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Streit in Dresdens Kleingärten um die Goldrute - gehasst und geliebt

Streit in Dresdens Kleingärten um die Goldrute - gehasst und geliebt

In Dresdner Kleingärten geht es offensichtlich der Goldrute an den Kragen. Sie gilt als invasive Pflanze und soll aus der kleingärtnerischen Idylle vertrieben werden.

Allerdings sind lediglich die Riesengoldrute (Solidago gigantea) und die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) verboten, weiß Volker Croy, Gartenbauingenieur und Fachberater im Stadtverband der Gartenfreunde Dresden. Zuchtformen der Goldrute dagegen seien erlaubt. "Aber da nicht jeder die Unterscheidungsmerkmale kennt, gibt es oft Streit um jede Pflanze."

Croy rät Kleingartenbesitzern, beim Kauf der Stauden zum Beweis gegenüber dem Verein das Sortenetikett aufzuheben oder vom Staudengärtner auf dem Kassenzettel die Art und Sorte notieren zu lassen. Der Kleingartenfachberater appelliert an die Vereine, Ziersorten nicht zu entfernen, denn "die nicht invasiven Goldrutensorten sind nicht nur attraktive, sondern vor allem für Bienen und Schmetterlinge wichtige Pflanzen."

Der Dresdner Staudengärtner Klaus Jentsch und andere Gärtner schütteln angesichts der Verteufelung der Goldrute den Kopf. "Es stimmt, dass die Riesengoldrute und die Kanadische Goldrute aus den Gärten verwildert sind und sich explosionsartig vermehren. Allerdings bilden diese Stauden keine Ausläufer, sondern vermehren und verbreiten sich durch Samen. Sie besiedeln vor allem Ruderalflächen. Bei einer Bewirtschaftung bzw. Beweidung gehen die Bestände stark zurück." Wieso ausgerechnet in Kleingartenanlagen, wo ja jeder sein Stückchen Grün hegt, pflegt und Unkraut jätet, ein Problem sein soll, erschließt sich dem Staudengärtner nicht.

Er und Gärtnerkollegen registrieren zudem anhand von Gesprächen mit Kunden immer öfter den Trend, dass so genannte nicht heimische Pflanzen aus Kleingärten entfernt werden müssen. "Dass man in Kleingärten keine Bäume pflanzt, die riesig groß werden und Pflanzen wie dem Riesenbärenklau und dem extrem wuchernden Sachalin-Knöterich den Kampf ansagt, darüber muss man nicht diskutieren." Doch pauschal alle nicht heimischen Pflanzen zu verbannen hält nicht nur er für reichlich unüberlegt.

"Wenn wir keine Neophyten - also Neubesiedler - hätten, dann würde es in unseren Gärten sehr trist aussehen. Über 90 Prozent unserer Beet- und Balkonpflanzen, fast alle Sommerblumen, viele Stauden, Blütengehölze und viele essbare Kulturpflanzen wie Kartoffeln, Tomaten, Gurken sind keine einheimischen Pflanzen. Sollen die alle wieder entfernt werden? Wollen manche Kleingärtner alleine sein - ohne Bienen und Schmetterlinge? Einen großen Teil der Blütentracht bringen ursprünglich hierzulande nicht beheimatete Pflanzen! Viele Insekten haben in der ausgeräumten Landschaft auf dem Land kaum noch Möglichkeiten zu überleben. Sie fliehen in die Stadt, weil es hier Blüten gibt. Das sollten wir bedenken."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.09.2015

Catrin Steinbach

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