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Straßenmusik: Beschwerden über Krawallmacher häufen sich

CDU will mit SPD kooperieren Straßenmusik: Beschwerden über Krawallmacher häufen sich

„Führen Sie bei diesem Lärm mal ein Beratungsgespräch“, sagt ein Mediziner, der in einer Arztpraxis auf der Prager Straße arbeitet. „Es ist ohrenbetäubend, es ist unerträglich.“ Da helfe nur noch das Schließen der Fenster. In der warmen Jahreszeit keine angenehme Alternative. Streitpunkt ist einmal mehr die Straßenmusik.

„Beratungsgespräch unmöglich“: Straßenmusiker auf der Prager Straße.

Quelle: tbh

Dresden. „Führen Sie bei diesem Lärm mal ein Beratungsgespräch“, sagt ein Mediziner, der in einer Arztpraxis auf der Prager Straße arbeitet. „Es ist ohrenbetäubend, es ist unerträglich.“ Da helfe nur noch das Schließen der Fenster. In der warmen Jahreszeit keine angenehme Alternative. Die Räume heizen sich schnell auf. „So kann es nicht weitergehen. Es muss sich etwas tun.“

CDU-Stadträtin Christa Müller zeigt sich von solchen Beschwerden nicht überrascht. „Mich hat das Maß der Beschwerden erstaunt. Das Problem ist virulent“, erklärte die Kulturpolitikerin. Anwohner, Touristen, Handels- und Gewerbetreibende seien genervt von inzwischen stadtbekannten Amateurmusikern, die eher für eine Lärmbelästigung denn für lauschige musische Begleitung des Alltags sorgen würden. „Für die Dresdner Innenstadt ist das kein Aushängeschild. Kulturhauptstadt wird man so nicht“, meint Müller.

2014 habe die CDU strengere Regeln für die Straßenmusik gefordert, die von der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit nur ein Jahr später wieder aufgehoben wurden. „Die besagten strengen Regeln seien kunstfeindlich und diskriminierend, hieß es damals“, so die CDU-Stadträtin.

Seit der Lockerung der Regeln würden sie zahlreiche Beschwerden erreichen. „Mittlerweile häufen sich diese in einem Maße, dass selbst bei Teilen von Rot-Grün-Rot ein Umdenken stattfindet“, spielt Müller auf Äußerungen von SPD-Fraktionsvorsitzenden Christian Avenarius an, der Lärm müsse ein Ende haben (DNN berichteten). „Es ist Größe, Fehler zuzugeben“, meint Müller. Die CDU werde die SPD gerne unterstützen und hoffe, noch vor der Sommerpause zu einer vernünftigen Lösung zu kommen. „Das wäre ein Gewinn für die Dresdner Innenstadt.“

Der Mediziner schlägt vor, eine Auswahl der Straßenkünstler vorzunehmen. „Wir haben nichts gegen Straßenmusik. Wenn Violine unter unseren Fenstern gespielt wird wie heute früh, können wir damit leben“, erklärte er. Alternativ sollten besagte Krawallmacher eine halbe Stunde auftreten dürfen – am Tag. „Im Moment werden wir mitunter rund um die Uhr beschallt, mit höchstens zehnminütigen Pausen. Ein effektives Arbeiten ist uns da nur schwer möglich.“


Von Thomas Baumann-Hartwig

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