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Streit um Erweiterung der TU Dresden: Campus-Expansion nach Süden oder Osten?

Streit um Erweiterung der TU Dresden: Campus-Expansion nach Süden oder Osten?

Die TU Dresden will wachsen. Neue Gebäude brauchen Platz. Nur wo diese entstehen sollen, ist unklar. Die TU will über die Nöthnitzer Straße nach Süden expandieren.

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Das Hinterland der Nöthnitzer Straße in Dresden-Räcknitz soll bebaut werden.

Quelle: Stefan Schramm

Ein Architektenvorschlag bringt eine andere Option ins Spiel. Beide Wege stoßen bei den jeweiligen Anwohnern auf harsche Kritik.

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Auch Rehe leben dort.

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Statt gen Süden, wie derzeit präferiert, soll die Technische Universität in Zukunft vor allem in Richtung Osten wachsen. Das schlagen die Architekten des Frankfurter Büros „Speer & Partner“ in ihrem Rahmenplan für den Bildungscampus Südvorstadt vor, den sie für das Land, die TU und die Stadt Dresden erstellt haben.

Tatsächlich aber expandiert die Uni derzeit über die „Technologiemeile“ Nöthnitzer Straße nach Süden – was bei Anwohnern auf heftige Proteste stößt, wie sich bei einer ersten öffentlichen Präsentation des neuen Masterplans in einer Bürgerversammlung zeigte. TU-Prorektor Prof. Karl Lenz appellierte indes, der TU Raum für die Entwicklung zur Spitzenuni zu geben.

In ihrem Rahmenplan, der etwa bis 2020 realisiert werden soll, raten die Frankfurter Speer-Architekten, neben dem TU-Kerncampus im Westen und der „Hochschule für Technik und Wirtschaft“ (HTW) im Norden einen dritten Hochschul-Pol im Osten zu schaffen – am Zelleschen Weg nahe der Sächsischen Landes- und Uni-Bibliothek SLUB. Dort sollen geisteswissenschaftliche Institute angesiedelt werden, die wenig Krach machen und sich mit den Wohnhäusern ringsum vertragen. Dafür müssten eventuell einige Kleingärten verlagert werden. Doch Charme habe diese Lösung, weil man dank der geplanten Straßenbahntrasse am Zelleschen Weg eine sehr gute Erschließung durch öffentliche Verkehrsmittel bekomme, sagte Architekt Michael Heller vom Büro Speer. Dadurch könne man auf neue Parkplätze und -häuser verzichten.

„Sie wohnen ja nicht hier“, tönte es ihm da empört aus dem Publikum entgegen. Schon jetzt gebe es viel Schleichverkehr in den angrenzenden Wohngebieten durch Mitarbeiter der Uni und der außeruniversitären Institute. Die Parkplatzsituation sei eine Katastrophe. Gerade aber Wohnen und Forschen sollen laut Speer-Plan künftig Hand in Hand gehen: Damit eine selbsttragende Infrastruktur aus Gaststätten und Läden in der Südvorstadt entstehe, sei es sinnvoll, mehr Wohnhäuser am Campus zu errichten. Zudem schlägt Heller vor, das Dreieck aus Münchner, Nürnberger und Bergstraße mit einem architektonischen Blickfang zu bebauen. Das Speer-Büro bekam den Auftrag für den Masterplan, der die Leitlinien für Uni und Südvorstadt für die nächsten Jahrzehnte festzurren soll, jedoch erst, als viele Weichen bereits gestellt waren. So zeigte sich der Frankfurter wenig glücklich über das Bus-Testoval des Fraunhofer-Instituts IVI, das erst kürzlich nahe der Zeunerstraße fertiggestellt wurde – so richtig passe dies nicht zum Miteinander von Wohnen und Forschung.

Zudem expandiert die Uni bereits auf die Südseite der Nöthnitzer Straße. Dort entstanden und entstehen der neue Supercomputerkomplex, die Informatikfakultät und die neuen Technika für den – ebenfalls erneuerten – Mierdelbau. „Die Neubauten stinken und machen mit ihren Lüftern Krach“, schimpfte darüber ein Anwohner. Andere sahen die Kaltluftschneisen ins Elbtal gefährdet. Denn über den Rahmenplan hinaus hat die Stadt inzwischen für dieses Teilareal schon einen recht konkreten Bebauungsplan entworfen, der eine zweite Reihe von Uni-Neubauten gen Süden vorsieht, samt neuer Erschließungsstraßen.

Da half es auch nicht viel, dass TU-Prorektor Lenz die besondere Bedeutung der Uni für die ganze Stadt, für Jobs und technologische Perspektiven des Hightech-Standortes beschwor, einen Flächenbedarf von 90 000 Quadratmetern für die Exzellenzinitiative der TU ansprach: Die alteingesessenen Anwohner fürchten Krach, Verkehr und drohende „Verschattungen“ in ihren Vorgärten nahen. „Wegbaggern wollen Sie uns“, schimpfte der Vertreter einer Bürgerinitiative. „Sie spucken doch auf uns.“

Heiko Weckbrodt

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