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Studie: Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro ab 2016 kostet Arbeitsplätze in Sachsen

Studie: Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro ab 2016 kostet Arbeitsplätze in Sachsen

Der von der SPD geforderte gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro könnte in Sachsen etliche Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor gefährden. Seitens der CDU soll der Mindestlohn frühestens 2016 eingeführt werden, wie ein CDU-Mitglied der laufenden Koalitionsgespräche verlauten lies.

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Symbolbild

Quelle: dpa

„Auch eine Einführung ab 2016 würde diese Entwicklung nicht stoppen. Wer denkt, dass die Arbeitgeber bis 2016 nicht frühzeitig reagieren, ist naiv“, sagte Marcel Thum, Professor für VWL und Finanzwissenschaft an der Technischen Universität gegenüber DNN-Online am Montag.

Besonders Ostdeutschland sei von einem Arbeitsplatzverlust betroffen, beurteilt Thum die möglichen Folgen. In der Studie „Ein Mindestlohn für Deutschland“, die er gemeinsam mit Professor Ronnie Schöb von der FU Berlin verfasst hat, beschreiben die beiden Wissenschaftler in verschiedenen Szenarien die Auswirkungen des Mindestlohnes. Im sogenannten Wettbewerbsszenario fielen demnach knapp eine Million Arbeitsplätze weg. „Knapp 2,7 Prozent der ostdeutschen Vollzeitbeschäftigten würden ihren Arbeitsplatz verlieren und besonders stark wären mit über 13 Prozent die ostdeutschen Aufstocker betroffen. Unter den Minijobbern würden bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro mehr als 500.000 ihren Arbeitsplatz verlieren.“

Auch bei einem niedrigeren Mindestlohn in Höhe von 7,50 Euro seien Beschäftigungsverluste unvermeidbar. „Ob Ost oder West, Bremen oder Stuttgart: Die Löhne in den Regionen sind unterschiedlich. Daher könnte man über die Mitsprache der Beteiligten vor Ort nachdenken“, sieht Thum eine mögliche Lösung. Allerdings bezweifelt er einen aufgeteilten Mindestlohn der Regionen, da dies politisch kaum gewollt sei.

Handwerk fordert verzögerte Umsetzung des Mindestlohns

In puncto Mindestlohn forderte der Präsident des Handwerkstages, Roland Ermer, am Montag in Dresden eine zeitlich verzögerte Umsetzung, sollte die Einführung bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin beschlossen werden. „Ja, das Thema Mindestlohn trifft auch das Handwerk und zwar besonders im ländlichen Raum", erklärte Ermer auf Nachfrage.

Ermer ist zugleich Chef der sächsischen Bäckerinnung und befürchtet, dass mit einem „umgehend eingeführten Mindestlohn die Bäcker in vielen Dörfern nicht überlebensfähig sind". Gerade auf dem Land aber, wo es schon kaum noch Gaststätten, keine Post und keine Sparkassen mehr gebe, seien die Bäcker und Fleischer fast die letzte Bastion von Dienstleistungsangeboten. Doch „Mindestlohn ohne Mindestleistung geht nicht", so Ermer. Gerade die Dienstleister unter den Handwerkern konkurrierten mit der Industrie, und wo ein Bäcker mit 50 Prozent an Lohnkosten kalkuliere, lächele eine Großbäckerei über 1,2 bis 1,5 Prozent. Ermer fordert bei der Einführung des Mindestlohns Augenmaß. Das könne eine schrittweise Einführung sein.

Dietmar Mothes, Vizepräsident des Handwerkstages und Chef der Chemnitzer Kammer, stellt klar, dass für weite Teile des Handwerks ein Mindestlohn irrelevant ist. Gerade im Bauhaupt und- Baunebengwerbe lägen die Stundenlöhne deutlich über den im Raum stehenden 8,50 Euro. Allerdings warnt er aus einem anderen Grund vor der Staatsräson: Er befürchtet ein Wiederaufblühen der Schwarzarbeit.

Bundesbank warnt vor Mindestlohn

Mit Blick auf die schwarz-roten Koalitionsverhandlungen hat die Deutsche Bundesbank vor einem flächendeckenden Mindestlohn gewarnt. Die von der SPD geforderte gesetzliche Vorgabe einer allgemeinen Lohnuntergrenze sei ein beträchtlicher Eingriff in die Lohnfindungsstrukturen und mit erheblichen Beschäftigungsrisiken verbunden, betonte die Notenbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht.

dbr/dpa/bast

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