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Strategiewechsel bei Dresden Nazifrei: Bündnis will ganzjährig aktiv werden

Schwerpunkt Bildung Strategiewechsel bei Dresden Nazifrei: Bündnis will ganzjährig aktiv werden

Das Bündnis Dresden Nazifrei wechselt seine Strategie. Das Blockadebündnis, das bisher größtenteils rund um den 13. Februar aktiv war, will künftig das ganze Jahr über präsent sein.

Albrecht von der Lieth und Franziska Fehst.
 

Quelle: S. Lohse

Dresden.  Das Bündnis Dresden Nazifrei wechselt seine Strategie. Das Blockadebündnis, das bisher größtenteils rund um den 13. Februar aktiv war, will künftig das ganze Jahr über präsent sein und vor allem die Hintergründe von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufdecken sowie Bildungsarbeit leisten.

„Wir haben gemerkt, dass es Probleme gibt, die mit Blockaden nicht zu lösen sind“, erklärt Bündnis-Sprecher Albrecht von der Lieth. Nach der zweitägigen Strategiekonferenz im Januar habe man die Arbeit des Bündnisses umgestellt. Dabei hätten alle Partner mitgezogen, keiner sei ausgeschert. Es sei allen Partnern bewusst, dass man neue Wege gehen müsse, so von der Lieth. „Das ist ein Prozess, in dem wir auch lernen müssen“, sagt er.

Neue Kampagne „Nichts gegen Dresden, aber...“

So ist zunächst eine einjährige Kampagne mit dem Titel „Nichts gegen Dresden, aber...“ geplant, die sich mit Alltagsrassismus, grundsätzlichen Ressentiments in der Bevölkerung und den sogenannten „sächsischen Verhältnissen“, also den Zusammenhängen zwischen Rechtsaußen und bürgerlicher Mitte im Freistaat auseinander setzt. Zum Start am 24. September ist ein Filmrundgang geplant, der 20 Uhr am Schauspielhaus beginnt. Zudem plant das Bündnis Flyer-Aktionen, um beispielsweise in einzelnen Stadtteilen auf rassistische Übergriffe aufmerksam zu machen.

Zweiter neuer Schwerpunkt ist die Bildungsarbeit, die vor allem die Dresdner Gedenkkultur in den Fokus nehmen will. So gab es laut Sprecherin Franziska Fehst bereits erste Workshops in Schulen, weitere sind geplant, auch an der TU will Dresden Nazifrei mit Workshops aktiv werden. Zudem ist in Zusammenarbeit mit der Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (ehs) ein Studium Generale geplant, dessen Ergebnisse in den jährlichen „Mahngang Täterspuren“ am 13. Februar einfließen sollen.

Blockade-Anspruch bleibt bestehen

Man habe bisher vor allem auf Naziaufmärsche reagiert, nun wolle man selbst aktiv öffentlich wirksam werden, beschreibt Fehst den Strategiewechsel. Zusätzlich zu der eher grundlegenden Bildungsarbeit will das Bündnis auch Schulungen anbieten, die das Versammlungsrecht oder Erste Hilfe bei Demos beinhalten, um Dresdner für Versammlungen gegen Fremdenfeinde und Rechtsextreme fit zu machen.

Denn ganz von der Straße will sich Nazifrei nicht verabschieden. „Wir geben nicht unsere Wurzeln auf“, so Sprecher von der Lieth. „Nazi-Demos gehören blockiert“, meint das Bündnis weiterhin. So werde Nazifrei auch künftig am 13. Februar auf der Straße sein, auch den zweiten Pegida-Geburtstag am 17. Oktober habe man auf dem Schirm. Wenn Nazis in nennenswerter Größenordnung auf der Straße seien, werde man da sein, verspricht von der Lieth.

Von Stephan Lohse

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