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Start in ein neues Leben: Spanierin Elena Rodriguez tauscht Arbeitslosigkeit gegen Gastroausbildung in Dresden

Start in ein neues Leben: Spanierin Elena Rodriguez tauscht Arbeitslosigkeit gegen Gastroausbildung in Dresden

Es ist Montagmorgen in Dresden. „20 Grad im Spätsommer. Ihr habt einen ganz schön kalten Sommer. Aber ich mag das“, schmunzeln Elena Rodriguez.

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Quelle: Julia Vollmer

Für die Spanierin beginnt mit dem Start ihrer Ausbildung ein neues Leben. Die 32-Jährige beginnt am Montag zusammen mit 24 anderen Spaniern und einer Bulgarin ihre Ausbildung an der Berufsschule für Gastgewerbe (BSZ) auf der Ehrlichstraße.

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Spanische Azubis beginnen ihre Ausbildung am BSZ

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In Andalusien, genauer gesagt in ihrer Heimatstadt Almeria, absolvierte sie bereits eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Mit der Wirtschaftskrise kam die Arbeitslosigkeit nach Spanien, besonders hart trifft es die jungen Menschen. Auch Elena Rodriguez verlor ihren Job und konnte ihre Miete nicht mehr bezahlen. Über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) wurde sie auf das Förderprogramm MobiPro-EU des Bundessozialministeriums aufmerksam. Sie musste nicht lange überlegen und meldete sich zum 16-wöchigen Deutschkurs an.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Kurses wartete der Flieger nach Deutschland. „Traurig war ich nicht, als mein Umzug anstand. Ich sehe die Ausbildung als neuen Start und als gute Chance“, erzählt die Spanierin. An zwei Tagen in der Woche wird die Auszubildende zur Hotelfachfrau künftig die Schulbank in der Berufsschule drücken, an den anderen Tag arbeitet sie in ihrem Ausbildungsbetrieb dem „Kim-Hotel“ in Dresden. Im ersten Lehrjahr steht vor allem der Deutschunterricht im Vordergrund. Elena hat bereits gute Fortschritte gemacht und will sich nun schnell verbessern. „Der Unterricht macht mir viel Spaß“, so die 32-Jährige.

Neben der deutschen Grammatik stehen Warenkunde, Lernfeld Küche und Service sowie Fachenglisch auf dem Stundenplan. „Unsere spanischen Azubis stehen demnach gleich vor zwei Herausforderungen: Sie müssen Deutsch und Englisch lernen“, berichte die Schulleiterin der BSZ Siri Leistner. Die Schulleiterin freut sich auf die neuen Azubis und ist gespannt auf die Fortschritte. „Wir haben bislang nur positive Rückmeldungen bekommen. Die Spanier werden von den Betrieben, die sie angestellt haben als sehr motiviert und freundlich beschrieben“, freut sich Leistner. Im ersten Lehrjahr werden die künftigen Köche, Restaurantfachleute und Hotelfachleute noch in einer separaten Klasse unterricht, ab dem zweiten Lehrjahr dann gemeinsam mit den anderen Lehrlingen an der Schule. Um die Deutschkenntnisse schnell und effektiv zu verbessern, erfolgt der Unterricht zunächst nicht im Wechseln von Theorie- und Praxisblöcken sondern tageweise abwechselnd. Leistner ist optimistisch, alle Azubi zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen.

„Eigentlich könnten wir noch viel mehr Azubis aus ganz Europa nach Deutschland holen, die Situation auf dem Arbeitsmarkt in der Gastronomie ist dramatisch“, berichtet Gerhard Schwabe, Geschäftsführer Dehoga-Regionalverband Dresden. Dresdner Gastronomen und Hotels haben ein großes Problem, offene Stellen zu besetzen, so Schwabe. „Der demografische Wandel hat unsere Branche voll erwischt, haben wir vor ein paar Jahren noch 1300 Azubis ausgebildet, sind es nun noch 600“, so Schwabe. Außerdem würden die unregelmäßigen Arbeitszeiten und das Gehalt viele Jugendliche abschrecken.

Elena Rodriguez startet voller Elan in ihre Ausbildung. Noch wohnt sie in ihrem Ausbildungshotel, zieht aber Ende des Monats in ihre eigene Wohnung. „Ich bin sehr begeistert von der Kulturlandschaft in Dresden. Hier gibt es so viele Möglichkeiten für einen Theater- und Museumsbesuch“, so die 32-Jährige. Spannend findet die künftige Hotelfachfrau den Gegensatz zwischen Altstädter- und Neustädter-Seite. „Ich will beides genießen – das Hochkulturleben der Altstadt und das alternative Lebensgefühl der Neustadt“, erzählt Elena Rodriguez.

Julia Vollmer

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