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Stadt hält Gebietsschutz vor Hochwasser für möglich

Leipziger Vorstadt in Dresden Stadt hält Gebietsschutz vor Hochwasser für möglich

Die Stadt Dresden bleibt ihrer Linie treu: Für die Leipziger Vorstadt sei ein Gebietsschutz vor Hochwasserschäden technisch möglich und wahrscheinlich auch wirtschaftlich. Das erklärte Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) am Montag. Für Aussagen zu den Kosten sei es derzeit noch zu früh.

Sandsäcke gegen die Flut.
 

Quelle: Archiv

Dresden.  Die Stadtverwaltung bleibt bei der Hochwasservorsorge für Pieschen ihrer Linie treu: „Ein Gebietsschutz ist technisch machbar und absehbar wirtschaftlich“, sagte Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen am Montag vor der Presse in Dresden. Mit dem Masterplan für das Gebiet, der ebenfalls vorgelegt wurde, soll verhindert werden, dass Bauvorhaben dem vorgesehenen Gebietsschutz entgegenstehen. „Der Gebietsschutz für Pieschen soll nicht durch die Bebauung eingeschränkt werden“, fügte die Grünen-Politikerin hinzu.

Wie Jens-Olaf Seifert, Abteilungsleiter Kommunaler Umweltschutz, ergänzte, hätten die Wasserstände beim Hochwasser 2013 gezeigt, dass die Prognosen nach dem alten Modell des Freistaats von 2008 nicht mehr stimmig sind. „Der Wasserstand 2013 war höher“, sagte Seifert. Teilweise lagen die tatsächlichen Messungen bis zu 50 Zentimeter über den Modellannahmen, größtenteils lagen sie bis zu 30 Zentimeter darüber.

Seit kurzem liege nun das neue Modell des Freistaats für ein sogenanntes 100-jähriges Hochwasser (HQ 100) vor. „Das schafft Planungssicherheit“, stellte Seifert fest. Im neuen Modell des Freistaats sind nach den Angaben der Stadt die Wasserspiegellagen jetzt etwa 10 bis 20 Zentimeter höher als im alten. Die Differenzen zu den realen Messungen ergäben sich daraus, dass ein Modell nicht jedes Detail der Landschaft und Bebauung in der Realität berücksichtigen könne.

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Nach den Angaben der Stadt waren die Wasserstände in der Leipziger Vorstadt beim Hochwasser 2013 höher als bei der Flut 2002 und im Prognose-Modell des Freistaats von 2008.

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Nach den Vorstellungen der Stadt könnte für das Viertel eine etwa 2,5 Kilometer lange Schutzlinie entstehen. Dabei gehe es nicht um eine geschlossene Mauer. Zum Schutz seien verschiedene Instrumente denkbar: Aufschüttungen, die Anhebung geplanter Gebäude wie bei der Hafencity vorgesehen, mobile Schutzwände und auch Mauerbereiche. Genauere Angaben seien dazu noch nicht möglich, weil es dafür noch keine konkreten Planungen gebe und dies auch mit den Investoren abgesprochen werden soll.

Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Dresden habe in den letzten Jahren der Wert der zu schützenden Güter zugenommen. Bei einem Hochwasser wie 2002 geht die Stadt von einem aktuellen Schadenspotential von 31,9 Millionen Euro (Zeitwert 2014) aus, bei einer Betrachtung der Neuwerte sogar von 53,2 Millionen Euro. Für die konkrete Umsetzung seien weitere Untersuchungen notwendig. So wird als Ausgleich für die durch die Anhebung von Flächen in der Leipziger Vorstadt entfallenden Überflutungsraum die Abgrabung und Flächenmodellierung im Bereich der Alten Werft in Übigau nachgedacht.

Auch zu den Kosten des Gebietsschutzes konnte die Verwaltung noch keine Angaben machen. „Dazu ist es noch zu früh“, erklärte Bürgermeisterin Jähnigen. Zunächst seien weitere Gespräche mit dem Freistaat nötig. Das Land hatte 2004, also Jahre vor der Flut 2013, einen kompletten Gebietsschutz noch als „praktisch nicht realisierbar“ bezeichnet. Der Freistaat ist aber für den Hochwasserschutz zuständig, müsste diesen also auch bezahlen. Mit einer Ausnahme: Mobile Schutzmaßnahmen sind Sache der Stadt, erläuterte Jähnigen. Aus einer Kombination daraus könnte sich eine Lösung ergeben.

Von Ingolf Pleil

Dresden 51.074845 13.722843
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