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TU Dresden entwickelt neue Analyse-Methode: Biopsychologen lesen Trauma aus den Haaren

TU Dresden entwickelt neue Analyse-Methode: Biopsychologen lesen Trauma aus den Haaren

Schlimme Traumata wie etwa selbst erlebte sexuelle Übergriffe oder schwere Verluste schlagen sich in den Haaren nieder: Der Körper schüttet unter der Belastung das Stress-Hormon "Cortisol" aus und das kann mittels einer am Institut für Biopsychologie der TU Dresden entwickelten Haaranalyse nachträglich noch sechs Monate später nachgewiesen werden.

Die Haar-Cortisolmessung könnte einerseits in der klinischen Medizin für Behandlungsfortschritte sorgen, da manche Traumata nicht als solche erkannt werden, unbehandelt aber zu chronischen posttraumatischen Belastungsstörungen führen können. Andererseits dürfte sich auch die Kriminalistik für die Methode interessieren, da die Richter in manchen Strafverfahren Übergriffe rein auf der Basis von naturgemäß subjektiven Zeugen-Aussagen beurteilen müssen. Ein klarer forensischer Trauma-Nachweis wäre dann hilfreich.

Laut TU-Angaben erleben etwa acht Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens ein schweres Trauma wie etwa "eine potenzielle oder reale Todesbedrohung, ernsthafte Verletzungen oder Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit bei sich oder anderen", so die Forscher. Bei besonders gefährdeten Berufsgruppen wie Polizisten, Rettungssanitätern oder Soldaten im Kampfeinsatz kann diese BTBS-Risikoquote aber auf bis zu 50 Prozent steigen. "Traumata, die von anderen Menschen absichtlich verursacht wurden, wie physische und vor allem sexuelle Angriffe, führen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einer posttraumatischen Belastungsstörung als zum Beispiel Verkehrsunfälle oder Naturkatastrophen", hieß es von der TU Dresden.

In einer Teilstudie haben die Dresdner Biopsychologen ihre neue Trauma-Messmethode bereits überprüft. Nun planen sie eine umfangreichere Studie, die einerseits längerfristige Auswirkungen von Traumata, andererseits die Folgen einer psychotherapeutischen Behandlung auf die Cortisol-Ausschüttung testen soll. Gesucht werden dafür noch Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren mit posttraumatischer Belastungsstörung, die eine psychotherapeutische Behandlung wollen, aber auch gesunde Menschen ohne schwere Trauma-Erlebnisse, um vergleichen zu können.

iKontakt:: Tel.: 0351/463 35896 oder per Mail an ptsd-studie@psychologie.tu-dresden.de (bei Diplom-Psychologin Susann Lange melden)

Weckbrodt, Heiko

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