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Stolpersteine in Dresden entwendet

Jüdische Geschichte Stolpersteine in Dresden entwendet

Vier an eine jüdische Familie erinnernde Stolpersteine sind in der Dresdner Südvorstadt gestohlen worden. Unbekannte hätten die Steine in der Nacht zum Freitag (16. Oktober) entwendet, teilte der Verein Stolpersteine für Dresden mit.

Gestohlen: Vier Stolpersteine für die jüdische Familie Reichenbach aus Dresden wurden entwendet.

Quelle: Stolpersteine für Dresden e.V., Ronny Geißler

Dresden. Vier an eine jüdische Familie erinnernde Stolpersteine sind in der Dresdner Südvorstadt gestohlen worden. Unbekannte hätten die Steine mit den auf Messingplatten gravierten Namen der Mitglieder der Familie Reichenbach in der Nacht zum Freitag (16. Oktober) entwendet, teilte der Verein Stolpersteine für Dresden mit. Es sei Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden. Bereits im vergangenen Jahr hatten Unbekannte in Dresden Stolpersteine gestohlen. Die Fahndung nach ihnen blieb ohne Erfolg.

Die Eltern der Familie Reichenbach gehörten den Angaben zufolge zur letzten Gruppe der Dresdner jüdischen Bevölkerung, die im November 1942 im sogenannten Judenlager Hellerberg Zwangsarbeit für Zeiss Ikon leisten mussten. Beide überlebten die Deportation nach Auschwitz nicht.

Vier Stolpersteine für die jüdische Familie Reichenbach sind in der Nacht zum 16. Oktober in der Dresdner Südvorstadt gestohlen worden. Foto: Stolpersteine für Dresden e.V., Ronny Geißler

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Auch drei für eine andere jüdische Familie direkt neben den entwendeten Stolpersteinen verlegte Gedenksteine wiesen Spuren von Gewalteinwirkungen auf und sollten vermutlich gestohlen werden, wie der Verein weiter mitteilte. In London lebende Angehörige beider Familien hätten sich entsetzt gezeigt.

Die erst am 29. September verlegten Stolpersteine an der Andreas-Schubert-Straße 44 erinnerten an Martin Joachim (*1879), Lotte (*1887), Ursula Eva (*1912) und Claus Peter Reichenbach (*1920). Der Sohn Claus Peter hatte die Verlegung der Steine angeregt, konnte die Verlegung aber nicht mehr miterleben, da er hochbetagt im Juni verstarb, teilte der Verein mit. Dem Initiator war die Flucht aus Nazideutschland gelungen. Im Londoner Exil änderte er seinen Namen in Peter C. Rickenback.

dpa/ttr

Andreas-Schubert-Straße 44, Dresden 51.033305 13.734965
Andreas-Schubert-Straße 44, Dresden
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