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Stimmen zum Protest gegen Pegida

Rund 15.000 Demonstranten gegen Fremdenfeindlichkeit Stimmen zum Protest gegen Pegida

Nach ersten Schätzungen haben am Montagabend in Dresden mehr als 15.000 Menschen gegen Pegida demonstriert. Neben vielen Dresdnern schlossen sich auch Politiker den Demo-Zügen an.

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Quelle: DNN

Dresden. Nach ersten Schätzungen haben am Montagabend in Dresden mehr als 15.000 Menschen gegen Pegida demonstriert. Neben vielen Dresdnern schlossen sich auch Politiker den Demo-Zügen an.

Es sei ein gutes und notwendiges Zechen, dass so viele Menschen gegen Pegida auf der Straße waren, sagte die Vorsitzende der Linken, Katja Kipping, am Abend. Dresden sende damit ein wichtiges Zeichen. Es reiche aber nicht, an einem Tag auf die Straße zu gehen, jetzt sei der Staat gefragt. Kipping forderte einen „Aufstand der Zuständigen“. Polizei, Verwaltung und Justiz seien jetzt gefordert.

Mit einem Sternmarsch aus vier Demonstrationszügen protestieren Tausende gegen die Pegida-Bewegung. Fotos: DNN/dpa

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„Es ist auf jeden Fall ein Erfolg“, sagte Lukas Lindner vom Schülerbündnis „Bildung statt Rassismus“. Er freute sich, dass trotz der Ferien auch viele Schüler dabei waren, und dass das Schülerbündnis die Organisatoren unterstützen konnte. Die vielen Menschen hätten gezeigt, dass sie auch Dresden sind.

"Ich bin heute zum ersten Mal bei einer Demonstration gegen Pegida dabei und dafür extra weit angereist. Ich hoffe, dass wir erfolgreich darin sind, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Zustände in Dresden zu ziehen. Ich vertrete das, was Pegida nicht vertritt. In meinem Heimatdorf gibt es eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber. Die meisten Anwohner sind tolerant, aber es gibt auch einige, die Schilder an ihre Gartenzäune gehängt haben, auf denen sie gegen Asylsuchende hetzen. Das darf, finde ich, nicht sein", so Maria, 17 Jahre alte Schülerin aus Grilenburg.

"Es hat mich verstört, dass wieder mehr Leute zu Pegida gehen, deswegen bin ich heute zum ersten Mal bei einer Gegendemo dabei“, erklärt Laura. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen. Auch wenn ich nicht weiß, wie viel es tatsächlich bringt, heute auf die Straße zu gehen, hoffe ich trotzdem, ein Zeichen zu setzen. Veränderung kommt schließlich schrittweise", so die Schülerin.

"Dresden ist so eine schöne Stadt und kommt durch diese Pfeifen derart in Verruf“, sagt Peter Meissner. „ Protest ist ja schön und gut, aber doch nicht auf diese Weise, wie Pegida es tut. Ich war schon mehrfach auf Demonstrationen gegen Pegida. Heute will ich ein Zeichen setzen, dass es auch Dresdner gibt, die nicht bei denen mitlaufen und nicht so denken wie sie", sagt der 76 Jahre alte Dresdner.

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD): "Wir müssen ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit setzen. Das möchte ich als Wissenschafts- und Kunstministerin mit meiner Anwesenheit hier heute unterstützen! "Ich möchte, dass wir die Spaltung unsere Gesellschaft überwinden und wieder aufeinander zugehen. Mit Herz!“

„Es geht um ein Zeichen für Weltoffenheit“, erklärt der Dresdner Student der Umweltwirtschaft Philipp. Er studiere an der TU, die setze ein klares Zeichen für Weltoffenheit. Daher laufe er mit, erklärt der 21-Jährige.

Simone Peter, Bundesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen: „Wir demonstrieren für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft. Die Hassparolen von Pegida sind der Nährboden für rechte Gewalt, von brennenden Flüchtlingsunterkünften bis zu Mordanschlägen wie dem auf Henriette Reker in Köln. Es muss Schluss sein mit der Verharmlosung des Bündnisses.“

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sieht auch die Bürger in der Verantwortung, gegen rechtsradikale Hetze vorzugehen. „Die Justiz ist gefordert, aber jeder Einzelne auch“, sagte Maas am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. „Zu schweigen und rassistische, menschenverachtende Kommentare einfach hinzunehmen, geht in unserer heutigen Atmosphäre nicht mehr.“ Er zeigte sich erleichtert über die große Zahl an Demonstranten gegen Pegida in Dresden. „Deutschland ist bunter als die Schwarzmaler von Pegida uns vormachen wollen“, sagte der SPD-Politiker

Yasmin Fahimi, SPD-Generalsekretärin: „Pegida ist das hässliche Gesicht Deutschlands. Ein Jahr Pegida ist für mich ein Jahr zu viel. Die Organisatoren der Bewegung sind Demokratiefeinde und geistige Brandstifter. In der Atmosphäre, die die Gruppe schafft, fühlt sich mancher zu Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte ermutigt.“

Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender Die Linke im sächsischen Landtag: „Es waren seit Anbeginn nicht nur Rassisten bei Pegida auf der Straße, sondern auch „normale“ Leute, aber die rassistischen Motive der Pegida-Organisatoren haben sich nicht verändert. Ihre böse Saat darf gerade jetzt nicht in noch mehr Hass und Gewalt aufgehen.“

Thomas de Maizière (CDU), Bundesinnenminister: „Wer an Pegida-Demonstrationen teilnimmt, muss wissen, dass er Rattenfängern hinterherläuft. Alle diejenigen, die sich Sorgen machen, kann ich nur auffordern: Bleiben Sie weg von denen, die diesen Hass, dieses Gift in unser Land spritzen.“

Uwe Wurlitzer, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Landtag: „Wenn der Innenminister die Pegida-Organisatoren als Rattenfänger bezeichnet, sind demzufolge die Demonstranten Ratten, die willenlos folgen. Die Demonstrationen sind aber lediglich das Symptom, nicht die Ursache wichtiger Probleme, die es in diesem Land gibt.“

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