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Starke Nachfrage nach Altbauten: Mieten in Dresden steigen um 4,6 Prozent in zwei Jahren

Starke Nachfrage nach Altbauten: Mieten in Dresden steigen um 4,6 Prozent in zwei Jahren

Um durchschnittlich 4,6 Prozent sind die Kaltmieten in Dresden in den letzten zwei Jahren gestiegen. Das ist das Ergebnis des am Freitag vorgestellten fortgeführten 8. Mietspiegels.

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Um durchschnittlich 4,6 Prozent sind die Kaltmieten in Dresden in den letzten zwei Jahren gestiegen. (Archiv)

Quelle: dpa

Dies ist der höchste Anstieg seit Erstellung des Spiegels. Besonders die Nachfrage nach Altbauten aus der Gründerzeit treibe die Preise in die Höhe, berichtete Ulrich Weiser vom zuständigen Chemnitzer Marktforschungsunternehmen Chempirica.

„Junge Leute stehen auf Altbauten, entsprechend stiegen die Preise in diesem Segment um rund 8 Prozent“, sagte Weiser. Konkret betrifft dies Häuser in der gefragten Äußeren Neustadt, wo viele Studenten zuziehen und Ausschau nach Häusern mit einem Baujahr vor 1918 Ausschau halten.

Eine starke Steigerung der Mieten verzeichnen die Statistiker auch bei sehr gut ausgestatteten Wohnungen der Baujahre von 1946 bis 1990. „Das trifft auch die Bewohner von vollsanierten Plattenbauten“, sagte Mathias Wagner vom Mieterverein Dresden und Umgebung. Sie mussten im Schnitt Mieterhöhungen von rund 8 Prozent akzeptieren. „Hier hat auch die Gagfah ihre Möglichkeiten ausgeschöpft und für Preissteigerungen gesorgt“, ist Wagner überzeugt. Statistiker Weiser sprach hingegen von verhältnismäßig wenigen Wohnungen, die in diese Kategorie fallen. Für Wagner gehören jedoch die vielen sanierten Genossenschaftswohnungen ebenso in diese Kategorie.

Als Vertreter der Mieter gibt Wagner Ratschläge bei der Wohnungssuche sowie bei anstehenden Mietpreiserhöhungen. „Ein Blick in den Mietspiegel lohnt. Prüfen sie, ob die Forderung berichtigt ist und legen sie gegebenenfalls Einspruch ein. Der Vermieter darf erst 15 Monaten nach Abschluss des Vertrages die Miete anpassen. Die Erhöhung ist auf 20 Prozent in drei Jahren begrenzt“, fasst er zusammen.

Während auf die Mieter erhöhte Kosten zukommen, profitieren die Hausbesitzer. „Nach Jahren der Stagnation kommt es zu Steigerungen im Rahmen der Inflation“, beurteilte Christian Rietschel, Vereinsvorsitzender von Haus und Grund Dresden, die Preisentwicklung. Außerdem müssten auch Hausbesitzer investieren, anderenfalls drohe ein Verfall im Bestand.

„Der Mietspiegel wurde von den Interessenvertretern der Mieter und Vermieter anerkannt“, berichtete Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos). Für ihn steht fest: „Wir haben in Dresden keine Hamburger oder Münchner Verhältnisse und werden sie auch nicht bekommen“. Allerdings müsse die Angemessenheitsgrenze für Bedürftige genau beobachtet werden. Der Betrag notwendiger Erhöhungen werde derzeit berechnet und soll laut Stadtverwaltung im ersten Halbjahr 2013 vorliegen. Bestätigt der Stadtrat die Erhöhungen, zahlt die Stadt die Beträge für Bezieher von Wohngeld rückwirkend zum 1. Januar 2013.

Knapp 3200 Wohnungs- und Vertragsdaten spiegeln die Wohnungslage in Dresden im Bericht wider. Er soll Mieterhöhungen begrenzen und gibt einen Orientierungswert bei Neuvermietungen und Vertragsänderungen. Im Durchschnitt sei der Preis je Quadratmeter von 5,22 Euro auf 5,46 gestiegen.

Die Linken-Stadträtin Kris Kaufmann, wohnungspolitische Sprecherin , erklärte: „Die durchschnittliche Steigerung der Mieten ist die höchste seit der Mietspiegelerhebung in Dresden. Angesichts des immer knapper werdenden Wohnraums und explodierender Mietpreise ist es dringend geboten, gerade einkommensschwache Mieterinnen und Mieter vor Preissteigerungen zu schützen.“ Die Konsequenz sei ein eigenes Wohnbauprogramm der Stadt, forderte sie Verwaltung auf.

Online finden sie den Mietspiegel auf der Webseite der Stadt Dresden.

Dominik Brüggemann

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