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Stadt will Fußgängertunnel am Goldenen Reiter verfüllen lassen

Stadt will Fußgängertunnel am Goldenen Reiter verfüllen lassen

Innerhalb der Stadtverwaltung gibt es Überlegungen, den 1979 errichteten Fußgängertunnel am Goldenen Reiter abreißen zu lassen. Das bestätigte Rathaussprecherin Nora Jantzen gestern auf DNN-Anfrage.

Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Den Abriss müssten, so Jantzen, letztlich auch die politischen Gremien - allen voran der Stadtrat - beschließen.

Hintergrund der Pläne ist, dass die Innere Neustadt besser mit der historischen Altstadt verbunden und damit gestärkt werden soll. Der Fußgängertunnel am Neustädter Markt hat aus Sicht der Mitarbeiter im Rathaus eine "räumliche Trennwirkung" - das würde sich mit mehr ebenerdigen Übergängen über die Große Meißner- bzw. die Köpckestraße ändern. Die Stadt erhofft sich Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger auf der touristischen Hauptlauflinie. "Durch die Herstellung eines oberirdischen Querungsangebots wird darüber hinaus dem subjektiven Sicherheitsbedürfnis vieler Nutzer Rechnung getragen", meint Jantzen. Dies mache auch den Weg frei für eine "großzügige Erneuerung und Platzgestaltung" des Neustädter Marktes.

Die Linke-Landtagsabgeordnete Julia Bonk hält den ins Gespräch gebrachten Abriss des Fußgängertunnels für einen großen Fehler. "Wir sprechen hier über das letzte verbliebene Bauwerk dieser Art in Dresden. Dessen Beseitigung macht nicht nur Spaziergänge ohne Wartezeit an einer Ampel in diesem Gebiet unmöglich, wir nehmen auch Jugendlichen einen beliebten Treffpunkt", sagt Bonk vor allem mit Blick auf eine Gruppe Skater. Die Politikerin regt an, in dem seit dem Hochwasser 2002 nicht mehr genutzten, 75 Quadratmeter großen Raum der Tourist-Information ein Jugendzentrum einzurichten.

Bei der Stadtverwaltung löst diese Idee wenig Begeisterung aus: "Die einzigen vorhandenen Medien dort sind Strom und Telefon. Es gibt kein Wasser und ein Abwasseranschluss ist technisch nicht nachrüstbar, so dass es an Toiletten fehlt. Außerdem existieren weder eine Lüftungsanlage noch ein zweiter Ausgang. Der Raum entspricht daher nicht mehr den heutigen baurechtlichen Erfordernissen", betont Jantzen.

Die Kosten für eine aufwendige Sanierung scheut die Stadt offenbar, zumal sie schon jetzt pro Jahr rund 32 000 Euro für die Unterhaltung des Fußgängertunnels zur Seite legt. Die Kosten zur Beseitigung von Schmierereien und Aufklebern seien da noch nicht einmal mit eingerechnet.

Mittelfristig rechnet Jantzen mit steigenden Ausgaben, weswegen nun der Abriss der oberirdischen Rampen- und Treppenanlagen sowie das Verfüllen des Tunnelbereichs erwogen wird. Sollte es so weit kommen, will die Stadt die am südlichen Zugang befindlichen Sandsteinreliefs der Künstler Dietrich Nitzsche, Vinzenz Wanitschke, Egmar Ponndorf und Peter Makolies, die Ansichten Dresdens zeigen, fachkundig bergen und woanders anbringen.

Der Fußgängertunnel inklusive mehrerer Nebenräume verbindet die Augustusbrücke mit dem Neustädter Markt. Er wurde 1979 fertiggestellt, anlässlich der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der DDR.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.03.2012

Christoph Stephan

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