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TU Dresden schickt ersten sächsischen Satelliten ins All

TU Dresden schickt ersten sächsischen Satelliten ins All

Die Technische Universität Dresden schickt den ersten sächsischen Satelliten ins All. „SOMP1“ soll Messdaten aus der oberen Atmosphäre im Weltraum liefern, teilte die Uni am Dienstag mit.

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Quelle: TU Dresden

Damit können vor allem Modelle zur Klimavorhersage optimiert werden.

Der Satellit wurde von Studenten der TU entwickelt und soll zwischen Freitag und kommendem Montag mit einer russischen Trägerrakete von Baikonur aus ins All befördert werden. An dem Projekt sind Studierende und Doktoranden der Fachrichtungen Luft- und Raumfahrtechnik, Mechatronik, Informatik, Energietechnik und Physik beteiligt. Der erste Startversuch erfolgt an diesem Freitag ab 12.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit.„Dieser Satellit dient vorrangig zur praxisnahen Ausbildung von Studenten“, sagte Tino Schmiel, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Raumfahrtsysteme.

Der Ingenieur ist Chef der Arbeitsgruppe Kleinsatelliten und Spin-off Technologien. Der Satellit aus Sachsen kommt „huckepack“ mit anderen Frachten in den Weltraum. „So wird der Start auch für studentische Kleinsatelliten bezahlbar.“ Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt finanziert auch das Dresdner Projekt mit, dessen Kosten auf etwa eine halbe Million Euro veranschlagt werden.Der würfelförmige „Picosatellit“ - so der offizielle Name dieser Satellitenart - hat eine Kantenlänge von etwa zehn Zentimetern und wiegt knapp ein Kilogramm.

Fünf Jahre Entwicklungszeit waren nötig, um ihn flugtauglich zu machen und mit Technik zu bestücken. Der Name „SOMP1“ steht für Student Oxygen Measurement Project. Der Satellit soll die Restatmosphäre in seiner Umgebung messen. Die hat es in sich. Denn Sauerstoff im Weltraum hat im Unterschied zu dem auf der Erde nur ein Atom. „Es ist sehr reaktionsfreudig“, umschrieb Schmiel die Herausforderung. Da das Atom sich unbedingt verbinden wolle, könne es eine zerstörerische Kraft entwickeln, wenn es mit etwa acht Kilometern pro Sekunde auf die Satelliten-Materialien trifft.„Man kann nicht alles perfekt schützen, auch die Solarzellen nicht. Die Solarzellen bringen deshalb im Laufe der Mission immer weniger Leistung“, erläuterte Schmiel.

Seine Mitarbeiter Dr. Andreas Weber und Paul Roßmann haben bis zuletzt in Baikonur Funktionstests durchgeführt. „Wenn alles planmäßig verläuft, wird „SOMP1“ schon einen Tag nach dem Start in etwa 600 Kilometern Höhe ausgesetzt und automatisch aktiviert“, berichtete Weber, der das Projekt im Jahr 2008 als Student mit initiierte und nun als Administrator mitwirkt. Der Satellit werde etwa 16 Mal am Tag einen Sonnenaufgang erleben.„Sobald die Solarzellen genügend elektrische Leistung für die Elektronik liefern und die Batterien aufgeladen sind, werden die Sensoren aktiviert und können für wenige Minuten pro Erdumlauf den atomaren Sauerstoff in der Umgebung messen“, sagte Schmiel. Der Satellit müsse mit nicht einmal zwei Watt auskommen - bedeutend weniger als eine moderne Energiesparlampe verbraucht. Die Solarzellen auf den Außenseiten aktivieren die Messsensoren und versorgen Bordrechner, Funkgerät und die Ladeeinheit der Batterien mit Strom. Alle Komponenten wurden in Dresden entworfen, gebaut und getestet. Inzwischen sitzt man hier schon am doppelt so großen Nachfolgemodell.

dpa

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