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TU Dresden übt Spagat zwischen "Tataren-Meldung" und Finanznot

TU Dresden übt Spagat zwischen "Tataren-Meldung" und Finanznot

Die Technische Universität Dresden sieht durch weitere finanzielle Kürzungen ihre hervorragende Arbeit in Forschung und Lehre gefährdet. Das erklärte der Rektor der TU, Prof Hans Müller-Steinhagen, am Freitag vor Journalisten in Dresden.

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Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden (Archivbild

Quelle: Dietrich Flechtner

Trotz bescheidener Finanzierung und der kontinuierlichen Reduzierung ihrer Mittel sei die TU bislang hervorragend aufgestellt.

Der Rektor verwies darauf, dass nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr die Länder bundesweit im Durchschnitt rund 8600 Euro pro Studierenden ausgegeben hätten. Sachsen liege mit rund 6600 Euro deutlich darunter. Rechne man die Differenz auf die Studentenzahl der TU hoch, müsse die Dresdner Uni mit 50 Millionen Euro weniger auskommen als bei einer durchschnittlichen Finanzausstattung. Ohne den medizinischen Bereich beläuft sich der Etat der Hochschule gegenwärtig auf rund 385 Millionen Euro. An der TU studieren gegenwärtig etwa 36.000 junge Menschen, von denen 25.000 innerhalb der Regelstudienzeit liegen. Das seien soviel Studenten wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Von einem „Finanzloch" von 50 Millionen Euro zu sprechen bezeichnete der Kanzler der TU, Wolf Eckard Wormser, aber als „Tataren-Meldung". Der Finanzrahmen des Landes würde natürlich eingehalten. Die Bilanzzahlen seien hervorragend. Eine Dresdner Zeitung hatte ihre Leser gestern mit der Nachricht überrascht und zur eiligen Einberufung der Pressekonferenz der TU beigetragen. Die TU könne Stühle und Tische nicht mehr kaufen und müsse den Zugang zu Studiengängen einschränken, hieß es unter Berufung auf eine interne Stellungnahme des Senats der TU.

Der Rektor gab sich zwar verwundert über die Berichterstattung, hatte die jedoch am Vortag die Angelegenheit grundsätzlich bestätigt. Am Freitag versuchte er, die Wogen wieder etwas zu glätten. Die Zahlen seien nichts Neues und das allgemeine Klagen über die Finanzausstattung täglich in den Medien. Gegenüber dem Jahr 2000 seien die Zuweisungen aber um rund 2500 Euro pro Student gesunken. 16 Hochschulen seien derzeit bei der bundesweiten Exzellenzinitiative um eine Förderung des Bundes in Millionenhöhe noch beteiligt. Mit ihrer Finanzausstattung rangiere die TU Dresden am Ende dieser Gruppe, mit 50 Millionen mehr würde sie zumindest ins Mittelfeld aufrücken.

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Gunter Thiele vom Institut für Telematik plauderte über Verkehrsmanagement. Als Tafel diente im eine Pappe.

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Bislang gebe es keine konkreten Pläne die Studentenzahl durch Zugangsbeschränkungen zurückzufahren. Dies wäre auch der falsche Weg, weil das Land die Fachkräfte brauche. „Wir müssen aber schauen, wie wir unsere Kompetenzfelder stärken können", sagte Müller-Steinhagen. Auf längere Sicht seien nicht alle Angebot der Uni aufrecht zu erhalten. Alle Studenten könnten aber ihre Abschlüsse machen, versicherte der Rektor. Schon jetzt würden manche Mitarbeiter der TU freiwillig und unentgeltlich die Lehre unterstützen. Im Zuge des vom Freistaat geplanten Stellenabbaus liefen derzeit Verhandlungen mit allen Fakultäten über Stellenstreichungen und die Einstellung von Studiengängen. Im Frühjahr sollen konkrete Ergebnisse vorliegen.

Er glaube nicht, dass die Debatte über die finanzielle Lage sich negativ auf die Bewerbung in der Exzellenzinitiative auswirke. „Ganz im Gegenteil", so übte Müller-Steinhagen den Spagat zwischen Klagen und positvier Selbstdarstellung. Es spreche für die „maximale Effizienz" der TU, die trotzdem über eine Spitzenstellung verfügt und zurecht den Anspruch habe, in die 1. Liga der deutschen Universitäten aufzusteigen. Es gebe auch viele Gespräche mit dem Freistaat. Müller-Steinhagen: „Wir sind nicht in der Situation, wo einer den anderen erpresst."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.01.2012.

Ingolf Pleil

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