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Streit am Neumarkt: Pferde, Kutschen und eine Sattelkammer

Palais Riesch Streit am Neumarkt: Pferde, Kutschen und eine Sattelkammer

Der Ton hat sich deutlich verschärft: „Es kann nicht das Problem der Dresdner sein, wenn sich ein Investor verkalkuliert. Wir wollen das historische Palais Riesch haben. Wir werden da auch hart bleiben“, erklärte Torsten Kulke, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft Historischer Neumarkt.

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So soll das „Palais Riesch“ nach dem Willen der Neumarkt-Gesellschaft aussehen.
 

Quelle: Visualisierung: Arte4D/GHND e.V.

Dresden.  Der Ton hat sich deutlich verschärft: „Es kann nicht das Problem der Dresdner sein, wenn sich ein Investor verkalkuliert. Wir wollen das historische Palais Riesch haben. Wir werden da auch hart bleiben“, erklärte Torsten Kulke, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND). Die GHND habe mehreren Zugeständnissen an den Investor zugestimmt. Das historische Gartenhaus und der Garten im Hinterhof des Palais Hoym seien bereits gestrichen worden. Die Rampische Straße 6 und die Landhausstraße 13 würden eine moderne Fassade erhalten. Obwohl eine Rekon­struktion der Fassaden angezeigt sei. „Aber jetzt ist Schluss. Wir lassen nichts zu, das zu Lasten des historischen Riesch geht“, kündigte Kulke an.

Die CG Gruppe wird das Quartier III/2 am Neumarkt errichten und hat vor wenigen Tagen einen modernen Entwurf für die Fassade des „Riesch“ an der Landhausstraße direkt neben dem Polizeipräsidium vorgelegt (DNN berichteten). Der Fassadenentwurf soll in einem neuen Wettbewerbsverfahren bis Ende April überarbeitet werden. Eine historische Rekonstruktion scheitere an verschiedenen baurechtlichen Normen und an einer Nutzung, hatte Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe, erklärt. Räume mit Deckenhöhen von bis zu 5,50 Metern seien schlicht nicht zu vermarkten.

Kulke erhebt Einspruch. Gröner habe beim Kauf des Grundstücks seine Mitbewerber um zehn Millionen Euro überboten. Dieses Geld wolle er jetzt wieder einspielen, indem er ein Maximum an Nutzfläche in die Gebäude „presse“. Wenn sich die CG Gruppe nicht in der Lage sehe, das historische Riesch zu bauen, so würden zwei Investoren bereitstehen. „Beide würden dem Investor die Fläche zu dem Preis abkaufen, die er gezahlt hat. Beide würden das historische Gebäude errichten und auch betreiben“, erklärte der GHND-Vorstandsvorsitzende. Um wen es sich bei den Investoren handelt, wollte er noch nicht öffentlich machen.

Kay Daniel Zareh, Marketingsleiter der CG Gruppe, erklärte gestern, er respektiere sowohl die Menschen, die die GHND unterstützen als auch die dort ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter. „Wir verstehen auch, dass die klare Erkenntnis der ,Nicht-Machbarkeit‘ einer historischen Fassade von dieser Seite nicht anerkannt werden kann.“ Er könne die GHND nur bitten, sich am erneuten Wettbewerb zu beteiligen und einzubringen.

Das Erdgeschoss des „Palais Riesch“ war laut Zareh für die Unterbringung von Pferden und Kutschen vorgesehen. Die darüber angeordnete Sattelkammer mit einer Stockwerkshöhe von zwei Metern würde eine Nutzung der Erdgeschossflächen und des ersten Obergeschosses extrem erschweren. „Ein Nutzungskonzept konnte nicht gefunden werden“, stellte Zareh fest.Auch Kulke weiß im Moment nicht, wie das „Riesch“ genutzt werden könnte: „Da muss man sich ernsthaft Gedanken machen. „

Bert Wilde, Dresdner Niederlassungsleiter der CG Gruppe, betonte, dass der Investor die GHND in alle Schritte einbezogen habe. Er sei darüber verwundert, dass die GHND auf der einen Seite keine potenziellen Nutzer benennen könne, aber auf der anderen von Investoren spreche, die eine Rekonstruktion des „Riesch“ realisieren wollten, so Wilde.

Thomas Löser, baupolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, erklärte dagegen: „Wenn es Interessenten gibt, die die historische Fassade bauen und das Palais auch betreiben, muss Herr Gröner genau erklären, warum er auf dieses Angebot nicht eingehen will.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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