubern aus beobachteten die Beamten das Geschehen im Stadtzentrum. Der Aufwand, den die Polizei betrieben hat, entsprach etwa dem vom Pegida-„Geburtstag“ am 19. Oktober. Besucher der Innenstadt mussten umfangreiche Behinderungen in Kauf nehmen. So waren die Augustusbrücke und die Carolabrücke vorübergehend dicht, auf der Carolabrücke konnten auch keinen Straßenbahnen fahren. Die Köpckestraße war gesperrt, weil die Polizei dort aus Fahrzeugen eine Barriere aufbaute.

An allen Versammlungsorten stand Musik im Mittelpunkt. „Herz statt Hetze“ bekam dabei auf dem Theaterplatz Unterstützung von Mitgliedern der Semperoper, die unter anderem vor dem Haus die „Ode an die Freude“ sangen. Auf dem Schlesischen Platz spielten Bands, auch Weihnachtslieder hatten sie im Repertoire. Und Pegida versuchte sich im Weihnachtsliedersingen.

Auf der Pegida-Bühne am Königsufer sprachen am Montagabend unter anderem Lutz Bachmann und Tatjana Festerling. Bachmann kündigte weitere juristische Schritte an. Pegida will damit beweisen, dass die per Gericht bestätigte Platzzuweisung der Stadt interessengesteuert war. Eigentlich habe das städtische Ordnungsamt selbst den Schlesischen Platz als Versammlungsort vorgeschlagen, sagte Bachmann. Tatjana Festerling forderte die Pegida-Anhänger zur „Heimatverteidigung“ auf und ließ keinen Zweifel daran, dass dabei jedes Mittel recht ist. Auch „unanständige Methoden“ finde sie in Ordnung, edel sei solche „Heimatverteidigung“, sagte die gescheiterte OB-Kandidatin der Pegidisten.

Aus Protest gegen die Pegida-Kundgebung am Elbufer schaltete das Finanzministerium seine Lichter aus. Damit solle ein Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz gesetzt werden, hieß es. Auch die Kunstakademie blieb dunkel.

Das nächste Pegida-Treffen in Dresden soll erst im nächsten Jahr stattfinden. Bachmann kündigte es für den 4. Januar an. Das bedeutet, dass am nächsten Montag kein Pegida-Aufmarsch stattfindet. Auch am 11. Januar wollen die Pegidisten nicht in Dresden auftreten. Bachmann rief am Montagabend dazu auf, an diesem Tag in Leipzig zu demonstrieren, wenn das dortige Bündnis Legida ein Jahr alt wird.

Christoph Springer (mit dpa)

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