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TU-Studie: Mehrheit der Dresdner hält nichts von Pegida

Stadt ist bei Asyldebatte uneins TU-Studie: Mehrheit der Dresdner hält nichts von Pegida

Das Thema Asyl spaltet Dresden. In sämtlichen Altersstufen und Schichten finden sich verschiedenste Positionen: Der mit rund 40 Prozent größte Anteil der Dresdner Bevölkerung steht für eine offene Willkommenskultur und begegnet dem Thema Asyl mit Sympathie und Verständnis, so eine Studie der TU.

Quelle: TU Dresden

Dresden. Beim Thema Asyl ist Dresden weiterhin eine gespaltene Stadt. Laut einer am Mittwoch vorgestellten Studie am Institut für Soziologie der TU Dresden hegen 40 Prozent der Bevölkerung Sympathie für Asylsuchende. 20 Prozent hingegen sind Flüchtlingen gegenüber feindlich eingestellt. Die übrigen 40 Prozent sind unentschlossen. "Wenn sich Asylgegner in Dresden in der Mehrheit sehen, ist das eine Fehleinschätzung", sagt TU-Mitarbeiter Stefan Fehser, der die Umfrage mit durchgeführt hat.

Beim Thema Asyl ist Dresden weiterhin eine gespaltene Stadt. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie der TU Dresden

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Demnach sieht mehr als die Hälfte der Befragten keine Bedrohung für die hiesige Kultur und hätte auch kein Problem mit einer Asylunterkunft in der Nähe der eigenen Wohnung. Knapp die Hälfte fordert strengere Asylgesetze, jeder Vierte meint, dass Flüchtlinge den Sozialstaat ausnutzen wollen. Für über 50 Prozent ist Zuwanderung eine Bereicherung. Ebenfalls sagt eine Mehrheit, dass Muslime ihren Lebensstil hier behalten können sollen. Die meisten Dresdner seien laut Studie alles andere als politikverdrossen. Nur 25 Prozent sehen sich ohne Einfluss auf die Regierung, rund 20 Prozent halten es für sinnlos, sich politisch zu engagieren.

Deutlich ist die Einstellung der Dresdner zu den Inhalten von Pegida. Über 50 Prozent lehnt diese ab. Nur zwölf Prozent stimmen Pegida zu. "Die Dresdner Bevölkerung positioniert sich eindeutig gegen Pegida", so Stefan Fehser.

Pegida stehe damit keinesfalls für eine schweigende Mehrheit der Stadtbevölkerung. Auffallend ist: Bei nahezu jeder Frage ist die Zahl der Unentschlossenen relativ groß. Es gelte nun, diese Menschen zu erreichen, ihnen Hintergründe und Fakten transparent zu erklären. Das funktioniere aber auf den traditionellen Wegen der politischen Bildung nicht, so Michael Nattke vom Kulturbüro Dresden. Wichtig sei, die Menschen in ihrem Alltag zu erreichen. Er wünscht sich dafür, dass auch Sportvereine wie Dynamo oder die Dresdner Firmen als Arbeitgeber eindeutig Position beziehen.

Je Jünger die Befragten waren, desto aufgeschlossener sind sie Flüchtlingen gegenüber. Auch Menschen mit Hochschulabschluss erwiesen sich in der Umfrage als deutlich weltoffener. Je älter die Befragten werden, desto weniger Sympathie hegen sie. Bei den Über-60-Jährigen nimmt die direkte Ablehnung aber wieder ab, dafür ist hier die Zahl der Unentschlossenen am Größten. Bildung sei ein "sicherer Puffer" gegen Fremdenfeindlichkeit, so Fehser. Das Einkommensniveau habe hingegen keinen sichtbaren Einfluss gezeigt.

Für die Studie wurden vom 1. bis um 19. Juni dieses Jahres insgesamt 421 Dresdner telefonisch befragt, 219 davon speziell zum Thema Asyl. Die Stichprobe sei repräsentativ, so Fehser. Die Ergebnisse seien damit für ganz Dresden anwendbar. Dass vergleichsweise wenige Menschen und auch nur per Festnetztelefon befragt wurden, sieht er nicht als Problem. "Es hängt nicht an der Anzahl", so der Wissenschaftler. Wichtig sei, dass die Stichprobe der Angerufenen wissenschaftlich ausgewogen sei. Das sei erfüllt.

Dass sich die Situation in Dresden seit Juni wieder verschärft habe, sei ebenfalls kein Grund, an den Ergebnissen zu zweifeln, es sei vielmehr ein Vorteil. Denn die Studie habe nicht Meinungen, sondern grundlegende Einstellungen abgefragt. Im Juni konnten diese ohne die jetzigen Aufreger und die gestiegene Emotionalisierung des Themas Asyl erfasst werden.

sl

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