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Stadt entzieht erstmals Zulassung für Kinder-Tagespflege

Bekannter Tagesvater betroffen Stadt entzieht erstmals Zulassung für Kinder-Tagespflege

Mit seinem Job hat es Titus Parade schon zu einiger Bekanntheit gebracht in der Stadt. Seit zehn Jahren ist er Tagesvater, hat sich als Interessenvertreter der Branche engagiert. Das Angebot mit Gruppen von maximal fünf Kindern zwischen null und drei Jahren ist eine Alternative zur Kinderkrippe.

Bei Youtube stellt Titus Parade seine Arbeit vor.

Quelle: Screenshot

Dresden. Mit seinem Job hat es Titus Parade schon zu einiger Bekanntheit gebracht in der Stadt. Seit zehn Jahren ist er Tagesvater, hat sich als Interessenvertreter der Branche engagiert. Das Angebot mit Gruppen von maximal fünf Kindern zwischen null und drei Jahren ist eine Alternative zur Kinderkrippe. Derzeit gibt es in Dresden reichlich 1800 Betreuungsplätze bei Tagesmüttern und Tagesvätern.

Gelegentlich lag Parade mit der Stadt schon über Kreuz, klagte mit anderen gegen das e-Portal zur Vermittlung von Betreuungsplätzen, weil das System die Tageseltern benachteilige. Jetzt aber wird es richtig ernst für Parade.

Durch die Landeshauptstadt sei in dieser Woche "eine Erlaubnis zur Kindertagespflege widerrufen" worden, teilte die Stadt auf DNN-Anfrage mit. "Der zuständigen Stelle lagen Hinweise von Eltern vor, die diesen Schritt erforderlich machten." Aus Datenschutzgründen wollte die Verwaltung keine weiteren Angaben machen. Gegen den Widerruf seien Rechtsmittel möglich. "Es handelt sich um den ersten Widerruf einer Erlaubnis zur Kindertagespflege in dieser Form", heißt es.

Nach DNN-Informationen ist Titus Parade der betroffene Tagesvater. "Die Hauptbegründung ist der Vorwurf mangelnder Kooperationsbereitschaft mit dem Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen", erläuterte er auf Anfrage. Sicherlich sei es wichtig, dass eine Behörde einschreiten kann, wenn es schwerwiegende Fälle der Kindswohlgefährdung, der Aufsichtspflichtverletzung oder des wiederholten groben Regelverstoßes gebe. "All dies ist in meinem Fall nicht gegeben", betonte Parade. Er habe die Eltern der fünf betreuten Kinder bereits informiert. Für die Kleinen fürchtet er "schwer einschätzbare Negativauswirkungen" eines Betreuungsabbruchs. Er habe einen Anwalt beauftragt, alle rechtlichen Schritte einzuleiten, um dies zu verhindern. Auch seine Frau sei in der Kinderbetreuung tätig. Gemeinsame Gartenaufenthalte oder eine vertraute Ersatzbetreuung würden wegfallen. Hier werde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, die Vertreter des Kita-Eigenbetriebs handelten "in völliger Fehleinschätzung der Situation und ihrer Aufgaben oder verfolgen einen Plan, über den ich nur mutmaßen könnte".

Parade kritisierte grundsätzlich den Umgang der Stadt mit den Tageseltern. Er habe in den letzten zehn Jahren Anweisungen, Vorladungen und ein zunehmendes Kontrollbedürfnis der Stadt erlebt. Der Vorwurf der mangelnden Kooperationsbereitschaft beziehe sich auf einen Gesprächstermin zur Klärung einer unverfänglichen Sache, die er schon schriftlich erläutert hatte. Einen Termin habe er wegen Krankheit absagen müssen, beim zweiten sei er bereits gebunden gewesen. Die Stadt werfe ihm vor, er hätte von sich aus weitere Terminvorschläge machen müssen. Zu den Elternhinweisen, von denen die Stadt spricht, erläuterte Parade den Fall eines von ihm betreuten vier Monate alten Säuglings. Nach 9 Wochen Betreuung und einem eskalierten "Klärungsgespräch" habe er den Vertrag gekündigt. Zur Umgehung der Kündigungsfrist von 3 Monaten hätten die Eltern zu einem in der Kindertagespflege "wohl bekannten Mittel" gegriffen. Sie hätten ihn beim Eigenbetrieb angeschwärzt und "erfanden etliche Vernachlässigungsmomente, um ihre nachgereichte fristlose Kündigung zu rechtfertigen und die 3 Monate Elternbeitrag einzusparen". Der Eigenbetrieb habe daraufhin auf einem Hausbesuch bestanden, für den Parade aber keine rechtliche Grundlage gesehen habe. Offenbar hat die Verwaltung daraufhin die Reißleine gezogen und den Widerruf der Zulassung ausgesprochen. Parade verweist jedoch darauf, dass er in diesem Jahr ohnehin noch für seine erneute Zulassung mit Besuchen zu rechnen gehabt hätte. Parade: "Der Erlaubnisentzug ist meiner Ansicht nach lediglich eine Sanktion wegen ,Nichtunterwerfung'."

Ingolf Pleil

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