Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 18 ° Gewitter

Navigation:
Google+
Ständige Erreichbarkeit nach Dienstschluss kann gesundheitliche Folgen haben

Studie Ständige Erreichbarkeit nach Dienstschluss kann gesundheitliche Folgen haben

Erreichbar auch nach Feierabend: Der Dienstschluss markiert schon längst nicht mehr das Ende eines Arbeitstages. Auch außerhalb des Büros ist das Diensthandy immer öfter griffbereit, wenn Vorgesetzte oder Kollegen sich melden. Das nervt nicht nur Freunde und Familie, sondern kann auch gesundheitliche Auswirkungen haben.

Hiltraud Paridon

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Erreichbar auch nach Feierabend: Der Dienstschluss markiert schon längst nicht mehr das Ende eines Arbeitstages. Auch außerhalb des Büros ist das Diensthandy immer öfter griffbereit, wenn Vorgesetzte oder Kollegen sich melden. Das nervt nicht nur Freunde und Familie, sondern kann auch gesundheitliche Auswirkungen haben, wie eine Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) jetzt herausgefunden hat.

Schleichender Prozess: Nicht von einen Tag auf den anderen reagiert der Körper auf diese ständige Alarmbereitschaft. „Ein Anruf oder eine Mail nach Feierabend hat natürlich keine Folgen, bedenklich ist aber eine Dauerbelastung über einen längeren Zeitraum“, erklärt Hiltraut Paridon vom Dresdner Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, eine der Autorinnen der Studie. Dann drohen der Verlust der Erholungsfähigkeit und Schlaflosigkeit. „Man kann nicht mehr abschalten und fühlt sich auch nach dem Wochenende nicht erholt. So ist man nicht leistungsfähig“, so Paridon.

Das Besondere der Studie: Nicht nur Arbeitnehmer selbst wurden an ihrem Einsatzort beobachtet und nach ihrem Befinden befragt, auch ihre Partner gaben Auskunft über die Einschränkungen der Partnerschaft, ausgelöst vom ständigen Handyklingeln. Das Ergebnis zeigt weitreichende Folgen, denn 68 Prozent gaben an, durch die Erreichbarkeit des Partners beeinträchtigt zu sein.

Interessanter Fakt: Auch wer seinen Job gern macht, ist vor den Auswirkungen ständiger Erreichbarkeit nicht gefeit. „Die Leute sind engagiert, wollen ihre Arbeit möglichst gut machen, sind deshalb erreichbar. Aber irgendwann verselbstständigt sich das, ein Kreislauf entsteht und sie merken, dass sie immer wieder mit den Gedanken bei der Arbeit sind“, so Paridon. Die Störung könne noch so kurz sein, die Häufigkeit ist das Problem. Das Umfeld bemerkt dann meist früher als der Betroffene selbst, dass etwas im Argen liegt.

Lösungsansätze: Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, seien zwei Dinge wichtig, wie Hiltraut Paridon sagt. Zunächst müsse in Absprachen im Team geklärt werden, welche Erwartungen der Chef, die Kollegen überhaupt haben. Viele Führungskräfte würden eigentlich keine direkte Antwort auf eine Mail nach 23 Uhr erwarten. „Das muss auf beiden Seiten klar sein. Das eigene Verhalten so weit wie möglich zu ändern, gehört aber auch dazu“, erklärt Paridon.

Blick in die Zukunft: Umkehren wird sich diese Entwicklung mit Blick auf die digitalisierte Welt sicher nicht mehr. Im Gegenteil. Spannend sei es deshalb, wenn die Digital Natives, also die digitalen Ureinwohner, die gewissermaßen mit dem Smartphone in der Hand auf die Welt gekommen sind, älter werden. „Die sind es ja jetzt bereits gewohnt, immer erreichbar zu sein. Es ist sicher interessant, wenn sie Familie haben und beide Elternteile mit telefonieren beschäftigt sind. Das hat Konsequenzen“, so Paridon.

Von Christin Grödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
20.07.2017 - 11:26 Uhr

Den Gastgebern ging im Spielverlauf allmählich die Konzentration aus. (mit Fotos)

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.