Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / -2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Staatsanwalt ermittelt gegen Chef des Veranstaltungsbüros der Stadt

Staatsanwalt ermittelt gegen Chef des Veranstaltungsbüros der Stadt

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue und Vorteilsnahme gegen Jörn-Torsten Verleger, einst Leiter des früheren Veranstaltungsbüros zur Frauenfußball-WM und zum Kirchentag im Geschäftsbereich von OB Helma Orosz (CDU).

"Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst", bestätigte Behördensprecher Lorenz Haase auf DNN-Anfrage. Es liege eine Anzeige vor. Zu Inhalten und Details wollte Haase aufgrund der laufenden Ermittlungen keine Stellung nehmen. Gegenüber DNN gab FDP-Stadträtin Barbara Lässig zu, den Antrag gestellt zu haben, um endlich Gewissheit und Gerechtigkeit zu erfahren.

Im Streit zwischen Lässig und Verleger, der inzwischen wieder im Sportstättenbetrieb arbeitet (DNN berichteten), hatte Verleger bereits versucht, Lässig anzuzeigen. Doch die Staatsanwaltschaft Dresden hatte eine Klage Verlegers gegen Lässig wegen falscher Tatsachenbehauptungen zurückgewiesen.

Ein Anlass für den Streit ist eine Ehrenkarte für das Frauenfußball-WM-Spiel USA gegen Brasilien in Dresden. Das Ticket hatte der damalige WM-Beauftragte Verleger für 238 Euro einem Fan aus Hannover verkauft. Doch da die Ehrenkarten vom Deutschen Fußball Bund (DFB) kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, hätte er die Karte nicht gegen Geld veräußern dürfen. Zwar zahlte Verleger die Summe später in die Stadtkasse ein. Das geschah aber erst, nachdem der Vorfall bekannt geworden war. Lässig vermutet nun noch "weit mehr Schweinereien", wie sie sagt. Es gehe ihr einzig um die Aufklärung und Bearbeitung schwerwiegender Vorwürfe wegen etlicher Unregelmäßigkeiten bei der Abwicklung der Großveranstaltungen Schacholympiade, Evangelischer Kirchentag und Frauenfußball-WM, für die Verleger letztlich verantwortlich zeichnete.

Die Staatsanwaltschaft kann sich auf zwei interne Gutachten der Stadt stützen. Rechtsamt und Rechnungsprüfungsamt haben Verleger Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen und nicht ordnungsgemäße Dokumentationen im Veranstaltungsbüro nachgewiesen. Inwieweit diese strafrechtlich relevant sind, wird die Staatsanwaltschaft bewerten müssen.

Anfragen von Thomas Blümel (SPD) und Lässig an die Verwaltung förderten zudem zwei umfangreiche Listen über die Dienstreisen von Verleger von Oktober 2009 bis Juni 2011 zu Tage. Darin werden im Vergleich mindestens vier Reisen falsch oder gar nicht angegeben, alle im Zusammenhang mit einer Mitarbeiterin des Hochbauamtes, mit der Verleger auf seinen Reisen das Hotelzimmer geteilt haben soll, und zwar nicht aus Kostengründen.

Vorläufiger Höhepunkt im Streit mit der Verwaltung: Lässig hat gegen  Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bei der Landesdirektion Dresden eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Anlass war ein Brief von Interims-OB Hilbert an Lässig, in dem er der Stadträtin mitteilte, keine Fragen mehr zur Sache Verleger zu beantworten. Das wiederum könnte für Hilbert und die Verwaltung zum Bumerang werden, da die Stadt laut Gemeindeordnung und Geschäftsordnung des Stadtrates verpflichtet ist, Anfragen von Ratsmitgliedern innerhalb von zwei, längstens jedoch sechs Wochen zu beantworten. Ralf Redemund

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.12.2011

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
17.11.2017 - 19:37 Uhr

Die neue Dresdner Hallenmeisterschaften dauern bis zum 10. Februar. Dann soll der neue Champion ermittelt sein.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.