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StreetArt-Künstler engagieren sich für legale Graffiti-Flächen in Dresden

StreetArt-Künstler engagieren sich für legale Graffiti-Flächen in Dresden

Akzeptanz für UrbanArt und Graffiti in der Dresdner Bevölkerung schaffen: Ein Ziel, dass sich die drei StreetArt-Künstler Jens Besser, André Krommer - besser bekannt als Andy K – sowie Christian Höhn selbst gesetzt haben.

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Die StreetArt-Künstler Andy K, Jens Besser und Christian Höhn engagieren sich für mehr legale Graffiti-Flächen.

Quelle: Nadine Steinmann

Unterstützung erhalten die drei nun von Torsten Schulze, Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Dresdner Stadtrat. Gemeinsam haben sie einen Antrag erarbeitet, mit dessen Hilfe mehr legale Flächen für Graffitikunst im Dresdner Stadtbild entstehen sollen. „Die Stadtverwaltung ist aufgefordert, ein Konzept zum Umgang und zur Förderung von UrbanArt zu erarbeiten“, so Schulze. In erster Linie sollen freie Flächen an öffentlichen Einrichtungen, wie beispielsweise Schulen, Kindergärten oder Ortsämtern, für die Jugendkultur freigegeben werden. Auch Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, den Dresdner Verkehrsbetrieben, Wohnungsgenossenschaften oder dem Verkehrsverbund Oberelbe sollen mit dem Ziel, neue Flächen zu erhalten, geführt werden.

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Grüne und StreetArt-Künstler werben für mehr legale Graffitti-Flächen.

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Anschließend fordern die Grünen eine gesamtstädtische Übersicht, an welchen Plätzen in Dresden legal gesprayt werden darf. „Dies kann dann in Form einer Straßenkarte auf der Internetseite der Stadt platziert werden“, erklärt Schulze. Ab Montag, den 7. April, geht der Antrag in insgesamt neun Ortschaftsräte und neun Ortsbeiräte. „Wir hoffen, dass sich der Stadtrat noch vor der Sommerpause mit unserem Anliegen beschäftigen kann, damit bis Ende des Jahres ein Konzept zur Umsetzung steht“, erklärt Schulze.

Hintergrund für den Antrag: In Dresden existiert, wie in vielen anderen Städten auch, seit Jahren eine aktive UrbanArt-Szene, die auch durch internationale Akteure besucht wird und einen regen Austausch mit anderen Städten und Ländern pflegt. „Wir hatten zum Beispiel schon Künstler aus Weißrussland oder Bulgarien zu Gast“, erklärt Jens Besser, der derartige Austauschprojekte regelmäßig privat organisiert. Er wünscht sich für die Stadt so viele neue Flächen wie möglich. „Es gibt gerade mal vier legale Plätze in Dresden. Das ist einfach zu wenig“, erklärt der Künstler.

Momentan haben Sprayer die Chance im Jugendclub Spike, an der Flutrinne, an der Scheune sowie am Jugendhaus Game, sich künstlerisch frei zu entfalten. „Aber gerade im Sommer kann man beispielsweise an der Scheune beobachten, wie im Zwölf-Stunden-Takt die Bilder wieder übermalt werden“, so Besser und fügt hinzu. „Das ist einfach schade, weil man viel Zeit und auch Geld investiert hat.“ Die Wände am Johannstädter Trinitatisplatz können übrigens nicht mehr legal besprayt werden. Die Fläche gehört mittlerweile einem neuen Besitzer, der die Graffiti nicht toleriert. „Nur leider weiß das kaum einer“, betont Sozialpädagoge Frank Meißner, der seit 2009 im Jugendclub Spike tätig ist.

Doch wie lässt sich den Dresdner Bürgern vermitteln, dass Graffiti nicht immer Schmierereien sind, sondern eine „Kunst mit viel Anspruch“, wie Besser meint. Ein Anfang bildet beispielsweise die Bahn-Bögen-Galerie am Bahnhof Mitte. Von 2005 bis 2007 gestaltete das Spike in einer Arbeitsgemeinschaft aus Künstlern in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Dresden und dem Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk Dresden 40 Bahnbögen mit verschiedenen Motiven, darunter zum Beispiel der Goldene Reiter, eine Unterwasser-Welt und Schloss Moritzburg. „Seitdem hat sich einiges geändert. Die Leute sehen, dass es auch solche Graffiti-Bilder gibt“, erklärt Meißner. Grundsätzlich habe sich auch an der Kultur generell etwas geändert. „Die Generation, die jetzt gerade nachkommt, fängt nicht mehr an, illegal zu sprayen, sondern bemüht sich um legale Plätze“, so der Pädagoge. Im Spike wird ihnen zudem die Möglichkeit gegeben, in verschiedenen Workshops die Techniken des Sprayens zu erlernen.

Ob es Jens Besser, Andy K und Christian Höhn schaffen, den Sprayern in Dresden mehr Akzeptanz zu verschaffen, entscheidet sich in den kommenden Monaten. „Grundsätzlich hat sich die Stadt in den vergangenen Jahren schon weiterentwickelt. Man kann sogar sagen, dass sie Deutschlandweit einer der Vorreiter ist, was Graffiti-Kunst anbelangt. Doch leider ist es eben immer noch zu wenig“, so die Künstler. Schaut man beispielsweise über die Ländergrenzen hinaus und nach Bulgarien, erlebt man eine ganz andere Kultur der UrbanArt. „Die Graffitis werden akzeptiert. An jeder Hauswand darf gemalt werden“, so Besser. Sicherlich ein Zustand, den sich für Dresden keiner wünscht, aber mehr als vier freigegebene Flächen, müssten nach Meinung der StreetArt-Künstler definitiv möglich sein.

Nadine Steinmann

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