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Stadtverwaltung sucht nach neuem Internet-System für Kita-Vermittlung in Dresden

Kinderbetreuung Stadtverwaltung sucht nach neuem Internet-System für Kita-Vermittlung in Dresden

Der erste Versuch misslang: Als 2013 ein Internetportal für die Kinderbetreuung in Dresden starten sollte, ging nur ein Rudiment der ursprünglichen Pläne in Betrieb. Jetzt arbeitet die Stadtverwaltung an einem zweiten Versuch.

Screenshot zeigt das derzeitige Elternportal für die Kita-Vermittlung in Dresden.

Quelle: Screenshot

Dresden. Der erste Versuch misslang: Als 2013 ein Internetportal für die Kinderbetreuung in Dresden starten sollte, ging nur ein Rudiment der ursprünglichen Pläne in Betrieb. Jetzt arbeitet die Stadtverwaltung an einem zweiten Versuch.

Als Carsten Schöne das Kita-Portal der Landeshauptstadt nutzte, erlebte er eine Überraschung. Er hatte selbst eine freie Kita ausgewählt, dort gab es einen Platz für sein Kind und die Kita wollte es auch aufnehmen. Das Kita-Portal der Landeshauptstadt wollte ihm aber nach seiner Anmeldung eine städtische Kita zuweisen. Das ist unangenehm für die Verwaltung. Schöne ist Leiter der Dresdner Regionalgeschäftsstelle des Wohlfahrtsverbandes „Der Paritätische“, dem Dachverband für viele soziale Vereinigungen – nicht zuletzt eine Reihe von freien Trägern für Kindereinrichtungen.

Jetzt sucht die Stadt nach einem neuen elektronischen Kita-System und solche Turbulenzen sollen sich natürlich nicht wiederholen, aber vor allem geht es um Verbesserungen für die Eltern, die freien Träger und die Stadtverwaltung. Da trifft es sich gut, dass Carsten Schöne als Vertreter des „Paritätischen“ auch bei der Auswahl des neuen System beteiligt ist.

Wie Marco Fiedler, er ist Sprecher des für die Verwaltung der städtischen Krippen, Kindergärten und Horte zuständigen Kita-Eigenbetriebs, auf DNN-Anfrage mitteilte, hat es bei der Suche nach dem neuen System kürzlich ein sogenanntes Technology Hearing gegeben. Datenschützer, Vertreter der Branche und der Verwaltung ließen sich dabei von mehrere Softwareanbietern Lösungen präsentieren. Nach dieser „Markterkundung“ wird nun an einem sogenannten Lastenheft gearbeitet. Da soll einmal drinstehen, was das neue System können muss.

Beim ersten Versuch war der Lieferant schließlich an den ständig wachsenden Wünschen der Stadt gescheitert, blickt Schöne zurück. Außerdem gab es Datenschutzprobleme. Letztlich wurde der Vertrag aufgelöst, nur ein Teilprojekt realisiert. Es existiert heute ein Elternportal zur Anmeldung, das ganze Hinterland für die Verwaltung fehlt aber praktisch. Zwischen Kitas und Verwaltung gehen immer noch Listen hin und her, die extra erfasst werden müssen, obwohl die Eltern die Daten schon im Portal eingetragen haben. Abstimmungen zwischen freien Trägern und der Stadt über den Erlass von Kita-Beiträgen und dessen Ausgleich für den Träger müssen ebenfalls mühsam abgeglichen werden.

Der Anmeldebereich hat sich aus Sicht der Stadt bewährt. „Rund 95 Prozent aller Eltern nutzen das internetbasierte Platzvermittlungssystem der Landeshauptstadt, über 24 400 Vermittlungsanträge wurden darüber bereits erfolgreich abgewickelt“, berichtet Fiedler. In einem nächsten Schritt soll der Gesamtprozess aus Platzvergabe, Platzverwaltung und Beitragserhebung durch eine integrierte Softwarelösung optimiert werden. Die Eltern noch zielgerichteter bei Ihrer Suche nach einem freien Betreuungsplatz unterstützt und auf diesem Wege auch die Auslastung der Einrichtungen verbessert werden. „Eltern sollen schon bei der Anmeldung sehen, ob in ihrer Wunschkita noch ein Platz frei ist.“ Schon jetzt können bis zu fünf Kita-Wünsche genannt werden, wo wirklich Platz ist, muss dann Schritt für Schritt abgestimmt werden. So bleiben über längere Zeit viele Plätze im Vermittlungsverfahren „blockiert“.

Das neue System soll aber auch die Kitas und ihre Träger von Bürokratie entlasten. „Weil Statistiken und Personalplanungen einfach und schnell aus dem System generiert werden können, bleibt den Kitas mehr Zeit für pädagogische Aufgaben“, formuliert Fiedler das Ziel des neuen Systems, an dem sich alle Eltern und alle Einrichtungen, freie und städtische, beteiligen sollen. Zudem sollen auch Tagespflegepersonen ihr Betreuungsangebot eigenständig im System administrieren können.

Fiedler ist optimistisch, dass das neue System, die Erwartungen erfüllt: „Die am Markt befindlichen Standardlösungen sind weitgehend den Kinderschuhen entwachsen und können nunmehr unsere funktionalen Anforderungen nahezu vollständig abdecken.“ Die beauftragte Firma beim ersten Versuch „hatte offensichtlich die Komplexität des Projektes unterschätzt“, meint der Eigenbetriebssprecher.

Wenn das Lastenheft steht und im Jugendhilfeausschuss beschlossen ist, folgt das übliche Vergabeverfahren mit Ausschreibung. Fiedler: „Allein dafür sind bereits sieben Monate einzuplanen.“ Weitere Zeit sei für die Einführung und Datenmigration der Bestandssysteme vorzusehen. „Aus derzeitiger Sicht wäre eine Inbetriebnahme im Januar 2020 realistisch.“ Für die gesamte Systemeinführung rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags. Der für die nächsten Schritte nötige Bedarf sei für den Haushalt 2017/18 angemeldet worden. Beschlossen ist er freilich noch nicht.

Carsten Schöne vom Wohlfahrtsverband hofft auf eine schneller Einsatzfähigkeit des Systems. „Möglicherweise schon 2018“, meint er. Da es für einen Beteiligungszwang der freien Träger an der gesetzlichen Grundlage fehlt, sollte „motivierend“ mit ihnen umgegangen werden. So bräuchten sie im neuen e-Kita-System Schnittstellen, für die existierenden Software-Lösungen in ihren Betrieben, Kosten sollten dafür nicht anfallen. Natürlich müssen Datenschutzbelange eingehalten werden. Schöne: „Vor allem muss aber das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern hochgehalten werden.“

Von Ingolf Pleil

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