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Student aus Dresden etabliert eigene Unternehmesberatung

Student aus Dresden etabliert eigene Unternehmesberatung

Nachdem er sein Rennrad am Fährgarten angeschlossen hat, zieht Johannes Rasch sein Sakko aus, knöpft die beiden oberen Knöpfe seines Hemdes auf und genießt am Elbufer die herbstliche Sonne.

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Den Laptop hat er meist dabei: Johannes Rasch ist noch Student und schon dabei, seine Beratungsfirma am Markt zu etablieren.

Quelle: Lars Müller

Seinen Laptop hat der Dresdner zwar dabei, der bleibt aber zugeklappt. Der 23-Jährige ist Unternehmensberater, eigentlich studentischer Unternehmensberater und derzeit mit dem Etablieren seiner eigenen Firma beschäftigt. Mit seinen Kommilitonen Tony Aendrich und Nikolas Schlömann will er vor allem den Mittelstand beraten und hat sich schon einige Aufträge an Land gezogen.

Dabei hat Johannes Rasch selbst noch nicht einmal den Bachelor in der Tasche, ist gerade Praktikant bei einem Energieversorger und schreibt dort seine Abschlussarbeit. Die Business-Welt und deren Gesetze kennt er indes längst aus reichlich Erfahrung, lernt aber, sagt er selbst, auch immer noch dazu. Der angehende Umweltingenieur arbeitet seit seinem Studienstart vor drei Jahren an der TU Bergakademie Freiberg in der dortigen studentischen Unternehmensberatung Prisma Junior Consulting mit, war zeitweise Chef des Vorstands und ist noch immer beratend aktiv. Rund 50 Studenten aus verschiedensten Fachgebieten sind im Schnitt bei Prisma dabei. Bundesweit bieten rund 60 studentische Unternehmensberatungen ihre Dienste an, die zumeist in Vereinsform organisiert sind.

"Die studentische Unternehmensberatung ist ein optimales Sprungbrett", ist Johannes Rasch überzeugt. "Die Arbeit unterscheidet sich grundsätzlich nicht von etablierten Unternehmensberatungen", erklärt er selbstbewusst. Bundesweit würden Aufträge angenommen. "Wir haben mit dem kleinen Stadtbäcker, Barbetreibern, Mittelständlern bis hin zu weltweit operierenden Konzernen zusammengearbeitet." Inzwischen fühlt sich Johannes Rasch sicher auf dem Wirtschaftsparkett und macht auch mit Anzug und Krawatte eine gute Figur. Oftmals zählt neben dem Wissen auch der äußere Eindruck. Wenn es um konkrete Firmennamen oder die Kosten für die studentische Beratung geht, wird der Dresdner aber einsilbiger. In diesen Fragen sei den Kunden Diskretion zugesichert, sagt er.

Beim Leistungsspektrum der Junior-Berater wird er offener: "Wir helfen bei unterschiedlichsten Fragen, wie Marktanalysen, entwickeln Marketingstrategien, suchen nach neuen Vertriebskonzepten oder dem richtigen Auftritt in sozialen Netzwerken." Doch selbst vor der Reorganisation einzelner Unternehmensteile oder Prozessmanagement schrecken die Studenten nicht zurück. "Wir schulen auch das Personal", beschreibt Johannes Rasch, "etwa im Rahmen von Workshops in MS Office-Anwendungen oder bei Software-Umstellungen."

Aufträge akquirieren die Studenten üblicherweise selbst. Sie gehen auf Wirtschaftsmessen oder beteiligen sich an Ausschreibungen. Kontakte vermitteln auch frühere Mitstreiter, die inzwischen in der Wirtschaft Fuß gefasst haben.

Beim Bundesverband Deutscher Unternehmensberater sieht man die Aktivitäten der studentischen Konkurrenz überwiegend positiv. Viele Mitgliedsunternehmen kooperierten sogar mit den Studentenfirmen und rekrutierten ihren Nachwuchs aus den studentischen Beratungen, erklärt ein Sprecher. Zwar seien die studentischen Beratungen, die keine hohen Personal- oder Mietkosten haben und von den Unis unterstützt werden, meistens preiswerter. Allerdings könnten Studenten auch nicht alle Leistungen erbringen. Geht es um Sanierungsfälle oder Probleme, die Spezialwissen erfordern, stießen die Einsteiger an ihre Grenzen. Der Konkurrenzgedanke könne deshalb vernachlässigt werden.

Das sieht auch Johannes Rasch so. Mit seiner kleinen Firma, der SAR Business Solutions, würden er und seine Mitstreiter insbesondere Aufträge übernehmen, die für die studentischen Kollegen in Freiberg nicht zu stemmen oder langfristiger angelegt seien. Er vollzieht gerade eine Art Spagat zwischen beiden Seiten - ist Selbstständiger und Student zugleich. Ein klares Konzept hat er schon mal für seine eigene Firma. Der Dresdner will sich darauf konzentrieren, für seine Kunden Prozessstandards unternehmensweit zu etablieren und Lösungen im Bereich Wissensmanagement zu erarbeiten. "Es geht darum, dass Wissen und Know-how älterer Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu erleichtern", erklärt Rasch.

Berater bei Prisma in Freiberg, Geschäftsführer in seiner eigenen Beratung und dazu noch aktiver Student kurz vorm Bachelorabschluss - für den Jungunternehmer heißt das derzeit mitunter, bis in die Nachstunden am Rechner zu sitzen. Als Ausgleich ist der junge Wirtschaftsprofi, der idyllisch quasi mitten in einem Radebeuler Weinberg aufgewachsen ist, mit seinem Rennrad unterwegs, powert sich beim Badminton aus oder entspannt beim Angeln an der Elbe. Handy und Laptop hat er dann aber doch meistens im Gepäck. Gerade in der Anfangszeit falle es schwer, die Arbeit einmal ganz auszublenden, sagt er.

www.sar-bs.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.10.2014

Lars Müller

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