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Starthilfe für Kreative - Bundesinitiative lädt Dresdner zur Teilnahme am Wettbewerb "Kultur- und Kreativpiloten" ein

Starthilfe für Kreative - Bundesinitiative lädt Dresdner zur Teilnahme am Wettbewerb "Kultur- und Kreativpiloten" ein

Uwe Carow ist immer noch fasziniert. "Wenn du da von deinem Problem erzählst, rufen die Leute sofort 20 Lösungen in den Raum, und jede davon scheint durchaus praktikabel.

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Der Dresdner Nils Burchartz wurde 2013 mit der Idee, über ein Internetportal Musikern zu Proberäumen zu verhelfen "Kreativpilot". Als Gründungsmitglied von "Wir gestalten Dresden", dem örtlichen Branchenverband für die Kultur- und Kreativwirtschaft, fungiert er zudem dort als Aufsichtsrat und Ansprechpartner für die musikalischen Belange. Scannen Sie das Bild und sehen Sie ein Video zum Bundeswettbewerb "Kultur- und Kreativpiloten".

Quelle: Dietrich Flechtner

" Der Berliner erzählt von den Workshops mit 31 weiteren Gewinnern des Bundeswettbewerbs "Kutur- und Kreativpiloten 2014". Beworben hatte er sich mit seiner Geschäftsidee "Red Bug Books", mit der er E-Books im Selbstverlag vertreibt. Er hatte die Erfahrung gemacht, sagt er, dass an der Herausgabe von Büchern die meisten Beteiligten besser verdienen als die Autoren. Mit einem eigenen Internetportal hat er das geändert, und inzwischen kaufen große Verlage Lizenzen bei ihm - für E-Books, die er gemeinsam mit seiner Frau schreibt und illustriert.

Nadine Weise von der Initiative Kultur- & Kreativwirtschaft der Bundesregierung hatte ins Dresdner Kulturzentrum "Scheune" eingeladen. Uwe Carow, Robert Thomalla - ebenfalls Berliner und "Kreativpilot 2014" - und der Dresdner Nils Burchartz, der 2013 zu den Gewinnern gehörte, sollten das Häufchen Kreativer aus Dresden, das der Einladung gefolgt war, zur Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb motivieren. Und die Besucher konnten viel Nützliches mitnehmen, denn die drei Gründer haben den Weg auf den Markt von ganz unterschiedlichen Startpositionen begonnen. Der passionierte Hobby-Schlagzeuger Nils Burchartz hat einige Selbstständige in der Familie, so war der Weg für ihn fast vorgezeichnet, als er das Internetportal "Volume 11" gründete, das Musikern dabei hilft, Proberäume zu finden. Und Robert Thomalla kündigte eine gut bezahlte Festanstellung, um gemeinsam mit einem Freund den "PokketMixer" auf den Markt zu bringen - ein Mischpult, das ohne Strom funktioniert und gerade mal so groß ist wie eine Zigarettenschachtel.

Dass es bei 869 Bewerbungen im vergangenen Jahr nicht eine einzige Geschäftsidee aus Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen unter die letzten 32 geschafft hat, vermutet Nadine Weise, könnte an Ängsten, aber auch an der Genügsamkeit der Gründer aus den drei Bundesländern liegen, für die sie Ansprechpartnerin der Bundesinitiative ist. Denn die Jury bewerte vor allem das persönliche Engagement und die Eignung zur Selbstständigkeit, weniger die Idee. An der sollte man sich nicht zu lange festklammern, warnt Burchhartz. Das verstelle den Blick für neue Wege, denn auch Scheitern gehöre dazu.

Was Gründerpersönlichkeiten ausmacht, zeigten die Antworten der drei Kreativpiloten auf Fragen wie: "Was ist, wenn Global Player wie Apple oder Google von einer Idee wie 'PokketMixer' erfahren und diese einfach selbst realisieren, oder wenn ein kreatives Produkt in China kopiert wird?" Vom Podium kam die Gegenfrage: "Warum sollten die das tun?" Robert Thomalla verwies auf das Patent für den Mixer. "Wenn jemand das umgehen kann und etwas ähnliches baut, dann ist das eben so." Und was wäre so schlecht daran, fragte Uwe Carow, wenn ein großes Unternehmen eine Idee kaufen wolle. Ihre Gelassenheit nehmen die erfolgreichen Gründer, die nach eigenem Bekunden auch immer mal wieder schlaflose Nächte haben, aus der Erfahrung, dass es immer irgendwie weitergeht und daraus, dass sie vor allem die Chancen sehen und vor Risiken nicht kapitulieren.

Die Flaute aus Mitteldeutschland beim Wettbewerb im vergangenen Jahr hält Burchhartz für einen Ausrutscher. Frühere Jahre hätten gezeigt, dass auch in Dresden, Leipzig oder Halle sehr viele kreative Köpfe zu finden sind. Die Jury habe auch die Aufgabe, die Bewerber zu beraten, ermunterte Nadine Weise zur Teilnahme: "In Workshops, Einzelcoachings und einem Netzwerk aus allen Kultur- & Kreativpiloten bereiten wir eine Startbahn für eine erfolgreiche Selbstständigkeit in der Kultur- & Kreativwirtschaft". Und die sei eine durchaus lukrative Branche. Mit 62 Milliarden Euro Jahresumsatz sei sie fast so groß wie die Autoindustrie, habe einen Frauenanteil von mehr als 50 Prozent und sei sogar während der Finanzkrise gewachsen.

Alle 14 Tage können Dresdner in der "Scheune" mit Nadine Weise über Geschäftsideen und deren Stolpersteine diskutieren, sich Anregungen und Hilfe für ihre Projekte holen. Und wer sich als Kreativpilot bewirbt, dem winken im besten Fall Workshops mit 31 Gleichgesinnten. "Egal, ob noch eine unfertige Geschäftsidee, eine junge Existenzgründung oder ein bestehendes Unternehmen", sagt Nadine Weise, "wir suchen Menschen, die für ihre Ideen brennen. Die nicht nur davon reden, sondern machen".

Noch bis zum 30. Juni läuft die Bewerbungsfrist für den Wettbewerb "Kultur- und Kreativpiloten 2015". Mehr dazu gibt's unter www.kultur-kreativpiloten.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.06.2015

Holger Grigutsch

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