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Stadtreinigung feiert 140. Jubiläum - Klimaschutz als Herausforderung für die Zukunft

Stadtreinigung feiert 140. Jubiläum - Klimaschutz als Herausforderung für die Zukunft

Die Dresdner Abfallwirtschaft begeht in diesem Jahr ihren 140. Geburtstag. Im Laufe dieser langen Zeit ist die Müllentsorgung immer komplexer geworden.

Während die Abfälle vor Beginn der professionellen Entsorgung im Jahr 1873 einfach auf die Straße geworfen wurden, landeten sie später auf der Deponie und werden heute in einer Aufbereitungsanlage am Hammerweg größtenteils verwertet. DNN-Mitarbeiter Stephan Hönigschmid analysieren, welche Entwicklung die Müllentsorgung in Dresden in den vergangenen 140 Jahren genommen hat und wie die Herausforderungen der Zukunft aussehen?

mWarum kam es 1873 überhaupt zur Gründung der Abfallwirtschaft?

Der Müll wurde damals auf die Straße geworfen und nur sporadisch entsorgt. Diese unhygienischen Zustände bargen sowohl für die Dresdner Bürger als auch für die Umwelt erhebliche Gefahren. Deshalb beauftragte der Rat der Stadt 1873 die Dünger-Export-Gesellschaft, eine Vorgängerin der heutigen Stadtreinigung, mit der geordneten Abfallabfuhr aus der Stadt.

mDas Recycling von Abfall ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Gab es diesen Gedanken auch schon zu DDR-Zeiten?

"Durch die Mangelwirtschaft gab es in der DDR mit dem SERO-Sammelsystem für Glas und Papier ein umfassendes Recyclingsystem", sagt Burghart Hentschel, einer der beiden Geschäftsführer der Dresdner Stadtreinigung. Auch nach der Wende sei das beim Einstieg in das Abfallwirtschaftskonzept vorteilhaft gewesen, weil man den Leuten nicht erst erklären musste, was Wertstoffe sind, so Hentschel.

mWie hat sich die Abfallmenge beim Restmüll seit der Wende verändert?

Während 1989 im Durchschnitt jeder Dresdner 180 Kilogramm Restmüll produzierte, war es nach Angaben der Stadtreinigung 1990 durch das verbesserte Warenangebot bereits doppelt so viel. Seit 1994, als die Restabfallmenge bei 304 Kilogramm pro Dresdner lag, ist sie im Verlauf der Jahre stetig zurückgegangen. Voriges Jahres lag der Durchschnittswert bei 136 Kilogramm. Vor allem die sorgfältige Trennung nach Wertstoffen ist für diesen Effekt verantwortlich.

mWie viele Mülltonnen stehen in Dresden für die verschiedenen Abfallarten zur Verfügung?

Im Bereich der Landeshauptstadt gibt es 71750 Tonnen für Restabfälle, 22800 Behälter für Bioabfälle und 51400 Mülltonnen für Leichtverpackungen.

mWelche Müllmengen fallen pro Jahr bei Rest- und Biomüll sowie bei Leichtverpackungen an?

Mit 74144 Tonnen belegt der Restmüll den ersten Platz, gefolgt vom Biomüll mit 24511Tonnen und den Leichtverpackungen mit 15488 Tonnen.

mWarum hat die Stadtreinigung 2001 die Hausmülldeponie an der Radeburger Straße geschlossen und die Biologisch-Mechanische Aufbereitungsanlage in Betrieb genommen?

"Die 2005 in Kraft getretene Deponieverordnung untersagte es, Abfall weiterhin unbehandelt auf Deponien abzulagern", erläuterte Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gestern bei einem Besuch der Anlage. Die Stadt Dresden habe sich daher bereits 2001 auf die veränderten Bedingungen eingestellt und war damit die erste deutsche Großstadt mit einer ökologischen Restabfallbehandlung. In der Bio-Mechanischen Anlage werden jedoch nicht nur alle Restabfälle aus den Haushalten aufbereitet, sondern auch die Papierkorb- und Gewerbeabfälle. Bis Ende vorigen Jahres wurden seit 2001 insgesamt 900000 Tonnen Abfälle verarbeitet.

mWelche Herausforderungen gibt es für die Müllentsorgung in Dresden?

"Die Abfallwirtschaft leistet heute einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz", betonte Bürgermeister Hilbert (FDP). Aus diesem Grund werde derzeit eine Ausschreibung vorbereitet, um ab 2016 die jährlich anfallenden 24000 Tonnen Biomüll in Dresden nicht weiter zu kompostieren, sondern zu vergären (DNN berichteten). "Mit dem erzeugten Biogas sollen Strom und Wärme produziert werden", sagte Hilbert. Zudem stehe durch die gesetzlich Pflicht der Erweiterung des Wertstoffsammelsystems die Entscheidung an, ob ab 2015 in Dresden eine Wertstofftonne eingeführt werde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.03.2013

Stephan Hönigschmid

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