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Stadt verfügt Wiederaufbau abgerissener Denkmal-Villa in Blasewitz

Stadt verfügt Wiederaufbau abgerissener Denkmal-Villa in Blasewitz

Tatsachen schaffen und so das eigene Ziel doch noch erreichen. Diese Rechnung geht offenbar für den Eigentümer der Villa Tolkewitzer Straße 57 in Blasewitz ganz und gar nicht auf.

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Diese Villa stand einst an der Tolkewitzer Straße.

Quelle: Archiv

Denn die Denkmalschutzbehörde der Stadt Dresden verfügte jetzt, dass das Kulturdenkmal wieder aufzubauen ist. Der Eigentümer habe einen entsprechenden Bescheid erhalten, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

„Der Denkmalschutzbehörde ist für extreme Fälle dieser Art die gesetzliche Möglichkeit eingeräumt, den Wiederaufbau eines beseitigten Kulturdenkmals per Bescheid anzuordnen und dadurch dessen Zeugniswert durch material- und ansichtsidentische Rekonstruktion anschaulich zu bewahren. „Die vorliegenden Plan- und Fotodokumentationen zur Villa erlauben hierbei einen detailgetreuen Nachbau wesentlicher gestaltprägender Elemente“, so die Stadt weiter.

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Hobbyforscher Bernd Beyer kennt in Blasewitz jedes Haus.

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Die um 1920 errichtete Villa Tolkewitzer Straße 57, in bester linkselbischer Lage inmitten eines großen Gartengrundstücks gelegen, stellt nach Ansicht des Denkmalschutzes ein für die Landeshauptstadt eher selten überliefertes Zeugnis der Baukunst zwischen Neobarock, Art déco und Neuer Sachlichkeit dar. Deshalb wurde das Gebäude Anfang der 1990er Jahre zum Kulturdenkmal erklärt.

Das Grundstück selbst wurde 1997 rückübertragen. „Die Villa befand sich zu diesem Zeitpunkt in ordentlichem ,gebrauchsfähigen‘ Zustand“, so Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos). Sowohl das noble äußere Erscheinungsbild als auch die exquisite Innenausstattung seien trotz langjährig unterlassener Instandhaltungsmaßnahmen in einem reparablen Zustand gewesen. Doch die Eigentümer hätten seit 1998 „jede Instandhaltung unterlassen“ und „so gut wie keine Sicherungen unternommen“. Im Gegenteil.

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So sieht es aktuell aus.

Quelle: Archiv

1998 stellten die Eigentümer erstmals Antrag auf Abbruch des Denkmals, denn sie hatten mit dem Grundstück andere Pläne. Doch die gingen nicht auf, denn die untere Denkmalschutzbehörde lehnte den Abrissantrag ab und der Widerspruch gegen diesen Bescheid beim damaligen Regierungspräsidium Dresden hatte keinen Erfolg. Daraufhin klagte der Eigentümer beim Verwaltungsgericht Dresden. Wieder ohne Erfolg. 2004 wurde der Abbruch auch von dieser Instanz abgelehnt. 2011 startete der Villabesitzer einen erneuten Versuch und beantragte den Abbruch der Villa. Gleiches Spiel: Der Antrag wurde abschlägig beschieden. Der Widerspruch des Eigentümers bei der Landesdirektion Sachsen hatte ebenso keinen Erfolg. In der Nacht vom 17. auf den 18. November 2013 stand die Villa dann plötzlich in Flammen. Das Dach brannte komplett ab, das Mansardgeschoss nahezu vollständig aus. Am 31. März 2014 loderten dann die Flammen im Souterrain. Die Schäden waren allerdings gering.

Im Mai und Juni dieses Jahres schuf der Villa-Besitzer schließlich Tatsachen. Das Haus wurde abgerissen – illegal. Am Morgen des 16. Mai sei mit dem „denkmalschutzrechtlich nicht genehmigten, unsachgemäßen und zu diesem Zeitpunkt nicht erforderlichen Abbruch des Denkmals“ begonnen worden, so Lunau. Die Villa sei dabei in großen Teilen zerstört worden. Obwohl die untere Denkmalschutzbehörde einen sofortigen Baustopp verhängte, sei am 12. Juni ein weiterer Abbruch erfolgt. „Dabei wurde die Villa fast komplett zerstört.“

Die Stadt stellte Strafanzeige gegen den Eigentümer der Villa. Zudem laufen seit November 2013 Ermittlungen der Kriminalpolizei aufgrund der Brände. „Im Fall des Brandes vom November 2013 geht die Polizei mittlerweile davon aus, dass es Brandstiftung war, und zwar vorsätzlich“, so Marko Laske gegenüber DNN. Eine technische Ursache sei auszuschließen, „weil zu diesem Zeitpunkt an der Villa keine Medien anlagen“. Die Ermittlungen werden fortgeführt.

Catrin Steinbach

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