Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Studie an der TU Dresden: Welche Rolle spielt Stress beim Essverhalten?

Studie an der TU Dresden: Welche Rolle spielt Stress beim Essverhalten?

Macht uns Stress dick? Das versucht Dr. Katja Petrowski, Leiterin des Forschungsbereichs Angst, Stress und Bindung an der Technischen Universität Dresden, herauszufinden.

Ihre Annahme: Psychischer beziehungsweise emotionaler Stress hat negative Auswirkungen auf unser Essverhalten. Gestresste Personen essen schneller und nehmen dabei mehr Nahrung und entsprechend mehr Kalorien auf. Im Rahmen einer Studie mit leicht übergewichtigen Menschen, dass heißt, die einen Body-Maß-Index über 30 haben, möchte sie diese Vermutung nun bestätigen.

"Wir konnten bereits anhand einer Studie mit Normalgewichtigen nachweisen, dass akut gestresste Personen mehr kauen, um dabei sozusagen Aggressionen abzubauen. Menschen, die sich subjektiv gestresst fühlen, neigen hingegen dazu, Essen hinunterzuschlingen", erklärt Dr. Petrowski. Besonders interessiert ist sie dabei an der hormonellen Verarbeitung des Stresserlebnisses. "Einige Menschen gehören zu den Stress-Essern, andere nicht. Wir vermuten, dass das mit dem Abbau des Stresshormons Cortisol zusammenhängt."

Im Rahmen der über zwei Jahre laufenden Studie werden die Probanden deshalb zwei Situationen ausgesetzt: Sie sollen nach einer Stresssituation essen beziehungsweise Nahrung zu sich nehmen, ohne dass sie sich gestresst fühlen. Für die erste Situation machen sie einen mentalen Belastungsstest, erzählen private Dinge und bewältigen Aufgaben. "Es handelt sich dabei um normale Alltagssituationen, die in der Regel bei jedem Menschen Stress auslösen", sagt Dr. Petrowski. Anhand einer Speichelprobe wird die Cortisol-Ausschüttung vor, während und nach dem Test gemessen und die Probanden beginnen zu essen. Die Vermutung: Bei adipösen, also übergewichtigen Menschen steigt der Cortisol-Wert im Blut stärker als bei Normalgewichtigen.

Wieviel Essen der Studienteilnehmer zu sich nimmt und wie genau er das tut, kann mit Hilfe eines kleinen Mikrofons bestimmt werden, das einem Hörgerät ähnelt und im Gehörgang platziert wird. Dieses gibt Aufschluss über die Kaueffizienz, die Kaufrequenz und die Häufigkeit des Herunterschluckens. Der anschließende Vergleich aller Messergebnisse soll dann darauf hinweisen, ob es Unterschiede hinsichtlich des Essverhaltens unter Ruhebedingung und unter mentaler Belastung gibt.

Bestätigt sich die Annahme der Studie, ergibt sich nach Aussage von Dr. Petrowski ein wichtiger Rat: "Nach dem Stresserlebnis sollte nicht direkt gegessen werden. Cortisol baut sich zum Beispiel durch Bewegung ab. Der Gang in die Kantine kann also schon dafür sorgen, dass sich unser Essverhalten verändert. Dabei ist es übrigens egal, was auf den Teller kommt." Das Essen am Schreibtisch sei also unbedingt zu vermeiden. Denn Zeit, um Cortisol nach einem Stresserlebnis abzubauen, bleibt uns sitzend nicht. "Dass Essen am Schreibtisch nicht gut ist, wissen wir natürlich schon länger. Aber dank unserer Studie können wir auch empirisch belegen, warum das so ist", sagt die Forschungsleiterin.

Für die Studie werden noch Probanden gesucht. Die Teilnahme ist freiwillig. Studienteilnehmer erhalten eine kleine, kostenlose Mahlzeit während beider Untersuchungen sowie eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro.

Interessenten, die an der Studie teilnehmen möchten, werden gebeten, sich bei Karin Rücker unter der Telefonnummer 0172/7 74 12 73 oder per E-Mail an Karin.Ruecker@tu-dresden.de zu melden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2014

Christin Grödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
21.10.2017 - 22:00 Uhr

Die Friedrichstädter können es ja doch! Ausgerechnet gegen Neuersdorf gelingt dem Dresdner SC der erste Heimsieg weil bei den Gästen ein Routinier mehrfach verballert!.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.