Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Google+
Stadt Dresden geht mit eKita-Portal baden

Stadt Dresden geht mit eKita-Portal baden

Das elektronische Vergabesystem für Betreuungsplätze in Dresdner Kindertagesstätten ist definitiv gescheitert. Die Hamburger Firma "Steria Mummert Consulting" kann die fehlenden maßgeblichen Komponenten für die Funktion des Kitaplatz-Vergabeportals nicht nachliefern (DNN berichteten).

Jetzt sitzt die Stadt auf einem zu 20 Prozent funktionierenden Portal und hat jede Menge Ärger. "Hätte ich gewusst, dass die Firma nicht liefern kann, dann hätte ich der vorzeitigen Inbetriebnahme des Elternportals nicht zugestimmt", sagte Kita-Eigenbetriebsleiterin Sabine Bibas gestern den DNN.

Da das System den Abgleich mit den Freien Trägern nicht leisten kann - eigentlich sollte die eKita so Mehrfachanmeldungen vermeiden - sitzen jetzt vier städtische Mitarbeiter am Elternportal und generieren aus den Datensätzen Listen, die sie immer mittwochs an über 60 verschiedene Freie Träger verschicken. Die müssen innerhalb von 14 Tagen ein Zeichen geben, welche Kinder auf den Listen sie aufnehmen können. Gibt es keine Rückmeldung rücken die Kinder sofort weiter auf eine nachrangige Wunscheinrichtung. Das Durcheinander ist unvermeidlich.

So hat Diana L.* ihre Tochter über das Elternportal für einen Krippenplatz angemeldet und als erste von fünf Wunscheinrichtungen den Freien Träger angegeben, in dem bereits ihr Sohn untergebracht ist, zwecks Wegeersparnis und Geschwisterbonus. Anfang Januar erhielt die Dresdnerin vom Eigenbetrieb die Information, dass alle Daten angekommen seien und sie in der Vermittlungsphase sei. Nun kam vor wenigen Tagen von der Kita, die sie als zweite Wunscheinrichtung angegeben hatte, die Nachricht, dass ein Platz bereitsteht. Die Mutter erkundigte sich verwundert in der Kita ihres Sohnes, warum fürs Geschwisterchen nichts frei ist. "Ich erfuhr dort, dass die Kita erst Ende Februar weiß, wie viele Plätze sie zu vergeben hat und vorher noch keine Zusagen machen kann." Also sagte die Mutter der zweitgewählten Kita ab - wo man darüber hörbar verärgert war - und bewarb sich noch mal um den Krippenplatz in der Einrichtung des Geschwisterkindes.

Die 14-tägige Meldefrist sei zu knapp, bemängeln viele Freie Träger. Bevor eine Einrichtung überhaupt reagieren kann, rutschen die Kinder oft schon weiter und tauchen in den Listen der nächsten Kitas auf. "Ich verwende viel Zeit, um die Geschwisterkinder in den Listen zu finden", sagt Roswitha Richter von der Kita des Jugend- und Sozialwerks "Bim Bam Bino". Wenn sie selbst nicht da sei, könne die Vertretung diesen Aufwand nicht betreiben, da sie in der Gruppe gebunden sei.

Die Kita "Hochlandsterne" des Malwina e.V. bekam kurz vor Betreuungsbeginn - die Vertragsunterlagen waren schon versandt - von Eltern eine Absage, weil sie plötzlich eine Zusage für eine städtische Einrichtung erhielten. "Eigentlich sollte der Vermittlungsweg abgeschlossen sein, wenn die Eltern von einer Kita eine Zusage erhalten", ärgert sich Yvonne Scheck von den "Hochlandsternen". Der Aufwand und die Fehlerbehaftung durch die nicht funktionierende eKita sei sehr hoch. Manche Kinder erschienen gar nicht in den Listen, obwohl die Eltern sie angemeldet hatten, sagt Anett Friedrich vom Fröbel-Kindergarten. Bis zum Vertragsabschluss sei es oft "ein Blindflug". Die evangelische Kita "Regenbogen" hat deshalb die Eltern gebeten, neben der Anmeldung im System die Daten parallel auch dem Haus direkt mitzuteilen. Ein anderes Kinderhaus rät Eltern ausdrücklich davon ab, das Elternportal für eine Anmeldung in der Einrichtung zu nutzen. Eine Vermittlung von Plätzen in unserem Haus über dieses System sei derzeit unrealistisch, heißt es dort auf der Internetseite.

Sabine Bibas warnt vor Panikmache. Eltern, denen Unstimmigkeiten auffallen, sollten sich am besten beim Eigenbetrieb melden. "Die Herausforderung ist für uns, mit diesem Rudiment zu arbeiten", sagt Bibas hinsichtlich des Elternportals und appelliert an die Freien Träger mitzuziehen. Außerdem will der Eigenbetrieb sein Personal aufstocken, um die über das Portal eingehende Datenmenge neben dem üblichen E-Mail-Verkehr, den Telefonaten und Beratungsangeboten bewältigen zu können. Das Elternportal will der Eigenbetrieb so lange weiterlaufen lassen, bis ein alternatives elektronisches Vergabesystem entwickelt ist. Damit steht die Stadt wieder am Anfang. Rechnet man die Zeit für Beratungen, Planung und Ausschreibung optimistisch, dann könnte frühstens in zwei Jahren ein neues Vergabeportal stehen.

*Name geändert, der Redaktion bekannt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.02.2014

Arndt, Madeleine

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
17.10.2017 - 09:37 Uhr

Dynamo-Coach Uwe Neuhaus kann sich derzeit vor personellen Alternativen kaum retten. Wer kommt in die Startelf, wer auf die Bank, wer muss auf die Tribüne?

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.