Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Google+
TU-Studie: Jeder elfte Sachse steht knietief in der Kreide

TU-Studie: Jeder elfte Sachse steht knietief in der Kreide

Wer in Sachsen über seine Verhältnisse lebt und pleite geht, ist meist arbeitslos, ledig und 42 Jahre alt. Überwiegend sind Männer ohne Bildungsabschluss von Insolvenz betroffen, die eher in der Großstadt leben, wie aus einer Studie der TU Dresden unter Leitung des kürzlich verstorbenen Wolfgang Donsbach hervorgeht.

Voriger Artikel
Bunte Vielfalt in Dresden: Tausende feiern interkulturelles Straßenfest
Nächster Artikel
Experten beraten in Dresden über Mittelmeerfieber
Quelle: dpa

Mit 10000 neu überschuldeten Personen über 18 Jahren hatte Sachsen demnach bundesweit den drittgrößten Anstieg. Als überschuldet gilt, wer seine laufenden Ausgaben, Zinsen und Tilgungen mit seinem Einkommen oder Vermögen nicht decken kann.

In Dresden ist demnach jeder elfte Erwachsene zahlungsunfähig, in Chemnitz jeder Neunte und in Leipzig jeder Achte. Unter den deutschen Großstädten hat Leipzig damit die vierthöchste Schuldnerquote. Bei den Landkreisen machte der Vogtlandkreis von 9,3 auf zehn Prozent den größten Sprung im Vergleich zum Vorjahr. 9,31 Prozent (Bund: 9,9Prozent) aller über 18-jährigen Sachsen stecken in Zahlungsschwierigkeiten, das sind rund 360000 Betroffene.

Der Studie zufolge führen vor allem unvorhergesehene Umstände wie Jobverlust, Trennung oder Krankheit in die Schuldenfalle, aber auch zu geringe Finanzkompetenz. "Die Klienten der Schuldner- und Insolvenzberatung haben durch ihre Eltern kaum den Umgang mit Geld gelernt", so die Autoren.

"Verbraucherbildung darf nicht nur ein Schlagwort sein", fordert denn auch Sachsens Verbraucherschutzministerin Barbara Klepsch (CDU). "Neben Aufklärung und Bildung setzen wir auf unabhängige Beratung." Verbraucherzentralen leisteten dies mit viel Engagement und Fachverstand. "Aber auch Eltern, Schulen und Banken müssen in dieser Hinsicht mehr tun", so die Ministerin.

Aus Scham oder wegen mangelnder Übersicht scheuen Betroffene den Weg zur Schuldenberatung. Die Zahl der Privatpleiten ist im ersten Halbjahr dieses Jahres in Sachsen sogar um 8,2 Prozent auf 2501 Fälle zurückgegangen. Dem Schuldenbarometer der Wirtschaftsauskunftei Bürgel zufolge liegen sowohl Sachsen mit 62 als auch Thüringen mit 48 Privatpleiten pro 100000 Einwohner unter dem Bundesschnitt (65). Die wenigsten Privatinsolvenzen bezogen auf die Einwohnerzahl gibt es bislang in Baden-Württemberg und Bayern (47), die meisten in Bremen (113) und Hamburg (90).

"Privatinsolvenz ist keine Schande", betont der Leipziger Insolvenzberater Thomas Griebel von der Verbraucherzentrale, "sondern ein legitimes Instrument, um einen finanziellen Neustart hinzubekommen." Unter günstigen Umständen könnten nach sechs Jahren die Restschulden erlassen werden. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres blieben Gläubiger auf über zwei Milliarden Euro ihrer Forderungen sitzen.

Winfried Mahr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
19.09.2017 - 13:00 Uhr

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dresden sowie der Verein "Gerede" laden in die Neustadt ein. 

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.