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Stresemannplatz: Fünf 100-jährige Bäume können erhalten werden

Bürger retten Kastanien Stresemannplatz: Fünf 100-jährige Bäume können erhalten werden

Der Schock saß tief – im Oktober des letzten Jahres rückte die Stadt mit Kettensägen an. Ziel waren 14 Kastanien am Dresdner Stresemanplatz. Die Anwohner wurden nicht rechtzeitig informiert und wehrten sich. Ein Gutachten schenkt fünf Bäumen nun weitere zehn Jahre.

Die Kastanien am Stresemannplatz sind bis zu über 100 Jahre alt. Anwohner bewahrten nun fünf Bäume vor der Fällung.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Am 7. Oktober 2015 schaute der Striesener Reiner Doebelt nicht schlecht. Der Regiebetrieb Zentrale Technische Dienste rückte in den frühen Morgenstunden am Stresemannplatz an und begann damit, 110-jährige Kastanien zu fällen. In den folgenden Tagen fiel ein Baum nach dem anderen, die Bürger wurden vorher nicht informiert. Lediglich eine Online-Information auf der Homepage der Stadt rechtfertigte die Fällung kurz und knapp mit der Begründung, die Bäume würden aufgrund einer Pilzkrankheit die Sicherheit von Passanten gefährden.

Reiner Doebelt übernahm darauf die Initiative und setzte sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung. Er sammelte über 500 Unterschriften für den Erhalt der Bäume. Nachdem bereits sechs der 14 Kastanien gefällt wurden, gab es am 22. Oktober einen Vor-Ort-Termin mit den Verantwortlichen des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, an dem auch über 50 Anwohner und Ortsbeiräte teilnahmen. Es wurde gemeinsam entschieden, einen unabhängigen Experten einzusetzen, der den Zustand der verbliebenen acht Bäume prüfen sollte. Jetzt steht fest, dass fünf Bäume stehenbleiben dürfen.

Vier Kastanien werden die nächsten fünf bis zehn Jahren keine Probleme verursachen. Ein Baum befindet sich laut dem Gutachter in desolatem Zustand und muss innerhalb von sechs Wochen gefällt werden. Bei zwei weiteren wäre ein erheblicher Aufwand nötig, um diese zu erhalten. „Wir haben über 80 000 Bäume in der Stadt. Wir haben nicht die Ressourcen, um diese Bäume zu pflegen“, so Amtsleiter Detlef Thiel. Bei der letzten der acht Kastanien bleibt der Zustand noch ungeklärt. Sie ist von einer neuartigen Krankheit befallen. Ein weiteres Gutachten soll demnächst klären, wie es mit dieser Kastanie weiter geht.

Das Amt für Stadtgrün räumte Fehler bei der Kommunikation ein. „Wir hätten die Bürger eher informieren, und auf deren Begehren schneller reagieren müssen“, so Thiel. Reiner Doebelt freut sich über den Erfolg seiner Initiative: „Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, dass wir nun wenigstens fünf Bäume erhalten konnten.“ Die Stadt verspricht derweil eine bessere Kommunikationspolitik für die Zukunft. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt“, so Thiel. Im Zuge einer geplanten Sanierung von Trinkwasserleitungen in den kommenden Monaten durch die Drewag sollen auch über 20 neue Kastanien gepflanzt werden.

Von Sebastian Burkhardt

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