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Studie sieht Leipzig und Dresden dynamisch, jung und sexy

Studie sieht Leipzig und Dresden dynamisch, jung und sexy

Die Landflucht ist unaufhaltsam, das Durchschnittsalter steigt, die Bevölkerungszahl sinkt. Um eine satte drei viertel Million Einwohner wird Mitteldeutschland bis zum Jahr 2030 schrumpfen, sagt eine gestern veröffentlichte Bertelsmann-Stiftung voraus.

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Quelle: Grafik

Leipzig/Gütersloh. In dem Wegweiser für Kommunen wird auf den erheblich steigenden Pflegeaufwand hingewiesen. "Es wird immer schwieriger, eine gute Infrastruktur in den schrumpfenden und alternden Regionen zu gewährleisten", sagte Stiftungsvorstand Brigitte Mohn. Die größte Herausforderung sei, auch in einwohnerschwachen Regionen flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine angemessene Gesundheitsversorgung anzubieten.

Die größte Anziehungskraft in Mitteldeutschland hat Leipzig. Der Messestadt wird bis 2030 ein Wachstum von fast 14 Prozent zugetraut, gefolgt von Dresden (10,9 Prozent). Während Erfurt (3,9), Jena (0,7) und Weimar (1,8) immerhin noch ein leichtes Plus vorausgesagt wird, schrumpfen andere Regionen mehr oder minder stark.

Allein Sachsen verliert laut Studie 240 000 Einwohner, das entspricht immerhin der Größe einer Stadt wie Chemnitz. In fünfzehn Jahren werden im Freistaat nur noch 3,8 Millionen Sachsen leben. Besonders Kommunen wie Hoyerswerda (Kreis Bautzen), Falkenstein (Vogtland) und Gröditz (Meißen) verlieren mehr als 23 Prozent ihrer Bewohner. Verglichen mit anderen Bundesländern liegt die Bevölkerungsentwicklung von Sachsen im hinteren Mittelfeld. Wachsen werden die Stadtstaaten Berlin (plus 10,3 Prozent) und Hamburg (plus 7,5 Prozent) sowie das Bundesland Bayern (plus 3,5 Prozent). Dagegen verliert Thüringen einen beachtlichen Teil seiner Bevölkerung. Bis 2030 werde es 215 000 Thüringer weniger sein, was in etwa der Einwohnerzahl Erfurts entspricht und die Gesamtzahl auf 1,96 Millionen Einwohner schrumpfen lässt. Dem stärksten Rückgang sehen Ruhla (Wartburgkreis) und Greiz mit mehr als 23 Prozent ihrer Bewohner entgegen. Doch auch das Altenburger Land, der Kyffhäuserkreis und die Stadt Suhl dürften um rund ein Fünftel der Einwohner schrumpfen.

Im Bundesvergleich liegt die Bevölkerungsentwicklung Thüringens auf dem vorletzten Platz. Noch stärker schrumpft in den nächsten 15 Jahren nur Sachsen-Anhalt, nämlich um rund 310 000 Einwohner. Das drückt die Zahl der Sachsen-Anhalter deutlich unter die Zwei-Millionen-Marke. Während Magdeburg als Landeshauptstadt um 0,9 Prozent schrumpft, verlieren Halle (Saale) und Bitterfeld-Wolfen (Kreis Anhalt-Bitterfeld) in den kommenden 15 Jahren bis zu 27 Prozent ihrer Bewohner.

Landesentwicklungsminister Thomas Webel (CDU) will gegensteuern und lobte gestern den diesjährigen Demografie-Preis aus. "Das Engagement jedes Einzelnen zeigt das Interesse an der Gestaltung der Zukunft Sachsen-Anhalts", hielt Webel der düsteren Bertelsmann-Studie tapfer entgegen. Ob Nachbarschaftshilfe im ländlichen Raum, Familienhilfe-Einrichtungen oder Fachkräftebindung - das Engagement im Land sei groß, vielseitig und zeige auf, was machbar sei, betonte er.

Doch nicht nur die schrumpfende Bevölkerungszahl ist ein Problem, sondern auch die fortschreitende Alterung. 2030 wird die Hälfte der Sachsen älter als 50 Jahre sein. Die Zahl der Hochbetagten steigt um 41,3 Prozent auf 367 380 über 80-Jährige. Auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt ist der Alterungstrend deutlich: Allein im Altenburger Land soll das Durchschnittsalter von derzeit 51 auf 58 Jahre ansteigen.

Bundesweit wird es eine Steigerung von 47,2 Prozent auf dann 6,3 Millionen Senioren im Alter von 80 plus geben. "Mit dem Anstieg dieser Altersgruppe vergrößert sich auch der Unterstützungs- und Pflegebedarf in den Kommunen. Es droht die Gefahr von Versorgungslücken durch zu wenige Pflegekräfte", warnte Bertelmann-Stiftungsvorstand Mohn. Zu den "jüngsten" Kommunen Mitteldeutschlands gehören auch in 15 Jahren die Großstädte Dresden und Leipzig, beide mit einem Durchschnittsalter von 42,4 Jahren. Bei den Berechnungen ist berücksichtigt, dass Deutschland insgesamt von einer verstärkten Zuwanderung profitiert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2015

Winfried Mahr

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