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Studentenwerke brauchen 50 Millionen Euro - In Dresden noch kein Notstand bei Studentenwohnungen

Studentenwerke brauchen 50 Millionen Euro - In Dresden noch kein Notstand bei Studentenwohnungen

Das Dresdner Studentenwerk sieht gegenwärtig noch keinen Notstand beim Angebot für Studentenwohnungen in der Landeshauptstadt. Bei einem weiteren Anstieg der Mieten in der Stadt könnte sich die Lage aber zuspitzen.

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Wohnheime des Studentwerks an der TU Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Die Dresdner Landtagsabgeordnete Annekatrin Klepsch, hochschulpolitische Sprecherin der Linksfraktion, fordert allerdings höhere staatliche Zuschüsse, damit mehr Wohnungen für Studenten geschaffen werden können.

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Freie Wohnheimplätze in Sachsens Universitätsstädten sind nach wie vor rar, kommentierte Klepsch die Antwort von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange auf eine kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten. Mit Ausnahme Leipzigs übersteigt überall die Nachfrage das Angebot. Der Anteil an nicht bewilligten Anträgen auf einen Wohnheimplatz im Wintersemester 2014/2015 schwankt zwischen 21,4 Prozent in Dresden und 57,3 Prozent in Chemnitz-Zwickau. In Freiberg beträgt die Quote der Ablehnung von Anträgen 51,8 Prozent.

Den Studentenwerken fehle schlicht das Geld, um ausreichend studentischen und barrierefreien Wohnraum zu schaffen. Sie bezifferten den Investitionsbedarf landesweit insgesamt auf mehr als 50 Millionen Euro, erklärte Klepsch.

Das Dresdner Studentenwerk betrachtet die Lage allerdings noch nicht als dramatisch. „Die Situation ist nicht zufriedenstellend, aber auch nicht mit München, Frankfurt/Main oder Hamburg zu vergleichen“, sagte Karin Tzscherlich vom Geschäftsbereich Wohnen auf DNN-Anfrage.

Für das Wintersemester 2014/15 standen zum Stichtag 1. Oktober 644 Studenten auf einer Warteliste, 2013 waren es 892, im Jahr davor 652 und 2011 sogar 1014. „Das sind aber Momentaufnahmen zum Semesterbeginn“, erklärte Tzscherlich. Im Jahresmittel gebe es sogar Leerstand, das hänge einfach mit den Abläufen bei einem Studium zusammen.

Für die Ablehnung von Anträgen auf Wohnheimplätze gibt es verschiedene Gründe. Da gehörten natürlich fehlende Kapazitäten dazu. Das Studentenwerk denke jedoch derzeit nicht an den Ausbau des Angebots. Von den rund 6000 Plätzen seien derzeit noch etwa 1000 unsaniert. Diese Quartiere sollen zunächst auf einen modernen Stand gebracht werden. Dafür rechnet das Studentenwerk mit einem Bedarf von etwa 45 Millionen Euro.

Nach der Sanierung würden diese Wohnungen dann auch stärker nachgefragt. Bislang werden viele Anträge auf Wohnheimplätze auch abgelehnt, weil das Studentenwerk dem Antragsteller nicht das gewünschte Quartier anbieten kann. Hat der Student keine Alternative zu seiner gewünschten Wohnform angegeben, kann der Antrag nur abgelehnt werden. „Wenn die Einzelappartements alle vermietet sind, geht das nicht anders“, erklärte Tzscherlich. Dabei geht es jedoch nicht nur um den Wohnungstyp, sondern auch um die Nähe zur Uni beispielsweise. Und schließlich müssten Antragsteller auch Studenten sein, um einen Platz zu bekommen. Praktikanten, Schüler und andere Interessenten hätten im Wintersemester kaum eine Chance.

13 Prozent der Dresdner Studenten würden vom Studentenwerk mit Wohnungen versorgt. Daneben gebe es auch private Anbieter, bei denen nicht alles ausgelastet sei. Auch das Wohnungsunternehmen Gagfah biete Quartiere für Studenten. Bisweilen könnten diese Angebote allerdings etwas weiter von der Uni entfernt sein.

Tzscherlich geht auch davon aus, dass ein gewisser Teil der Antragsteller grundsätzlich noch in erträglichen Wohnverhältnissen lebt, etwa in der elterlichen Wohnung, aber trotzdem ein eigenes Quartier in Uni-Nähe sucht.

In der Gesamteinschätzung sieht das Studentenwerk daher derzeit „keinen akuten Handlungsbedarf“. Die Mieten sollten jedoch nicht immer weiter steigen. Das würde kleine preiswerte Wohnungen weiter verknappen, auf die sich auch junge Menschen orientierten, die eine Arbeit in Dresden haben. Ähnliche Überschneidungen bei der Nachfrage gebe es auch bei Familienwohnungen, die sowohl für Eltern mit Kindern interessant sind als auch für Studenten, die Wohngemeinschaften bilden wollen. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt sei derzeit aber kein Grund, sich gegen ein Studium in Dresden zu entscheiden, stellte Tzscherlich klar. „Zudem tut sich auch einiges bei den Investoren im Wohnungsbereich“, zeigte sie sich auch für die Zukunft zuversichtlich.

Die Linkenabgeordnete Klepsch warnte, dass es angesichts steigender Mieten und eines sinkenden Angebots an kleinen preiswerten Wohnungen im privaten Markt zu einer wachsenden Nachfrage nach Wohnheimplätzen kommen werde. Eine Entspannung der Wohnheimsituation sei also nicht in Sicht. Die Linkenfraktion will sich für eine weitere Erhöhung der Zuschüsse an die Studentenwerke einsetzen. „Niedrige Lebenshaltungskosten sind für potentielle Studieninteressenten ein wichtiges Kriterium für die Wahl des Studienortes“, sagte Klepsch.

Wissenschaftsministerin Stange hatte kürzlich jedoch bereits eine deutliche Erhöhung der Landeszuschüsse an die Studentenwerke angekündigt. Die CDU-SPD-Koalition will die Mittel fast verdoppeln auf dann zehn Millionen Euro im Jahr.

Ingolf Pleil

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