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Stadtpark West für Dresden war nur ein schöner Traum

Stadtpark West für Dresden war nur ein schöner Traum

Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) bezeichnete das Gelände des Güterbahnhofs Friedrichstadt vor einem Jahr als "Entwicklungspotenzial für die Stadt Dresden, wie es nur alle 100 Jahre mal vorkommt".

Im September 2012 beauftragte der Stadtrat die Oberbürgermeisterin, ein Konzept für die zukünftige Entwicklung des Güterbahnhof-Areals zu erarbeiten. Auf den nicht mehr benötigten Bahn-Liegenschaften könnte in Verknüpfung mit umliegenden Kleingärten ein "Neuer Stadtpark West" entstehen, quasi ein Pendant zum Großen Garten.

Bahn erhält Rangierbetrieb

Die Begeisterung ist längst abgeklungen. Es scheitert schon an der Grundvoraussetzung: Bahnflächen werden in ausreichender Größe frei. Das ist nämlich laut einer aktuellen Vorlage von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) an den Stadtrat nicht im Ansatz gegeben. Laut Aussage der Deutschen Bahn AG werde zwar die Logistik-Tochter "DB Schenker Rail Deutschland AG" von der Friedrichstadt nach Halle wechseln. "Für die zu entmietenden Flächen plant die Deutsche Bahn, den Rangierbetrieb zu erhalten und zu entwickeln", so die OB. Lediglich in den Randbereichen des Güterbahnhofs könnten Flächen frei werden.

Um diese Flächen zu erhalten, müsste die Stadt einen Antrag auf Entwidmung stellen. Erst danach könne sie im Flächennutzungsplan ein anderes Nutzungsziel anstatt von Bahnfläche darstellen. Fraglich sei auch die Altlastensanierung, die die Stadt als neuer Eigentümer übernehmen müsse. "Der Aufwand ist abhängig von der Folgenutzung", schreibt die OB.

Gewerbe sei in dem Gebiet als Hauptnutzung etabliert und könne weiter entwickelt werden. So fasse die Bahn langfristig ein Logistikzentrum ins Auge. Die weiterhin intensiv genutzten Bahnstrecken würden als Barrieren und Lärmemissionsquellen bei einem Stadtpark wirken. Problematisch sei auch die schwierige Erreichbarkeit der Grundstücke und die fehlende Vernetzung der Grünflächen. "Die Anlage eines Stadtparks erfordert hohe Investitions- und Unterhaltungskosten seitens der Stadt", heißt es in dem Schreiben von Orosz. Das mit der Ausrichtung einer Internationalen Gartenschau oder einer Bundesgartenschau und den damit verbundenen Fördermitteln zu kompensieren, sei wegen zu geringer Größe der Flächen und fehlender baulicher öffentlicher Nachnutzung ausgeschlossen.

Hochwertige komplexe Logistik

Bei einer Beratung im Sächsischen Wirtschaftsministerium im April, an der das Güterverkehrszentrum, der Alberthafen, die Deutsche Bahn, die Industrie- und Handelskammer, die Technische Universität und die Stadt teilgenommen haben, sei vorgeschlagen worden, dass die Entwicklung des Rangierbahnhofs in Richtung hochwertige komplexe Logistik gehen soll. "Die Bahn als Eigentümer der Flächen will die entsprechenden Vorplanungen auslösen", heißt es in der Vorlage der Oberbürgermeisterin.

Das nüchterne Fazit: Weiterführende Planungen seitens der Stadt wären nur bei einem Verzicht der Bahnnutzung sinnvoll. Da das nun gerade nicht in Aussicht steht, bleibt der "Neue Stadtpark West" nichts weiter als ein schöner Traum.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.09.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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