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Start für hochmoderne Anlage beim Umbau der evangelischen Weinbergskirche in Trachenberge

Start für hochmoderne Anlage beim Umbau der evangelischen Weinbergskirche in Trachenberge

Die 56 Jahre alte evangelisch-lutherische Weinbergskirche in Trachenberge wird zu einer Energie- und Kulturkirche mit Modellcharakter ausgebaut. Ein bedeutendes Stück ist sie damit nun vorangekommen: Das Kernstück des Projekts, eine hochmoderne Abwärmeheizung, ist in Betrieb.

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Falk Lehmann, Falk Höring und Felix Bräuer (v.l.) von der Firma SBW Sachsen Solar AG montieren Solarpaneele auf das Dach.

Quelle: Dietrich Flechtner

Die nutzt die höhere Temperatur des Abwassers, das gleich neben dem Gebäude unter der Albert-Hensel-Straße in einem Kanal fließt, und wandelt sie mit einem Wärmetauscher in Heizenergie um.

In die neue Fußbodenheizung gelangt das damit erwärmte Wasser mittels Pumpe. Den Strom für sie spendet eine Solaranlage auf dem Dach. Rund 75 Prozent der gesamten Heizenergie liefert die Anlage. Für Spitzenzeiten ist zusätzlich eine mit Gas betriebene Brennwerttherme eingebaut worden. Außerdem werden die Innenräume nach allen Seiten hin isoliert. Eine neue Lüftungsanlage gewinnt 80 Prozent der Energie zurück. Alles in allem kann der gesamte Kohlendioxidausstoß des Gebäudes damit um 90 Prozent gesenkt werden. So etwas wird zum ersten Mal in Sachsen in einer Kirche praktiziert.

Rund 950 000 Euro kostet das. Weil es sich um ein "Modell- und Demonstrationsvorhaben Energieeffizienz" handelt, bekommt die Gemeinde großzügige Förderung. Vom Freistaat über das Umweltministerium beispielsweise rund 200 000 Euro. Weiteres Geld kommt unter anderem aus einem Fonds der Europäischen Union, von der sächsischen Landeskirche und der Stadt. Die Gemeinde selbst muss rund 100 000 Euro an Spenden aufbringen.

Dauern soll der Umbau bis Herbst. Die Wiedereröffnung ist für 31. Oktober geplant, das Reformationsfest. Dann soll die Kirche das ganze Jahr über nicht nur für Gottesdienste, sondern als "Kulturkirche" im Stadtteil auch für Konzerte, Vorträge und Gesprächsrunden genutzt werden.

Es handle sich um ein bisher einzigartiges Pilotprojekt für effiziente Energienutzung, lobte Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) bei der feierlichen Inbetriebnahme. Die Abwärme des Abwassers zu nutzen, sei eine "einfache, gleichzeitig geniale Lösung".

Eine Energie- und Kulturkirche zu etablieren, nannte Sachsens evangelischer Landesbischof Jochen Bohl einen "Ausdruck christlicher Weltverantwortung". Und fügte hinzu: "Nachahmer im Einsatz für mehr Energieeffizienz sind ausdrücklich erwünscht."

Die 1958 errichtete Weinbergskirche gehört zur Laurentiuskirchgemeinde mit rund 6100 Mitgliedern. Diese war 2006 durch Zusammenschluss von drei Kirchgemeinden in den Stadtteilen Kaditz, Mickten, Pieschen, Trachau, Trachenberge und Übigau entstanden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2014

Tomas Gärtner

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