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„Straftaten haben zugenommen“ – Neustädter Clubbetreiber finanzieren private Security

Dresden-Neustadt „Straftaten haben zugenommen“ – Neustädter Clubbetreiber finanzieren private Security

Die Neustädter und ihre Gäste sollen sich wieder sicherer fühlen. Das ist das Ziel der Initiative „Respect – Save the Crowd“. Neustädter Club-, Spätshop- und Restaurantbetreiber haben sich zusammengeschlossen, um eine private Securitystreife zu finanzieren.

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Quelle: Archiv

Dresden. Die Neustädter und ihre Gäste sollen sich wieder sicherer fühlen. Das ist das Ziel der Initiative „Respect – Save the Crowd“. Neustädter Club-, Spätshop- und Restaurantbetreiber haben sich zusammengeschlossen, um eine private Securitystreife zu finanzieren. Seit Beginn des Jahres läuft nun die Pilotphase, die zunächst bis Ende Januar dauern soll. „Nach unserem Eindruck haben die Straftaten wie Taschendiebstahl, sexuelle Belästigung und respektloses Verhalten in unserem Viertel zugenommen und wir möchten unseren Gästen einfach wieder ein sicheres Gefühl vermitteln“, berichtet Initiator Stefan Schulz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft des Gewerbe- und Kulturverein Dresden Neustadt e.V.. Schulz betreibt in der Neustadt unter anderem die Clubs Katy's Garage und Downtown.

Über eine Notfallnummer sind die Securityleute für die rund 40 beteiligten Kneiper und Clubbesitzer, darunter auch die Inhaber des Hebedas, des Habibi oder der Studio Bar, zu erreichen und bei Bedarf anzufordern. Die Wachleute seien allesamt Mitarbeiter, die schon seit Jahren für die Clubs von Stefan Schulz arbeiten. Schulz weist aber daraufhin, dass es sich bei den privaten Wachleuten nicht um Polizeibeamte handelt. Durchgesetzt werden darf von der Security nur das Hausrecht des jeweiligen Betreibers. Das heißt Gäste, die gegen die Hausordnung verstoßen, dürfen des Platzes verwiesen werden. Die Security sei keine Bürgerwehr, das lehne er grundsätzlich ab, betont Schulz. Die Neustadt sei bunt und international und soll es in jedem Fall bleiben. Es gäbe im Zusammenhang mit der Zunahme der Straftaten vermehrt Probleme mit Menschen aus Nordafrika, doch Rassismus und Vorurteile wollen die Gewerbetreibenden in keinster Weise schüren. Ende Januar will man sich mit Polizei und Ortsamtsleiter André Barth zusammen setzen, um über eine mögliche Weiterführung zu beraten.

Die Stadt „begrüßt es grundsätzlich, wenn sich Bürger und Akteure ... mit ihren Hinweisen und Bedenken an die für Sicherheit zuständigen Behörden wenden“, kommentiert das Rathaus die Überlegungen aus der Neustadt. Die „Arbeitsgruppe (AG) Ordnung und Sicherheit in der Äußeren Neustadt“, die Ortsamtschef André Barth leitet, habe sich im Dezember zum ersten Mal getroffen. Der Gründung der AG habe auch Ralf Lübs zugestimmt, der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, fügt Rathaussprecher Kai Schulz hinzu. Es könne „für eine gewisse Zeit und Situation durchaus sinnvoll sein“, wenn sich zum Beispiel Sicherheitsfirmen vorhandener Einrichtungen vernetzten, um sich gegenseitig zu unterstützen, so Schulz. „Die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist und bleibt allerdings Aufgabe der Polizei und der Polizeibehörden“, stellt der Rathaussprecher klar.

Polizeisprecher Thomas Geithner sieht in der Äußeren Neustadt einen Schwerpunkt des Polizeireviers Dresden-Nord. „Schwerpunkte sind Straftaten wie Diebstahl/Taschendiebstahl und Körperverletzungen. Diese Delikte liegen insbesondere am besonderen Charakter des Stadtviertels als „Kneipen und Partyviertel“. Wir erwarten für das abgelaufene Jahr einen leichten Anstieg der Diebstahlzahlen in diesem Stadtteil“, berichtet er.

Die Polizeistreifen in der Neustadt habe man aber nicht verstärkt. Es gäbe in unregelmäßigen Abständen kleinere Polizeieinsätze, insbesondere zu den Schwerpunktzeiten am Abend und in den Nächten am Wochenende. „Deren Zielrichtung ist eine Verbesserung des Sicherheitsgefühls bzw. ein Entgegenwirken auf die Entwicklung der Taschendiebstähle“, so Geithner.

Kritik am Vorstoß der Arbeitsgemeinschaft der Gewerbetreibenden kommt von der Neustädter Ortsbeirätin Kristin Hofmann (Die Linke). „Das Motto: Respekt - Save the Crowd finde ich unpassend. Sollte es doch eher "Argwohn - Schürt die Angst im Viertel" heißen“. Es gäbe eine Gewaltenteilung und diese solle auch beibehalten werden, um klare Zuständigkeiten zu haben. Das Gewaltmonopol liege beim Staat. Die Stadt könne Projekte und Initiativen fördern, die auf Mitmenschlichkeit setzen, aber organisierte und eventuell noch leicht bewaffnete Männergruppen tragen nicht dazu bei, das Klima im Viertel zu verbessern, so Hofmann.

Auch die Dresdner Sozialdemokraten sehen in einer privaten Security den falschen Weg. „Wachsende Sicherheitsbedenken bei Neustädter Gewerbetreibenden sind ein reales Problem und zeigen ein staatliches Versagen. Hier wird mal wieder deutlich, dass die CDU in Sachsen zu sehr an der Polizei gespart hat. Die Sicherheit muss durch den Staat und seine Institutionen gewährleistet werden“, betont Neustadt-Stadtrat Vincent Drews (SPD). Statt privater Sicherheitsunternehmen brauche es eine reaktionsfähige Polizei, die bei Vorfällen schnell vor Ort sein kann.

Julia Vollmer/cs

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