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Spürnase a.D.: Schäferhund Cash von der Dresdner Polizeihundestaffel geht in Rente

Spürnase a.D.: Schäferhund Cash von der Dresdner Polizeihundestaffel geht in Rente

Einbrechern im Wohngebiet hinterher jagen, Diebe auf dem Schrottplatz stellen, vermisste Personen in unwegsamen Gelände aufspüren: "Cash" hat in seinem Dienstleben bei der Dresdner Polizeihundestaffel mit seiner feinen Nase schon so einigen Kriminellen das Handwerk gelegt.

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Für Sven Fischer war klar: "Cash" bleibt auch nach Ende seines aktiven Dienstes in der Familie.

Quelle: Anja Schneider

Kein Wunder, erschnuppert er mit seiner langen Schnauze und rund 220 Millionen Riechzellen selbst die allerkleinsten Rückstände menschlichen Individualgeruchs. Zum Vergleich: Der Durchschnitts-Erwachsene ist mit nur fünf Millionen Geruchszellen ausgestattet.

Doch wie für seine zweibeinigen Kollegen, war es auch für den Holländischen Schäferhund mit dem schwarz-grauen Fell irgendwann an der Zeit, in den Ruhestand zu gehen. Am 1. Januar dieses Jahres änderte sich deshalb sein Status nach 6,5 Jahren im aktiven Dienst in "Polizeihund a.D.", seine Leistungsfähigkeit hatte nachgelassen und entsprach nicht mehr den hohen Anforderungen. Mit dieser Dienstzeit liegt der knapp neunjährige Rüde im mittleren Durchschnitt, die dienstältesten Tiere bei der Polizeihundestaffel Dresden haben zehn Jahre auf dem struppigen Buckel.

Aber anders als bei den Sächsischen Polizeibeamten, die mit allen gebührenden Ehren aus dem aktiven Dienst und in den wohlverdienten Ruhestand entlassen werden, hängt das Rentnerglück der derzeit 28 Polizeihunde in Dresden von der Gutherzigkeit und dem Geldbeutel ihrer Herrchen oder Frauchen ab. "In Sachsen bekommen pensionierte Diensthunde keine Rente. Somit müssen Futter-, Tierarzt- und andere Kosten privat von den Diensthundeführern bezahlt werden. Sie entscheiden deshalb selbst, ob sie die Tiere trotz der hohen Unterhaltskosten behalten", erzählt Gerd Hiller, Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeihundestaffel Dresden. Andere Bundesländer, wie Bayern, Hamburg oder Niedersachsen, zahlen hingegen bis zu 85 Euro Pauschale für die Haltung und Pflege eines pensionierten Polizeihundes.

Weil die Kollegen mit der kalten Schnauze aber von Anfang an in der Familie des Beamten leben, behalten die meisten Hundeführer der Polizeihundestaffel Dresden ihre treuen Begleiter auch nach deren Polizeikarriere. "Für mich war das eine Selbstverständlichkeit. Cash und ich waren 24 Stunden am Tag zusammen, da entwickelt man schon eine sehr enge emotionale Beziehung. Er ist Teil der Familie", erklärt Polizeihauptmeister Sven Fischer, Herrchen von "Cash".

Doch was passiert mit den altgedienten Tieren, die aus Platz- oder Kostengründen ihre letzten Jahre nicht bei ihren Hundeführern verbringen können? "Diese Hunde werden über persönliche Kontakte an Privatleute vermittelt. Sie sind besonders bei ältere Menschen beliebt, weil sie extrem folgsam und nicht mehr so verspielt sind wie junge Hunde", so Gerd Hiller. Dennoch: Die Tiere zählen rechtlich aufgrund ihrer Ausbildung zu den "gefährlichen Hunden", weil sie beispielsweise darauf abgerichtet sind, auf Kommando zuzubeißen. Sie werden deshalb nur an erfahrene Hundebesitzer weitervermittelt.

Polizeihauptkommissar Hiller hofft, dass die Sächsische Landesregierung künftig zumindest eine kleine Rente für die Diensthunde auszahlt "Unsere Vierbeiner machen einen sehr wichtigen Job und leisten Großartiges. Verdient hätten sie es."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.08.2015

Miriam Harner

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