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Tag des offenen Denkmals in Dresden gewährt am 14. September ungewohnte Ein-, An- und Ausblicke

Tag des offenen Denkmals in Dresden gewährt am 14. September ungewohnte Ein-, An- und Ausblicke

Dresden steckt voller Überraschungen. Das erfahren all jene, die sich zum Tag des offenen Denkmals in der Stadt auf Spurensuche begeben. Über zehntausend Menschen sind es bestimmt, so eine vorsichtige Schätzung der Stadt.

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Manfred Wiemer (l.), Amtsleiter Kultur und Denkmalschutz, und Bernhard Sterra, Abteilungsleiter Denkmalschutz, haben in einem Zimmer des Alten Fährgutes Loschwitz Platz genommen. Die prächtige farbliche Gestaltung stammt von dem Expressionisten Peter August Böckstiegel, der vier Jahre hier lebte.

Quelle: Carola Fritzsche

Genaue Erhebungen gibt es nicht. Denn Eintritt wird in der Regel nicht verlangt, auch eine Anmeldung zu den angebotenen Führungen, Besichtigungen, Vorträgen u.a. Veranstaltungen ist nicht nötig.

Am Sonntag, dem 14. September ist es wieder so weit. Dann können 45 Dresdner Denkmale in Augenschein genommen werden. Darunter sind viele Gebäude, die sonst generell nicht oder nicht so ohne Weiteres öffentlich zugänglich sind, oder wo man hinter Türen blickt, die sonst der Allgemeinheit verschlossen bleiben.

Viele Denkmale waren noch nie in dieser Form zu sehen, andere tauchen schon seit Jahren immer wieder auf der Besichtigungsliste auf. Da der Tag des Denkmals aber jedes Jahr unter einem anderen Thema steht, rücken immer wieder neue Aspekte in den Mittelpunkt. Auf diese Weise kann man die Dauerbrenner - Kirchen, das Lapidarium oder auch das Festspielhaus Hellerau - immer wieder "mit anderen Augen" betrachten.

Diesmal steht die Farbe im Fokus der Betrachtung. Farbe sei eine der zentralen Ausdrucksformen bei der Gestaltung des Lebensumfeldes, erklärt Bernhard Sterra, Abteilungsleiter Denkmalschutz in der Dresdner Stadtverwaltung. "Farben spielen im Ritus und in der Religion, in der ethnischen Abgrenzung und zur Ordnung sozialer Hierarchien eine bedeutende Rolle. Darüber hinaus verbinden sie in der Kontinuität ihrer Verwendung Traditionen und sind zugleich für den Betrachter Ausdruck gegenwärtiger Lebenseinstellung. Farben können Geschichten erzählen und sogar mit Tabus belegt sein", formuliert es die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

In Farben schwelgen kann man beispielsweise im Alten Fährgut Loschwitz an der Friedrich-Wieck-Straße, in dem sich das Ristorante La Campagnola und eine Pension befinden. Eines der Pensionszimmer im zweiten Obergeschoss ist kraftvoll bemalt. Mit Farbe wurde hier nicht gekleckert, sondern geklotzt. Allerdings kam nicht der ausgefallene Geschmack des heutigen Stuttgarter Besitzers und auch nicht der des Ristorante-Betreibers Mimmo Calo zum Tragen. Farblich verewigt hat sich der expressionistische Maler Peter August Böckstiegel, der von 1915 bis 1919 dort lebte. Ein Schmuckstück ist auch die als Wohnhaus genutzte Villa Haniel an der Leubnitzer Straße, die man am 14. September besichtigen kann. Die Besucher erwartet dort ein prächtig ausgestaltetes neobarockes Treppenhaus. Der Politisierung von Farbe wird in der Gedenkstätte Bautzner Straße nachgegangen. Das Zusammenspiel von Farbe und Religion steht in der "Bilderkirche" in Leubnitz-Neuostra im Mittelpunkt. Stadtteilführungen in Blasewitz und auf dem Weißen Hirsch thematisieren farbige Aspekte im städtebaulichen Zusammenhang.

Eröffnet wird der Tag des offenen Denkmals am 14. September um 10 Uhr im Hans-Erlwein-Gymnasium, Eibenstocker Straße. Fachvorträge, Schülertheater und Führungen stehen auf dem Programm.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.09.2014

Catrin Steinbach

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