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Tatort-Kommissarin Karin Hanczewski im Interview

Dreharbeiten zum Dresden-Tatort Tatort-Kommissarin Karin Hanczewski im Interview

Die DNN waren zu Gast am Tatort-Set in der „Polizeidirektion Dresden“ und sprachen mit Karin Hanczewski, die die Rolle der Kommissarin Karin Gorniak spielt.

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Regisseur Gregor Schnitzler mit „seinen“ Darstellern Leon Ullrich, Karin Hanczewski und Martin Brambach am Set.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

DRESDEN.  Die DNN waren zu Gast am Tatort-Set im der „Polizeidirektion Dresden“ und sprachen mit Karin Hanczewski, die die Rolle der Kommissarin Karin Gorniak spielt.

DNN: Die ersten beiden Tatorte waren sehr unterschiedlich: einmal eine bunte Welt, die nicht so heiter war, wie sie nach außen dargestellt wird; einmal ein graues und düsteres Metier, aber mit humorvollem Unterton. Wo ist „Level X“ angesiedelt, welche Welt wird der Zuschauer sehen?

Karin Hanczewski: In diesem Fall haben wieder etwas ganz Neues. Zu unserem Tatort gehört es auf jeden Fall dazu, dass Humor eine große Rolle spielt. Aber das Thema ist schon sehr ernst und mehr düster als heiter.

DNN: Als welche Art von Humor würden Sie das bezeichnen?

Hanczewski: Er ist mehr unterschwellig und auf der zwischenmenschlichen Ebene angesiedelt. Wenn die Story und der Fall bitterer Ernst ist, passen da natürlich auch keine Gags rein. Aber besonders über die Figur des Michael Schnabel, der nicht immer politisch ganz korrekt ist oder einfach mal unüberlegt drauf los poltert, muss man manchmal schmunzeln. Das Miteinander zwischen ihm und den beiden Kommissarinnen macht das Team so großartig. Ich finde persönlich dieses Dreiergespann ganz toll, denn es zeigt, dass man bei aller Dramatik auch irgendwie mit Humor durch das Leben gehen kann.

DNN: In „Level X“ wird ein so genannter Prankster ermordet, ein Youtube-Star, der anderen Streiche spielt und dabei filmt. Ein relativ modernes Thema, mit dem sich nicht jeder auskennt. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Hanczewski: Mit diesen neuartigen „Pranks“ hatte ich noch nicht zu tun. Natürlich kennt jeder Videos, wo Leute mit versteckter Kamera aufs Korn genommen werden. Aber dass es regelrechte Stars auf Youtube gibt, die nur mit „pranking“ berühmt werden, wusste ich nicht. Das Thema ist meiner Meinung nach aber schon dadurch spannend, weil es etwas sehr Heutiges ist. Wir sehen, wie sehr manche Leute ihre Identität durch die sozialen Medien und ihre virtuelle Existenz definieren. Wie essenziell das Internet für manche geworden ist, wie sie sich dort mit Kritik und Mobbing auseinandersetzen müssen, wie schnell sich Dinge verbreiten und Einfluss auf das Leben nehmen.

DNN: Haben Sie sich im Vorfeld gezielt damit auseinandergesetzt?

Hanczewski: Nicht wirklich, weil dafür nicht die Zeit bestand. Das Drehbuch kam relativ knapp vor Drehbeginn. Aber ich glaube, dass das in diesem Fall gar nicht unbedingt nötig war, weil dieses Thema jedem irgendwie nahe ist. Social Media ist jederzeit präsent, fast jeder hat täglich damit zu tun oder ist irgendwie vernetzt. Egal, wie man dazu steht, man hat eine Beziehung und eine Haltung dazu.

DNN: Das Privatleben der Ermittlerinnen spielt im Dresdner Tatort eine große Rolle. Wie wichtig finden Sie das?

Hanczewski: Sehr wichtig. Ich mag es sehr und es trägt mit zur Spannung bei. Es gibt auf der einen Seite den Mordfall und parallel dazu eine private Ebene und Beziehungen untereinander. Dadurch nimmt man auch innerhalb der Geschichte verschiedene Rollen ein, einmal die der Polizistin, einmal die der überforderten Mutter oder verzweifelten Freundin.

DNN: Während die Fälle pro Tatort abgeschlossen werden, zieht sich die Privatgeschichte durch alle Teile. Ist das ein Mittel, um dem Zuschauer mehr zu bieten und den Menschen hinter der Ermittlerin zu zeigen?

Hanczewski: Das kommt auf den Zuschauer an. Einige mögen das sicherlich nicht, die interessieren sich nicht für die private Ebene. Allerdings kämpfen die Dresdner Ermittlerinnen mit Privatproblemen, die man als Zuschauer gut nachvollziehen und sich vielleicht sogar damit identifizieren kann.

DNN: Das Gespann Karin Gorniak/Henni Sieland ist sehr unterschiedlich. Während Sieland eher lockerer ist und einen gewissen ironischen Humor an den Tag legt, wirkt Gorniak zielstrebiger und ernster, fast schon mürrisch. Fällt Ihnen das schwer? Wie viel Hanczewski steckt in Gorniak?

Hanczewski: Man nimmt für seine Rolle immer ein Stück weit etwas aus sich, wendet aber auch Charakterzüge an, die sich aus der Rolle ergeben. Ich bin ein sehr positiver und humorvoller Mensch. Kommissarin Gorniak ist eher trocken, auf ihre Weise aber auch humorvoll. Ab und an lässt sie auch mal einen Spruch los. Durch die Beziehung mit ihrem Sohn sieht man außerdem, dass sie sehr warmherzig ist.

DNN: Was spielen Sie sonst gerne für Rollen?

Hanczewski: Unterschiedlich. Vor Kurzem habe ich eine Komödie gedreht, in der ich eine sehr schräge und spießige Person spiele. Und nächste Woche hat der Film „Lotte“ Premiere, in der ich die Titelfigur spiele. Sie ist eher derbe und vom Typ einsamer Wolf, die niemanden an sich heran lässt. Eigentlich eine Rolle, die man eher Männern zuschreiben würde. Aber das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

DNN: Was würden Sie sich für den Tatort noch als Thema wünschen?

Hanczewski: Eigentlich ist es nur wichtig, dass man einen spannenden und interessanten Fall hat und der Humor nicht zu kurz kommt. „Level X“ gefällt mir vor allem, weil sich die Story auf vielen Ebenen abspielt und das Thema relevant und aktuell ist. Wenn es so weiter geht mit dem Dresdner Tatort, bin ich sehr zufrieden.

DNN: Abschließende Frage: Was gefällt Ihnen an Dresden besonders gut?

Hanczewski: Ich finde es jedes Mal faszinierend, wenn man über eine der Elbbrücken fährt und dann den Blick auf die historische Altstadt hat. Wir beginnen oft sehr früh morgens an und sehen diese Kulisse im Licht des Sonnenaufgangs – das ist ein Wahnsinnsausblick. Ansonsten würde ich gerne mal in der Neustadt auf Erkundungstour gehen. Dazu bin ich leider noch nicht gekommen, aber während unserer Drehs dort ist sie mir sehr interessant vorgekommen.

Von Gerrit Menk

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