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Studenten der TU Dresden zittern um Zukunft der Geisteswissenschaften

Studenten der TU Dresden zittern um Zukunft der Geisteswissenschaften

Bei den Geisteswissenschaftlern an der TU Dresden hält die Unsicherheit über ihre Zukunft an. Grund sind anhaltende Finanzierungs- und Stellenkürzungen, die unter anderem mit dem Wegfall ganzer Forschungsbereiche oder Studiengänge einhergehen können.

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Quelle: dpa

Aufgrund des Sparkurses des Freistaats unterzieht sich die seit einem Jahr mit dem Exzellenzstatus versehene Dresdner Universität derzeit großen Einschnitten. Vereinbart wurde der Wegfall von 240 Stellen in den nächsten Jahren. So wurde im Juni bekannt, dass es ab Oktober 2013 nur noch einen einheitlichen Germanistik-Studiengang gibt. Bisher wurde zwischen Literatur- und Kulturwissenschaften auf der einen, sowie Sprach- und Kulturwissenschaften auf der anderen Seite unterschieden.

Viele Studenten zweifeln deshalb trotz der Beteuerungen der Uni daran, dass sie ihr bereits begonnenes Studium zum Abschluss bringen können, ohne das Fach wechseln oder Nachteile bei ihren Bafög-Zahlungen in Kauf nehmen zu müssen.

Nach der jüngsten Entscheidung ist deshalb eine noch zentralere Frage in den Mittelpunkt gerückt: Gefährdet die TU durch die Streichungen bei den Geisteswissenschaften ihren Status als Volluniversität? Ja, glaubt Gerhard Besier, hochschulpolitischer Sprecher der Linken im Sächsischen Landtag. Die Zusammenlegung der Germanistenstudiengänge sei „ein weiteres Puzzlestück im Bild vom Niedergang der Geistes- und Sozialwissenschaften im Freistaat Sachsen.“ Als weitere Beispiele benannte Besier den Wegfall der Hispanistik innerhalb der Romanistik und die geplante Halbierung der Professorenstellen am Institut für Philosophie. „Letzterer wird auch die Professur für Technikphilosophie zum Opfer fallen, die für eine Volluniversität, die nach der Verbindung der Fächergruppen strebt, eigentlich von zentraler Bedeutung ist“, warnt Besier.

Seine Parteigenossin Kristin Hofmann, die selbst an der Philosophischen Fakultät der TUD studiert hatte, schlägt in die gleiche Kerbe. Nachdem schon ein Großteil der Professuren der philosophischen Fakultät an der TU Dresden finanziellen Zwängen zum Opfer gefallen sei, komme der Wegfall von 50 Stellen durch das Förderende für den Sonderforschungsbereich 804 einem Todesstoß für die Geisteswissenschaften am Standort Dresden gleich.

Ab Juli 2013 wird der Sonderforschungsbereich 804 „Transzendenz und Gemeinsinn“ nicht mehr weiter durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Das Projekt befasst sich mit dem Zusammenhalt der Gesellschaft und gilt als eines der Aushängeschilder aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich der TU. Rund 50 Mitarbeiter seien von dem DFG-Entschluss betroffen. Der fiel negativ aus, obwohl der Sonderforschungsbereich bei der Bewerbung für den Exzellenzstatus eine tragende Rolle gespielt hatte. Zudem hatte erst im März eine Gutachterkommission den Sonderforschungsbereich bestens bewertet und dessen Weiterförderung empfohlen.

Holger Mann, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, weiß um die Probleme der Geistes- und Kulturwissenschaften. Für sie sieht er gegenüber naturwissenschaftlichen und technischen Fachbereichen einen strukturellen Nachteil bei der Drittmitteleinwerbung. „Die Folge: die deutliche Zunahme befristeter – teilweise prekärer – Beschäftigungsverhältnisse, die wiederum die Qualität von Lehre und Forschung gefährden“, erklärt Mann.

Aus dem Rektorat heißt es, die Kürzungen sollen nicht nach dem Rasenmäherprinzip erfolgen, sondern auf der Basis strategischer Entscheidungen zur weiteren Profilierung der Uni. Gleichwohl sollten Ingenieur- und Geisteswissenschaften keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden, auch den Status als Volluniversität wolle niemand in Frage stellen, weshalb auch alle Fakultäten erhalten bleiben. Rund ein Drittel der etwa 37.000 Studenten der TU Dresden sind in den Geistes- und Sozialwissenschaften eingeschrieben.

StS

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