Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Google+
Stillstand am Leipziger Bahnhof: Dresden ringt weiter ums Globus-Areal

Diskussion Stillstand am Leipziger Bahnhof: Dresden ringt weiter ums Globus-Areal

Der geplante Globusmarkt auf dem Areal des Alten Leipziger Bahnhofs ist weiter ein heiß umstrittenes Thema in Dresden. Die Mehrheiten im Stadtrat seien uneindeutig, beklagen Architekten wie Stadtplaner, die gern andere Visionen auf dem Gelände verwirklichen würden. Doch noch steht der Stadtratsbeschluss von 2014 und harrt seiner Umsetzung.

Ob der Globus-Supermarkt auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs eine Zukunft hat, steht weiter in den Sternen.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Der Satzungsbeschluss für einen Globus-Supermarkt auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs an der Leipziger Straße steht nicht unmittelbar bevor. Das erklärte am Montagabend Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) auf einer Veranstaltung des Entwicklungsforums Dresden. Aber die Stadtverwaltung sei an den Aufstellungsbeschluss gebunden, den der Stadtrat mit alter Mehrheit 2014 getroffen hat. „Das ist der politische Auftrag für das Areal“, so der Baubürgermeister. Es habe sehr viele Einwendungen gegen den Aufstellungsbeschluss gegeben, die das Stadtplanungsamt nach wie vor abarbeitet.

Architekt Jens Zander meinte, die politischen Mehrheiten seien beim Thema Alter Leipziger Bahnhof so uneindeutig, dass sich niemand traue, dem Stadtrat einen Beschluss vorzulegen. „Wenn sich nichts tut, passiert ja auch nichts Schlimmes“, fand er und empfahl eine gewisse Gelassenheit beim Umgang mit der Fläche. „Vielleicht findet ja Globus noch ein neues Grundstück und alles erledigt sich von alleine“, mutmaßte er.

phpe530fc1d23201401221220.jpg

So sieht das Gelände des Leipziger Bahnhof aktuell aus.

Zur Bildergalerie

Das Einzelhandelsunternehmen Globus will den Alten Leipziger Bahnhof sanieren, die Bahnbögen öffnen und einen Einkaufsmarkt mit 8800 Quadratmetern Einzelhandelsfläche sowie rund 1000 Parkplätzen schaffen. Ursprünglich waren 12 000 Quadratmeter Verkaufsfläche vorgesehen, die das Unternehmen schrittweise reduziert hat.

„Ich halte es für schwierig, an so einem Standort einen Markt zu errichten“, bekannte Schmidt-Lamontain, „egal ob er 6000, 8000, 10 000 oder 12 000 Quadratmeter hat.“ Ihm wäre es lieber, wenn die Handelskonzerne kleine integrierte Standorte als Quartiersversorger planen würden, zu denen die Anwohner nicht massenhaft mit dem Auto fahren müssten. Seine Vision für das Bahnhofsareal in der Leipziger Vorstadt sei eine städtebauliche Lösung, die den Charakter des Grundstücks erhalte und die historischen Bahnhofsgebäude mit neuer Bebauung ergänze. „In Dresden wird es bald an Büroflächen mangeln. Hier könnten Bürogebäude entstehen und den Bahndamm als Lärmquelle abschirmen.“

Vertiefende Planungen gebe es in der Stadtverwaltung aber nicht, so der Baubürgermeister. „Ich investiere nicht in Planungskosten für ein Grundstück, das mir nicht gehört.“ Im Moment gebe es keine Aussichten für die Stadt, die Fläche zu erwerben. Deshalb werden auch die Ideen, die der Architekt Jörg Möser vorlegte, vorerst nur eine Vision bleiben. Ein Rad- und Fußweg auf den Bahngleisen, Erhalt der Lagerhallen und Neubau von 100 Wohnungen ist seine Idee, dazu sollten über Jahre des Verfalls gewachsene Grünflächen kultiviert werden.

Maximilian Kunze hat sich in seiner preisgekrönten Diplomarbeit dem Bahnhofsareal gewidmet und ein Stadtquartier mit Wohnungen, Läden, Restaurants und Grünflächen entwickelt, das sich an die Revitalisierung von Bahngeländen in New York, Paris oder London anlehnt. In einem kleinen Park könnte ein Aussichtsturm entstehen, der einen Blick auf das Stadtzentrum ermöglicht. Das Bahnhofsareal könne die Verbindung von Pieschen und der Neustadt herstellen, so der junge Architekt.

Schöne Ideen, befand Zander, und fügte ein großes Aber an: „Schöne Illusionen helfen nicht weiter. Wir müssen auch fragen, wer es machen wird.“ Eine Auffassung, die Schmidt-Lamontain teilt. Man werde auf den Flächen Werte schaffen müssen, um die Grundstückspreise darstellen zu können, gab er zu bedenken. Der Weg bis dahin ist weit, zumal der politische Auftrag nach wie vor lautet: für Globus planen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain im Interview
„Nicht übermäßig viele Bausünden“: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) leitet das wohl umfangreichste Ressort der sieben Beigeordneten im Rathaus. Im DNN-Interview spricht er über die Woba, Dresdner Identität und erklärt, wieso sich Dresden eigentlich „Radfahrerhauptstadt“ nennen sollte.

mehr
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.