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Stadtentwässerung Dresden nimmt Faultürme der Kläranlage Kaditz in Betrieb

Stadtentwässerung Dresden nimmt Faultürme der Kläranlage Kaditz in Betrieb

Die Stadtentwässerung Dresden (SEDD) hat am Freitag mit rund 300 Gästen die Einweihung der Klärschlammaufbereitungsanlage im Klärwerk Kaditz gefeiert. In vier Jahren Bauzeit entstanden für eine Investitionssumme von 43 Millionen Euro unter anderem zwei 35 Meter hohe eiförmige Faultürme, in denen der Schlamm aufbereitet und das entstehende Klärgas zur Energiegewinnung genutzt werden soll.

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Diese Faultürme in der Kläranlage Dresden-Kaditz haben ihren Betrieb offiziell aufgenommen.

Quelle: Stefan Schramm

„Das Biogas verwandeln wir in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme“, erklärt Johannes Pohl, Technischer Geschäftsführer der Stadtentwässerung. Mit den rund 13.000 Megawattstunden klimafreundlichen Stroms, die auf diese Weise jährlich erzeugt werden, könne das Unternehmen mehr als die Hälfte des Elektrobedarfs für die Abwasserbehandlung decken. „Damit könnte man etwa 3000 Vier-Personen-Haushalte versorgen“, vergleicht Dresdens Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann, der zugleich im Aufsichtsrat der Stadtentwässerung sitzt. Noch einmal die gleiche Energiemenge ist in Form von Wärme nutzbar.

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Zwischen den Faultürmen steht ein 40 Meter hoher Funktionsturm.

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Tatsächlich schlägt die Stadtentwässerung sogar zwei Fliegen mit einer Klappe. „Bisher mussten wir den Schlamm energieaufwendig mit Erdgas trocknen, das entfällt nun“, freut sich die kaufmännische SEDD-Geschäftsführerin Gunda Röstel. Auf diese Weise lasse sich der Ausstoß von rund 10.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermeiden. In zwei Jahrzehnten hätten sich zudem die Baukosten amortisiert.

Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, bezeichnete das Kaditzer Klärwerk am Freitag als leuchtendes Vorbild für andere Abwasserreinigungsanlagen. Der Staatssekretär im sächsischen Umweltministerium Fritz Jaeckel schlug derweil vor, einen Namenswettbewerb für die markanten Fauleier durchzuführen: „Ich bin sicher, dass sich die Dresdner daran rege beteiligen werden“, so Jaeckel.

Pro Tag will die Stadtentwässerung rund 1000 Kubikmeter weitgehend entwässerten Klärschlamm in die beiden Fauleier mit einem Fassungsvermögen von jeweils 10.500 Kubikmetern einleiten. Die durchschnittliche Faulzeit beträgt dementsprechend 21 Tage. Die etwa 13.000 Kubikmeter Faulgase, die dabei täglich anfallen, treiben zwei Gasmotoren in einem Blockheizkraftwerk an. Außerdem entstanden ein Gasbehälter, eine Klärgasreinigungs- und -verdichtungsanlage sowie eine Klärschlammverladestation neu.

Am Sonntag haben Besucher bei einem Tag der offenen Tür von 10 bis 18 Uhr Gelegenheit, die neue Schlammbehandlungsanlage anzuschauen. Für den Aufstieg auf die Faultürme ist eine Anmeldung notwendig, am Sonntag sind dafür allerdings nur noch wenige Restplätze zu vergeben. Der Eintritt ist frei. Vom Parkplatz am Modezentrum Kress an der Marie-Curie-Straße fährt im Zehn-Minuten-Takt außerdem ein kostenloser Pendelbus zu den Faultürmen.

Stefan Schramm

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