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Tagesmütterprozess in Magdeburg läuft – erst ein Entzug der Tagespflegezulassung in Dresden

Tagesmütterprozess in Magdeburg läuft – erst ein Entzug der Tagespflegezulassung in Dresden

Der Prozess gegen zwei Tagesmütter in Magdeburg erregt bundesweit Aufmerksamkeit. Seit Anfang Oktober stehen die Betreuerinnen vor Gericht, da sie kleinen Kindern Erbrochenes und Toilettenpapier in den Mund gestopft, sie geschlagen und gequält haben sollen.

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Quelle: dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft den Frauen vor, in den Jahren 2009 und 2011 insgesamt 89 Straftaten gegangen zu haben.

Auch in Dresden werden viele Kinder unter drei Jahren von Tagesmüttern- und väter betreut. Eine Anfrage von DNN-Online bei der Stadtverwaltung hat ergeben, dass es in Dresden bis dato keine Anzeige der Meldung wegen einer Kindeswohlgefährdung durch eine Dresdner Kindertagespflegeperson gegeben hat. „Allerdings gab es im Rahmen der fachlichen Begleitung eine schwierige Situation, bei der eine Kindertagespflegeperson die Aufsichtspflicht so praktizierte, dass eine Gefährdung der betreuten Kinder nicht ausgeschlossen werden konnte“, so Matthias Hirche, Mitarbeiter Kommunikation der Stadt.

Nach erfolgter Anhörung sei die die Zulassung dieser Kindertagespflegeperson widerrufen wurden. Die Meinung der Dresdner Eltern zum Thema Betreuung durch Tageseltern geht auseinander. „Ich habe von dem Prozess in Magdeburg in der Zeitung gelesen. Angst, mein Kind weiterhin zu unserer Tagesmutter zu bringen, habe ich keine“, erzählt Luise Mill, Mutter eines einjährigen Sohnes. „Für meinen Sohn ist die 1:4 Betreuung bei der Tagesmutter die beste und intensivste. Egal, ob jetzt eine Tagesmutter zwei Monate oder acht Jahren ausbildet wird“, ist sie sich sicher. „Mein Kind geht bewusst nicht zu einer Tagespflegepersonen. Nicht weil ich denke, dass Tageseltern meinem Nachwichs Gewalt antun, sondern weil ich Angst vor einer ungenügenden Ausbildung habe“, so Lutz Schneider, Vater einer zweijährigen Tochter.

„Ich denke einfach, dass 160 Stunden Lehrgang nicht ausreichen, um sich hauptberuflich um fünf Kinder zu kümmern“, erzählt der Vater. Die Stadt bekräftigt jedoch, dass die Arbeit der Kindertagespflegepersonen fachlich durch Beratungs- und Vermittlungsstellen sowie den Fachbereich Kindertagespflege im Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen begleitet und regelmäßig überprüft wird. Die Überprüfungen erfolgen nach Angaben der Stadt über Hospitationen bei den Tageseltern und einen fachlichen Dialog. Außerdem müssen alle Tageseltern alle fünf Jahre ein Wiederzulassungsverfahren bestehen.

Matthias Hirche betont außerdem die wichtige Rolle der Eltern. „Diese können in der Regel einschätzen, wie die Arbeit der Kindertagespflegeperson auf ihr Kind wirkt und wie sie selber mit einbezogen werden. Schwierigkeiten und Probleme sollen zwischen Kindertagespflegeperson und Eltern geklärt werden“, so der Sprecher. Sollte es einmal keine Einigung geben, stünden die Beratungs- und Vermittlungsstellen sowie der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen beratend, vermittelnd und wenn nötig auch intervenierend zur Verfügung.

Sollte doch einmal der Verdacht der Kindeswohlgefährdung aufkommen, erfolgt der Ablauf der Prüfung sowohl in den Beratungs- und Vermittlungsstellen als auch im Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen der Empfehlung des Dresdner Kinderschutzordners. Dieser wurde vom Jugendamt Dresden gemeinsam mit Dresdner freien Trägern der Jugendhilfe entwickelt. Zuerst würden die Beratungsstellen den Verdacht aufnehmen und prüfen, um ihn in akute oder latente Kindeswohlgefährdung zu unterscheiden, so die Stadtverwaltung. Bei Bedarf leiten die zuständige Stellen Schutzmaßnahmen ein und informieren sowohl die Sorgeberechtigten als auch Jugendamt. Bei Erhärtung des Verdachtes droht im schlimmsten Fall der Widerruf der Zulassung der Tagespflegeperson.Bevor Tageseltern Kinder betreuen dürfen, müssen sie eine Ausbildung zur Kindertagespflegeperson absolvieren. Der Lehrgang umfasst 160 Stunden auf der Basis des Curriculums des Deutschen Jugendinstitutes München. Die Lehrinhalte wurden vom Deutschen Jugendinstitut strukturiert.

 In Dresden gibt es nach Stadtangaben unterschiedliche Fortbildungsträger, die die Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson anbieten. Je nach Träger, wird die Ausbildung zeitlich unterschiedlich umgesetzt. Die Dauer variiert dadurch, je danach ob die Seminare einmal in der Woche oder an jedem Freitagnachmittag und Samstag stattfinden.

Nach der Seminarphase erfolgt eine Prüfung. „Die Prüfung erfolgt entweder über ein Kolloquium oder schriftliche Hausarbeiten (Gruppenarbeiten sind auch möglich). Die Prüfung wird durch den Fortbildungsträger durchgeführt“, so Matthias Hirche. Nach bestandener Prüfung bekommen die Absolventen das Prüfungszeugnis des Bundesverbandes für Kindertagespflege. Das Zertifikat wird bundesweit anerkannt. Nach der Prüfung stehen die Feststellung der persönlichen und fachlichen Eignung sowie die Prüfung der Räumlichkeiten durch den Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen auf dem Plan. Am Eignungsfeststellungsverfahren sind auch die drei Beratungs- und Vermittlungsstellen für Kindertagespflege, Kinderland Sachsen e.V., Malwina e.V. und outlaw g.GmbH beteiligt.

Julia Vollmer

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