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Super-Erde im Visier - Dresdner Astronom an sensationeller Entdeckung beteiligt

Super-Erde im Visier - Dresdner Astronom an sensationeller Entdeckung beteiligt

Außerhalb unseres Sonnensystems schwirren mindestens 850 so genannte Exoplaneten durchs Weltall. Die Voraussetzungen für Leben bieten allerdings gerade einmal zwei von ihnen.

Von christoph stephan

Einen dieser erdähnlichen Planeten hat ein internationales Forscherteam vor Kurzem entdeckt. Der Dresdner Astronom Enrico Gerlach war an dieser wissenschaftlichen Sensation entscheidend mit beteiligt.

"Der neue Exoplanet umläuft mit fünf weiteren den Stern HD 40307 und befindet sich rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Maler", berichtet Gerlach stolz. Der 34-Jährige arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lohrmann-Observatorium des Instituts für Planetare Geodäsie der TU Dresden.

Dass die Menschheit in ferner Zukunft, wenn die Erde zum Beispiel wegen des Klimawandels irgendwann einmal nicht mehr bewohnbar sein wird, auf den Planeten umsiedelt, glaubt er zwar nicht. "Dafür ist dieser Himmelskörper einfach viel zu weit weg, wir können ihn mit bloßem Auge ja überhaupt nicht sehen. Bedenken Sie, Licht schafft 300 000 Kilometer pro Sekunde und bräuchte 40 Jahre, um dorthin zu gelangen." Dennoch hält Enrico Gerlach die Entdeckung des Exoplaneten, der vermutlich das Siebenfache der Erdmasse aufweist, für bedeutsam. "Wenn es Forschern in der Zukunft gelingt, daraus Rückschlüsse auf die Entstehung von Planetensystemen zu ziehen, haben wir viel erreicht", meint der Dresdner Astronom.

Das Besondere an der weit entfernten Super-Erde ist, dass sie sich inmitten der habitablen Zone befindet. Das heißt, im Gegensatz zu den teilweise schon früher entdeckten Planeten, die den Stern HD 40307 umkreisen, liegt dieser Exoplanet weit genug von seiner Sonne entfernt, so dass seine Oberfläche nicht zu stark aufgeheizt wird und Wasser in flüssiger Form theoretisch vorkommen kann. "Bedingungen also, die als Grundvoraussetzungen für die Entstehung von Leben angesehen werden, denn nur so ist ein stabiles Klima möglich", betont Gerlach.

Wer annimmt, dass man im 21. Jahrhundert neue Planeten mit einem Blick durch hochmoderne Teleskope entdeckt, der irrt. Zwar unterhält die TU Dresden auf dem Triebenberg solch ein Gerät. Doch weder wäre das Sternbild Maler von hier aus zu sehen, denn es ist Teil des Südhimmels. Noch würde man den Planeten in Australien oder Südafrika ausmachen können, denn aufgrund der großen Entfernung würde er vom Licht seines Muttersterns schlicht und einfach überstrahlt werden.

Astronomen wie Enrico Gerlach behelfen sich deshalb mit Messreihen und nutzten in diesem Fall die Radialgeschwindigkeitsmethode. Die Wissenschaftler suchen dabei gar nicht direkt nach noch unbekannten Planeten, sondern per Spektralanalyse nach rhythmischen Schwankungen im Licht des Zentralsterns. Dieses "Wackeln" ist nicht selten ein Indikator für umlaufende Planeten, denn diese "zerren" wegen ihrer Schwerkraft an dem Stern. Solche Bewegungen führen zu einer Dopplerverschiebung des ausgesendeten Lichts. Ähnlich wie der Ton einer Sirene höher wird, wenn sich ein Krankenwagen nähert und tiefer, wenn sich der Wagen wieder entfernt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.11.2012

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